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zucker- und fettreduziert: Pfirsich-Tarte mit Rosmarin

Eine Pfirsich-Tarte gehört für mich unbedingt zum Sommer. Was gibt es es Schöneres, als an einem heißen Nachmitag an einem schattigen Plätzchen im Garten eine Tasse Kaffee zu trinken und solche wunderbaren Sommerkuchen zu genießen? Im Sommer lockere ich meine Ernährungsgewohnheiten mehr als sonst, weil ich einfach die reiche Vielfalt genießen und mich nicht allzu sehr einschränken möchte. Trotzdem probiere ich immer wieder Rezepte, die nicht ganz so üppig sind, was Fett und Zucker angeht.

Für diese Pfirsich-Tarte habe ich ein herkömmliches Tarte-Rezept deutlich zucker- und fettreduziert und um ein paar persönliche Vorlieben bereichert. Vor allem ersetze ich die viele Butter aus den Mürbteigrezepten zu einem großen Teil durch Olivenöl und arbeite auch mit weniger Zucker.

Herausgekommen ist eine wunderbarte Tarte, deren Boden zwar etwas krümelig ist (warum eigentlich? Liegt es am Olivenöl?), dafür geschmacklich aber so gut, dass man nichts, aber auch gar nichts vermisst…

Pfirsich-Tarte mit Rosmarin

Zutaten
(für eine kleine Springform, Durchmesser ca. 17 cm)

100g Weizenmehl (es wäre einen Versuch wert, auch andere Mehlsorten zu testen…)
35g Olivenöl
15g weiche Butter
25g Zucker
1 Eidotter
2 große Pfirsiche
2-3 Rosmarinstängel
1,5 EL Honig
1-2 EL Pinienkerne

Zubereitung
1. Mehl, Öl, Butter, Eidotter und Zucker in der Küchenmaschine oder von Hand zu einem glatten Teig verkneten.
2. Springform mit Backpapier auslegen, den Tei in der Form verteilen und mit den Händen andrücken, dabei einen kleinen Rand bilden. Eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
3. Inzwischen Wasser aufkochen, Pfirsiche kreuzweise einschneiden und im Heißen Wasser 2-3 Minuten blanchieren, bis sich die Haut löst und abziehen lässt. Pfirsiche enthäuten, halbieren, die Steine entfernen und in Spalten schneiden. Rosmarin bei Bedarf etwas abspülen und trockentupfen.
4. Nach der Ruhezeit die Sprinform aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 175° vorheizen (siehe Tipp). Die Pfirsichspalten auf dem Teig verteilen. Die Rosmarinstägenl auf die Pfirsiche geben und die Tarte für 35-40 Minuten auf mittlerer Schiene in den Ofen geben.
5. Inzwischen Pinienkerne in einer umbeschichteten Pfanne oder einen kleinen Topf rösten, bis sie bräunen und zu duften beginnen. Honig im Wasserbad erwärmen, bis er flüssig ist (siehe Tipp), dann zu den Pinienkernen geben.
6. Vor dem Servieren die Honig-Pinienkern-Mischung auf der Tarte verteilen und am besten lauwarm genießen…

Tipps:
Üblicherweise werden Tartes sehr heiß gebacken (ca. 220°). Olivenöl sollte jedoch keinesfalls über 190° erhitzt werden. Wenn ich es zum Backen verwende, backe ich deshalb bei niedrigen Temperaturen, dafür aber etwas länger. Honig sollte man möglichst gar nicht erhitzen, deshalb schmelze ich ihn bei ganz geringer Hitze am liebsten indirekt im Wasserbad und gebe ihn erst nach dem Backen über die Tarte.

Viel Spaß beim Ausprobieren und
liebe Grüße
Cala

Sehr grüner Salat mit Kartoffeln und Spargel

Dies ist genau die richtige Jahreszeit für einen wunderbaren Salat, der zu meinem festen “Repertoire” gehört und den wir einfach lieben….

Zutaten (für 2-3 Portionen als Hauptmahlzeit)
1 kleiner sehr frischer Kopfsalat
3-4 mittelgroße gekochte Kartoffeln (festkochend)
1/2 mittelgroße frische (!) weiße Zwiebel (siehe Tipp)
4 Stangen weißen Spargel
3-4 Esslöffel gemischte frische (!) Kräuter (siehe Tipp)
2 EL hochwertiges Kürbiskernöl
2 EL kaltgepresstes Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung

1. Spargel schälen, in mundgerechte Srücke schneiden und in Salzwasser garen (nicht zu weich werden lassen).

2. Kopfsalat waschen, trockenschütteln und in eine Schüsel geben. Große Blätter grob zerpflücken. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden.

3. Kartoffeln schälen, vierteln und dann in Scheiben schneiden. Kartoffeln, Spargel, Zwiebelwürfel und Kräuter zum Salat geben. Kürbiskernöl und Olivenöl hinzugeben und kräftig mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipps: Um diese Jahrezeit bekommst du auf dem Wochemarkt üppige kleine “Kräutersträuße”. Ich verarbeite diese direkt nach dem Kauf, wenn die Kräuter noch frisch sind. Ich wasche sie, schneide sie  mit einem Messer in feine Streifen, gebe sie ein WECK-Glas und bedecke sie mit üppig mit kaltgepresstem Olivenöl. So halten sie wunderbar ein paar Tage im Kühlschrank und sind ideal für Salate und Soßen.

Die frischen weißen Zwiebeln kommen meistens aus Italien. Wenn du sie nicht findest, verwende alternativ Frühlingszwiebeln, die um diese Jahreszeit meist auch sehr groß sind.
Sie sind ein bisschen schärfer als die frische weiße Zwiebel, aber auf jeden Fall besser als jeder andere Alternative…

geeignet für:
zuckerfreie Diät, getreidefreie Diät, Candidadiät (ggf. die Kartoffeln weglassen!)

Idee geklaut: super leckerer Salat mit Spinat und Ziegenkäse

Der Beitrag enthält Werbung, für die ich nicht bezahlt worden bin.

Unser Hollandurlaub beginnt und endet meist mit einem Besuch bei Lindenhoff. Und im April habe ich dort einen tollen Salat gegessen. Das genaue Rezept kenne ich natürlich nicht, aber ich habe mein eigenes Ding daraus gemacht und liebe diese Kombination:

Zutaten (pro Portion)
ca. 60g gemischte Asiasalate
ca. 30g Ruccola
ca. 120g Spinat (am besten Babyspinat)
2 EL bester Balsamicoessig (ohne Zuckerzusätze)
1 EL kaltgepresstes Olivenöl
etwas Meer- oder Steinsalz
frisch gemahlener Pfeffer
1 TL dunkler flüssiger Honig
1 EL Pinienkerne
2 EL Walnusskerne, geviertelt oder grob gehackt
30-40g Ziegenfrischkäse

Zubereitung

1. Salat und Spinat gründlich waschen, grobe Stiele entfernen.

2. Für das Dressing Balsamicoessig, Olivenöl und Honig mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3. Salat in einer Schüssel mit dem Dressing mischen. In einem tiefen Teller anrichten.

4. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten.

4. In einer Pfanne den feuchten Spinat bei mittlerer Hitze kurz zusammenfallen lassen. Etwas salzen und auf den Salat geben (nicht mischen).

5. Auf dem warmen Spinat den Ziegenkäse verteilen. Walnusskerne und Pinienkerne auf dem Salat verteilen.

Warm servieren, ggf. mit einer Scheibe geröstetem Weißbrot.

 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und
ein wunderbar sonniges Wochenende

Liebe Grüße
Cala

lecker & schnell: Zucchinipflanzerl

Als ich dieses Rezept zum ersten Mal ausprobiert habe, hätte ich nicht gedacht, wie lecker es ist, inzwischen gehören die Pflanzerl zu meinem festen Repertoire, weil sie schnell zu machen sind und sogar kalt noch sehr gut schmecken. Ein schönes herzhaftes Gericht…

Zutaten (für ca. 8 Pflanzerl)
1 großes Ei
1 mittelgroße Zucchini
2 EL Buchweizenflocken
1 TL Flohsamenschalen
etwas Salz, Pfeffer
(beide am besten frisch gemahlen)

Zubereitung

Ei aufschlagen und mit etwas Wasser (ca. 50ml), den Buchweizenflocken und den Flohsamenschalen sehr gründlich verrühren. Salzen, dann 2 Stunden ruhen lassen.

Zucchini waschen, grob raspeln und unter den Buchweizenteig heben. Nochmals etwas salzen und pfeffern.

In einer Pfanne etwas Bratöl oder Ghee erhitzen, dann kleine Portionen von dem Teig hineingeben. Bei mittlerer Hitze ausbacken, zwischendurch wenden.

Dazu schmeckt ein grüner Salat.

geeignet für: zuckerfreie Diät, getreidefreie Diät, Candidadiät

Unsere “Umzugspläne“ – Calas Welt im Überblick

sicherheitshalber: dieser Beitrag enthält (unbezahlte) Werbung

In meinem Podcast habe ich schon ausführlich berichtet: Wir haben den Osterurlaub genutzt und mal unser Durcheinander gesichtet… Oje… So ein Projekt wie meins ist ja wie ein Garten: Wenn es über fast ein Jahrzehnt wächst, dann wuchert es an manchen Stellen ziemlich, andere verkümmern, weil sie nicht beachtet werden und insgesamt sieht irgendwann alles auch nicht mehr sehr gepflegt aus. Da ich mit Boris jemanden im Haus habe, der meine vielen Ideen technisch praktisch sofort umsetzen kann, ist dem Wildwuchs bei uns Tür und Tor geöffnet… Und irgendwann hatten wir selber das Gefühl, den Überblick zu verlieren.

Es wird also Zeit, das Chaos zu lichten und damit fangen wir jetzt an.

Ausführlich berichte ich über unsere diesbezüglichen Pläne – wie gesagt – in meinem Podcast (hier oder über iTunes, Spotify oder einen Podcatcher deiner Wahl). Deshalb gibt es hier  im Blog nur eine Kurzfassung, damit du dich weiterhin bei mir zurechtfindest, auch wenn du meinen Podcast nicht hörst.

Und das wird sich ändern:

www.cala-kocht – der Blog wird wieder reiner Foodblog. Er soll als Blog – korrespondierend zu meiner Ernährungsberatung – wieder ausschließlich Themen aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Kochen aufgreifen.

Mein „Sammelsurium“ – also alle Themen, die nichts mit den drei genannten zu tun haben – zieht um auf den Bog www.calas-welt.de. Nicht-kulinarisch geprägte Reiseberichte, meine Hundegeschichten, privates „Allerlei” – werden künftig hier zu finden sein.

Die Entscheidung, den bestehenden Blog so aufzuteilen, ist mit extrem schwer gefallen.

Ich konnte mich nur mit Mühe durchringen. So ein über etliche Jahre gewachsener Blog ist ja wie ein Tagebuch – 8 Jahre lang habe ich hier alles dokumentiert, was mich bewegt und das Hin- und Her der Themen spiegelt ja auch ein bisschen meine Entwicklung wider. Insofern ist das echt keine leichte Entscheidung gewesen, aber ich denke, sie passt jetzt und ich habe mich damit arrangiert…

Und auch du kannst jetzt für dich eine Entscheidung treffen, welchem Blog du folgen möchtest, ob beide für dich interessant sind, oder nur einer von beiden.

Da  ich mich als Ernährungsberaterin und Coach immer mehr etabliere, wurde es dringend Zeit, dass die Ernährungsberatung eine eigene Website bekommt und nicht als Unterrubrik von Cala kocht ihr Dasein fristet. Für (angehende) Klienten war es immer verwirrend, wenn ich auf “Cala kocht” als meine Website verwies, sie erst mal eine Hundegeschichte vorfanden und sich dann durch das Menü zur Ernährungsberatung durcharbeiten mussten. Das wirkte alles andere als professionell. Und deshalb hat die Ernährungsberatung schon vor einiger Zeit eine eigene Seite bekommen  Sie heißt www.dein-food-coach.de. Hier findest du alle Informationen über mich als Ernährungsberaterin, mein Angebot für 1:1 Beratungen genauso wie meine Online-Coachings, kostenpflichtige Rezeptsammlungen und natürlich auch die Preise für meine Beratungsleistungen.

Ebenfalls neu ist die Seite www.darmfreundlich-essen.de. Hier findest du – ganz übersichtlich – ausschließlich meine Rezeptsammlungen. Inzwischen greifen auch viele Therapeuten und sogar einige Ärzte auf meine Rezeptsammlungen zu und empfehlen sie ihren Klienten und Patienten. Auch mit dem kpni-Verband und den angeschlossenen Therapeuten arbeite ich ja sehr eng zusammen. Wenn Therapeuten oder Ärzte die Rezeptsammlungen an Klienten oder Patienten empfehlen, dann sollte das – unserer Meinung nach – über eine Website geschehen, die so abgespeckt wie möglich ist und sich nur auf das Wesentliche – also die Sammlungen – konzentriert. Dafür haben wir www.darmfreundlich-essen.de gestaltet.
In dem angeschlossenen Webshop sind auch die Prozesse weitgehend automatisiert, was die Sache für den Käufer und auch für uns sehr komfortabel macht, da keine Wartezeiten entstehen.

Last but not least bekommt auch der Cala-kocht-Podcast (hier) eine Namensänderung. Bisher hieß er „Cala kocht – der Podcast“, in Zukunft wird er „Calas Welt – der Podcast“ heißen. Warum? Ganz einfach: Er passt dann zum Blog www.calas-welt.de (wir erinnern uns: gemischte Themen aus meiner Welt…) und ich kann bei meinem gewohnten Mix aus Ernährungsthemen, Interviews und anderem bleiben, was mich bewegt oder was ich gerne teilen möchte. Auch diese Umbenennung war keine leichte Entscheidung, wir denken aber, sie ist konsequent.

Und hier nochmal in Kürze, was sich ändern wird:

Cala kocht – der Blog“ (www.cala-kocht.de) wird wieder Food- und Ernährungsblog.
Alle Themen, die damit nichts zu tun haben, ziehen um auf die Seite www.calas-welt.de
Meine Ernährungsberatung und alle damit verbundenen Leistungen (online-Coachings, Rezeptsammlungen usw.) findest du jetzt auf www.dein-food-coach.de
Auf www.darmfreundlich-essen.de hält ausschließlich die beiden Rezeptsammlungen vor, diese Seite ist ideal für Empfehlung, auch wenn du Arzt oder Therapeut bist
Der Podcast bekommt in Kürze einen neuen Namen und wird dann „Calas-Welt – der Podcast“ heißen

Ich hoffe, ihr bleibt trotz dieser “Umbaumaßnahmen” und damit verbundenen Unannahmlichkeiten mir und meinen Themen gewogen, lest weiterhin meinen Blog und geht diesen Schritt zusammen mit uns…

In diesem Sinne liebe Grüße
und ein schönes Wochenende
Cala

Überall Eier. Wie viele sind (noch) gesund und wem soll man jetzt noch glauben?

Nachdem ich damit aufgewachsen bin, dass zu viele Eier schädlich sind und sich negativ auf den Cholesterin-Spiegel auswirken, wurde das Ei in den letzten Jahren rehabilitiert: Alles Quatsch mit der Erhöhung des Cholesterins durch das Ei, hieß es, und freie Fahrt für den hemmungslosen Ei-Konsum. Entsprechend gern und sorglos werden Eier und Eiergrichte  konsumiert. 235 Eier aß der Durchschnitts-Deutsche im Jahr 2018, Tendenz kontinuierlich steigend. Das sind fast 5 Eier pro Woche…

Jetzt sorgt eine neue, großangelgte Metastudie aus den USA für viel Aufregung. Denn die findet nun angeblich wieder einen  eindeutigen (?) Zusammenhang zwischen Ei-Konsum und dem Anstieg des LDL-Cholesterins und warnt vor zuviel Ei in der Ernährung.

Tauchen solche Studien auf, werde ich als Ernährungsberaterin natürlich hellhörig und auch ein bisschen nervös und hinterfrage das gründlich. Ich schaue mir die Studien an, lese aber auch die Stellungnahmen meiner Netzwerke und sehe mir die Diskussionen in medizinische Portalen an. Denn schließlich empfehle auch ich meinen Klienten, Eier zu essen und baue sie auch selber regelmäßig in meinen Speiseplan ein.

Eier werden vom Menschen – weil sie so leicht zugänglich sind – schon immer gegessen und ich habe sie deshalb auch während meiner Ausbildung als positives “artgerechtes” Lebensmittel kennengelernt, dass gegenüber anderen tierischen Lebensmitteln – wie Milch oder Fleisch – überweigend positive Eigenschaften hat.

Wie ist also meine Meinung zur Cholesterin-Frage und zur aktuellen Studie?

Ich versuche hier einmal zusammenfassen, was ich aktuell zu dem Thema denke.

Warum (Ernährungs-)Studien leider immer kritisch gesehen werden (müssen)

Genereller Schwachpunkt von Ernährungsstudien wie der genannten ist immer, dass man meistens nicht so genau weiß, ob das als Ursache propagierte Lebensmittel (Ei) denn auch tatsächlich in EINDEUTIGEM Wirkzusammenhang zu den ermittelten Folgen steht (Herz-/Kreislaufkrankheiten, frühzeitger Tod, Erhöhung des Cholesterinspiegels). Kritiker stellen zum Beispiel sofort die Frage, was die untersuchten Pobanden neben Eiern noch so gegessen haben, wie ihre sonstigen Lebensumstände sind und welche anderen Faktoren (neben dem Ei) womöglich zur höheren Mortalität bzw. zu vermehrten Erkrankungen gefüht haben könnten. Jemand der “täglich mindestens 2 Eier” isst, kann dies ja sowohl im Rahmen einer ansonsten (weitgehend) gesunden Ernährung tun, aber auch im Rahmen des typisch amerikanischen Frühstücks mit ordentlich viel gebratenem Speck. Auch Fragen nach dem Bewegungsverhalten und anderen gesundheitsrelvanten Merkmalen wären hier wichtig.
Es macht deshalb immer Sinn, solche “Erkenntnisse” (Ursache – Wirkung) auch noch einmal logisch zu druchdenken, bevor man Schlüsse zieht.

Zunächst das Ei. Was ist außer viel Cholesterin denn drin im Ei?

Um es vorweg zu nehmen: Ich persönlich halte Ei nach wie vor für ein gesundes Lebensmittel und es ist ein fester Bestandteil meiner Ernährung. Allerdings: Ich bin generell niemand, der zu Extremen neigt. Ich esse vielleicht 3, höchstens vier Eier in der Woche. Und in Ausnahmefällen können es dann auch mal mehr oder weniger sein.

Was ist so positiv am Ei? Eier enthalten reichlich Vitamine (A, B2, B12, D und Folsäure), außerdem  Phosphor, Selen, Eisen, Zink und Cholin. Sie sind daher eine gute Quelle für eine Vielzahl gesunder Nährstoffe, außerdem natürlich gute Proteinlieferanten.

Allerdings: Eier enthalten – wie andere tierische Lebensmittel auch – tatsächlich viel Cholesterin  (etwa 200 mg Cholesterin pro Ei).

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist eine Fettsubstanz in unserem Körper und hat mehrere Funktionen:

• Cholesterin ist Grundbestandteil unserer Geschlechtshormone und des Hormons Cortisol
• Cholesterin wird zum Aufbau unserer Zellmembranen benötigt
• Vitamin D wird aus Cholesterin gebildet
• Cholesterin wird zur Bildung von Gallensäuresalzen benötigt
• Cholesterin ist eine Reparatursubstanz im Immunsystem. Im Schadensfall wird Cholestein kurzzeitig lokal aktiv, um Bakterien, Viren und Toxine zu neutralisieren.

Und was sind jetzt LDL und HDL?

LDL und HDL sind sogenannten Lipoproteine, die Cholesterin im Blutkreislauf transportieren.
 Beide erfüllen wichtige Aufgaben im Cholesterinhaushalt.
LDL enthält viel Cholesterin und transportiert es von der Leber zu den Geweben und Zellen. HDL transportiert übriggebliebnes Cholesterin wieder zurück zur Leber. Hier wird es zur Bildung von Gallensäuresalzen verwendet.

Was wichtig ist: Auch der Körper produziert Cholesterin in der Leber. Diese  körpereigene Produktion richtet sich nach der Nahrungsaufnahme: wird mehr Cholesterin über die Nahrung aufgenommen, bildet die Leber selbst automatisch weniger Cholesterin und umgekehrt.

Wann treten erhöhte LDL-Spiegel auf?
Langfristig erhöhte LDL-Blutwerte kommen zum Beispiel bei (übermäßigem) Stress und/oder bei einer Vergiftung durch Endotoxine vor. Der erhöhte LDL-Spiegel dient dann der Bildung von Cortisol oder der Bekämpfung der Endotoxine. Evolutionär geht es hier immer um kurzzeitige akute Situationen und es ist eigentlich nicht vorgesehen, dass höhere LDL-Konzentrationen über längere Zeit im Blut zu finden sind.

Wann ist ein erhöhrter LDL-Wert schädlich?
Ein länger andauernder erhöhter LDL-Wert im Blut kann zu Atherosklerose (Adernverkalkung) führen. Die Voraussetzung ist jedoch eine bereits vorliegende Schädigung der Blutgefäße. Schäden an den Blutgefäßen entstehen z.B. dann, wenn die Nahrung zu wenige Antioxidantien enthält (insbesondere Vitamin E, enthlaten z.B. in Pflanzenölen, Fisch oder Nüssen), um die Oxidation von LDL zu verhindern (LDL ist sehr anfällig für Oxidation) und keine ausreichenden Mengen der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin (z.B. im Mandeln, Cashewnüssen, Fisch, Huhn) aufgenommen werden. Eine zu gering Aufnahme der Vitamine B6, B12 und Folsäure führt (durch erhöhte Homocysteinwerte) ebenfalls zu einer Schädigung der Gefäße. Und nicht zuletzt schädigt eine zu zuckerhaltige Ernährung die Gefäßwände.

LDL enthält eine relativ große Menge an Fett. Daduch haftet es leicht an der Wand von “rauen” Blutgefäßen, wenn diese beschädigt sind (an glatten Gefäßinnenwänden bleibt LDL nicht haften). Dort kann es oxidieren, was eine Entzündungsreaktion hervorruft und letztendlich zu Atherosklerose führt.

Die Studie und das Ei

Zurück zur Studie und zum Ei. Wie war besagte Studie aufgebaut? Es wurden 29.615 Personen aus sechs Kohortenstudien zusammengefasst. Eine Kohortenstudie hat das Ziel, einen Zusammenhang zwischen einer oder mehreren Expositionen und dem Auftreten einer Krankheit aufzudecken. Durchschnittlich wurden die Probanden 17,5 Jahre lang begleitet. Untersucht wurden die Ernährungsgewohnheiten und während dieser Zeit auftretende Erkrankungen.

Die Studie gelangt zu dem Schluss, dass jede weiteren 300 mg Cholesterin aus der Nahrung mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert waren (17-18 %). Der Verzehr von drei oder vier zusätzlichen Eiern pro Woche führt zu einem Anstieg von 6 %.

Die Kritik an der Studie:
Neben den eingangs bereits genannten kritisch zu sehenden Kriterien (Begleitumstände zum Eikonsum) werden an der Studie – bzw. an den daraus gezogenen Schlussfolgerungen – folgende Punkte kritisiert:

– Es gibt einen Widerspruch zu anderen (ähnlichen) Studien, die zu anderen Ergebnissen führen.
– Grundsätzlich wird ohnehin ständig diskutiert, ob ein erhöhrte Cholesterinspiegel tatsächlich auf ein erhöhtes Cholesterin aus der Nahrung zurückzuführen ist (siehe Ausführungen zum Cholesterin). Anders ausgedrückt: Die Studie folgert zwar, dass ein (höherer) Ei-Konsum zu einem Anstieg des LDL-Cholesterins im Blut führt, der genaue Wirkzusammenhang ist hier aber (noch) nicht ersichtlich und mit dem Stoffwechsel auch nicht zwingend logisch erklärbar.
– Die Behauptung, dass erhöhte Cholesterinwerte zwangsläufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, ist ebnfalls nach wie vor nicht erwiesen (siehe meine Ausführungen oben).

Wie ist also mein Fazit?

Ich werde weiterhin Eier essen, fühle mich jedoch – wie immer – darin bestätigt, Extreme in der Ernährung zu vermeiden. Da die Leber die Produktion von Cholesterin reguliert, ist es für mich weiterhin fraglich, ob die aus der Nahrung aufgenommene Cholesterin-Menge wirklich relevant ist, zumal ich in der Praxis auch immer wieder Menschen sehe, die sich zwar tendentiell cholesterinarm ernähren (z.B. Veganer), die aber trotzdem erhöhrte Cholesterinwerte haben. Dazu kommt – wie oben beschrieben – die Frage, ob ein hoher Cholesterin-Spiegel generell ein Nachteil ist oder ob nicht ganz andere Faktoren erst zu den negativen Folgen führen.

Wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist es, dass die Nahrung ausreichend Vitamin E (z.B. in Nüssen, Pflanzenölen), Methionin (z.B. in Fisch, grünem Gemüse) und die Vitamine B6, B12 und Folsäure enthält. Interessanterweise enthalten Eier selbst übrigens viele der notwendigen Nährstoffe, um die Blutgefäße gesund zu halten…

Negativ für die Blutgefäße sind hingegen schnelle Kohlenhydrate (Zucker, stärkehaltige Lebensmittel).

Diese Art der Ernährung entspricht der darmfreundlichen Ernährung, für die ich mich persönlich entschieden habe und nach deren Richtlinien ich selber lebe (hier).

Außerdem ist natürlich die Regulation von Stress und gesunde Bewegung enorm wichtig.
Beide Faktoren spielen deshalb auch in meiner Beratungspraxis eine wichtige Rolle.

Quellen meiner Recherchen: www.bonusan.de, www.dock-check.de

Neue Rezeptsammlung & WhatsApp Ernährungscoaching: zuckerfrei und getreidefrei im Alltag

Nach beinahe 2 Jahren ist es soweit: ich bringe meine zweite Rezeptsammlung heraus, an der wir mit viel, viel Liebe und Hingabe gearbeitet haben. Auch hier geht es wieder um eine zuckerfreie, getreidefreie Ernährung, die gezielt darmfreundlich ist. Die Sammlung ist damit wieder ideal für alle die ihren Darm sanieren wollen, aus gesundheitlichen Gründen ohne Zucker, Getreide und Hülsenfrüchte essen (müssen) oder die Rezepte und Anregungen für eine Ernährungsumstellung suchen. Wie gehabt, ist auch diese Sammlung am Konzept cleaneating orientiert – kurze Zutatenlisten, viel frisches Gemüse und einfache Zubereitung machen die Rezepte extrem alltagstauglich.

Durch die Arbeit an der Rezeptsammlung waren die ersten Wochen dieses Jahres geprägt von Fotoshootings, Layout- und Marketingbesprechungen, Testkochen und Korrekturlesen. Boris hat sich um ein professionelles Layout gekümmert und im Zuge dessen auch die erste Sammlung noch mal komplett überarbeitet. Wir sind beide stolz auf das Resultat und freuen uns auch sehr auf die Veröffentlichung der zweiten Sammlung – voraussichtlich Mitte März. Es ist ein schönes Gefühl, so ein Langzeitprojekt gemeinsam abzuschließen…

Mit Beginn des neues Jahres habe ich auch ein neues Coaching-Format ins Leben gerufen, das meine Klienten noch näher in ihrem Alltag abholen soll. Ich hatte mich gefragt, wie ich Menschen so nah wie möglich bei der Umsetzung gesunder Ernährung unterstützen kann.

Leider ist es ja nicht möglich, dass ich jeden individuell zu Hause begleite und unterstütze. Oder doch? Ich glaube, ich habe ein Format gefunden, das dem sehr nahe kommt…

In meinen neuen WhatsApp-Coachings begleite ich eine Gruppe von maximal 6 Klienten
4 Wochen lang ganz persönlich bei der Umsetzung einer zuckerfreien und getreidefreien Ernährung im Alltag.

Auszüge aus dem WhatsApp Coaching

Das Geniale an diesem Ernährungscoaching: Es ist extrem flexibel.
Es kann individuell als Einstieg in eine Ernährungsumstellung genutzt werden, aber auch zur Gewichtsabnahme oder als „Fastenkur“. Es ist sowohl für Menschen geeignet, die ausprobieren möchten, wie es ihnen ohne Zucker und ohne Getreide geht, aber auch für diejenigen, die Darm und Stoffwechsel regenerieren möchten. Und auch wer nur Zucker oder nur Getreide weglassen möchte, kommt auf seine Kosten, denn es handelt sich nicht um ein starres Programm, sondern um ein sehr flexibles Ernährungscoaching.

Das Coaching ersetzt zwar keine Therapie oder Ernährungsberatung und ist auch nur für Teilnehmer geeignet, die grundsätzlich gesund sind und keinen individuellen Beratungsbedarf haben. Es ist aber optimal, um selbstbestimmt aber begleitet zuckerfreie und getreidefreie Ernährung in den Alltag zu integrieren, weil man es flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Es baut auf meinen Rezeptsammlungen auf, die schon im Coachingpreis enthalten sind, so dass über 90 Rezepte zur Verfügung stehen.

Während dieser 4 Wochen sind die Teilnehmer in engem WhatsApp-Kontakt mit mir und den anderen Teilnehmern, erhalten täglich Input von mir in Form von Anregungen und Informationen und ich stehe kontinuierlich für Fragen zur Verfügung.

Die erste Gruppe ist jetzt schon in der letzten Woche des Coachings und es war eine geniale Zeit. Ich merke wie unglaublich effektiv und tiefgreifend dieses Coaching ist. Dadurch ist nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für mich selbst extrem befriedigend. Es ist schön zu sehen, wie sich die Gruppe nach einigen Tagen „findet“, die Teilnehmer ankommen, aus ihrem jeweiligen Alltag heraus auch zusammenwachsen und durch die gegenseitige Motivation am Ball bleiben. Durch die intensiven Fragen der Teilnehmer, werden Themen tief ausgelotet. Von den Impulsen und Fragen einzelner Teilnehmer profitieren immer alle Gruppenmitglieder – ein geniales Tool, das mir extrem viel Spaß macht. Durch die Begrenzung auf 6 Teilnehmer pro Gruppe kann ich allen problemlos gerecht werden und die Konversation wird auch nicht mit Input überflutet. Ich bin begeistert und die Teilnehmer sind es auch.

Wenn du dich für die neue Rezeptsammlung interessierst, hast du die Möglichkeit, dich hier auf die Warteliste einzutragen. Du gehörst dann nicht nur zu den ersten, die erfahren, wenn die Rezeptsammlung verfügbar ist, sondern kannst sie auch vor allen anderen zu Sonderkonditionen erwerben. Der Eintrag auf der Warteliste ist selbstverständlich unverbindlich, du brauchst dich also jetzt noch nicht zu entscheiden, ob du die Sammlung auch wirklich kaufen möchtest.

Der nächste Starttermin für mein 4-Wochen-WhatsApp-Ernährungscoaching zuckerfrei und getreidefrei ist am Montag, den 11.03. Du kannst dich hier anmelden.

 

Happy Birthday to the most beautiful and wise girl in the world…

16 Jahre alt wird meine Schönheit heute – ich bin voller Dankbarkeit für jeden einzelnen Tag, den wir gemeinsam erleben dürfen. Es gibt kaum etwas, was mich so sehr berührt, wie meine Liebe zu ihr und wir werden alles tun, um die verbleibende Zeit so gut und schön wie nur irgend möglich zu gestalten.

Danke Seni für deine Liebe und Nachsicht, für deine Treue und dein Vorbild. Danke, dass ich mit dir und über dich lachen darf, dass wir gemeinsam altern und du mir zeigst, wie einfach es ist, glücklich zu sein – trotz oder mit allem. Danke, dass du mich täglich daran erinnerst, was wirklich zählt.

Unendlich dankbar dafür, dass ich diejenige bin, die dein Leben begleiten darf.

Für immer deine Mama.

Versprochen ist versprochen! Für Estefano, der in Wirklichkeit ein Mädchen ist und jetzt Lumi heißt…

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für Claudua Kratzel und die Firma BestVit

Im Dezember fing das alles an. Da habe ich das Bild von “Estefano” zum ersten Mal gesehen.
Auf Facebook. Aus irgendeinem Grund habe ich sein Profil bei ProDogRomania aufgerufen.
Und dann konnte ich nicht mehr wegschauen. Irgendwann habe ich dann durchgeatmet und einen Entschluss gefasst. Ich musste etwas tun.

Und dann fing ich an, überall um Hilfe zu bitten, Blogposts zu schreiben, in Facebook-Gruppen zu posten, Leute anzusprechen, um Spenden zu bitten, verzweifelt nach einer Pflegestelle zu suchen… Denn das war zu diesem Zeitpunkt leider das einzige, was ich selbst für ihn tun konnte. Aber wenigstens das wollte ich mit voller Kraft tun… Hier muss und möchte ich Ina erwähnen, die ich vor dieser Geschichte gar nicht kannte, die mich aber trotz vieler eigener Sorgen sofort und ohne zu zögern tatkräftig unterstützt hat, Videos erstellt und ebenfalls unermüdlich die Aufrufe geteilt und verbreitet hat. Gemeinsam haben wir uns den Kopf darüber zerbrochen, was wir tun und wie wir noch aktiv werden können… Hinzu kamen die ersten Spender und es entstand eine Community, die gemeinsam ein Ziel hatte und täglich wuchs. Irgedwann hatten wie immerhin die Ausreisekosten und die Bürgschaft füe einen Teil der Tierarztkosten beisammen. Aber jetzt ging es nicht mehr weiter, denn ohne eine geeignete Pflegestelle würden wir nur weiter warten können.

Dass sich dann irgendwann meine Cousine Svenja entschlossen hat, Estefano bei sich aufzunehmen, davon habe ich schon berichtet (hier). Ich hatte auch sie auf meinen Post aufmerksam gemacht und auch sie konnte nicht wegschauen. Fügung? Zuerst kam ein größerer Geldbetrag, ein paar Tage später die Mitteilung, dass sie Estefano ein Zuhause geben und damit der endlosen Suche nach einer Pflegestelle ein Ende machen wird.

Wie es dann weitergegangen ist:

Zunächst hat der Verein eine gründlich Vorkontrolle gemacht – was natürlich sehr richtig ist… – und dann aufgrund der bekannten Traumatisierung etliche Auflagen gemacht, die Svenja alle brav in sehr kurzer Zeit abgearbeitet hat (neue Einzäunung des Grundstücks, Einrichtung eines Quarantäneraumes, sichere Transportboxen etc.).

Dann kamen mitten im Adoptionsprozess plötzlich sehr schlechte Nachrichten aus Rumänien: schwer traumatisierter Hund, “ein echtes Kaliber”, unberechenbar, kaum vorherzusagen, was auf sie zukommt, lässt sich überhaupt nicht anfassen, bissig, schwer verängstigt usw.
Man riet Svenja mehr oder weniger deutlich von der Adoption ab. Das war ein Schlag vor den Kopf und wir waren beide ratlos. Unser Gefühl sagte etwas ganz anders, aber was, wenn wir falsch lagen?

Es folgte eine schlaflose Nacht, dann die Entscheidung: wir machen jetzt keinen Rückzieher.
“Cousin’sche”, schrieb Svenja, “ich stehe zu meinem Wort. Der kleine Mann kommt hier hin. Basta.”

Aufatmen und die Gewissheit: Wir schaffen das. Und irgendwo auch ein ganz tiefes Vertrauen in Estefano – so sehr konnten wir uns einfach nicht täuschen…

Endlich bekam er dann auch für einen Transport Ende Januar einen Platz.
Svenja hatte einen “Hochsicherheitstrakt” vorbereitet und war darauf eingestellt, dass da Schwerstarbeit auf sie zukommen würde. Eine besonders kompetente Hundetrainerin war auch schon engagiert und wir würden jetzt einfach abwarten, was auf uns zukommt…

Kaum hatten wir die Zusage für den Transport, kam aber schon die nächste große Überraschung, denn es hatte mal jemand genauer hingeschaut: “Estefano” war gar kein Bub (wie angegeben), sondern ein kleines Mädchen. Und wieder haben wir Glück gehabt:
Das Geschlecht spielte für uns nämlich überhaupt keine Rolle. Svenjas Hund Bootsmann ist völlig tiefenentspannt, Svenja auch, dann eben ein Mädchen…

Svenja hat ihr dann auch ganz spontan den Namen Lumi gegeben, offiziell blieb “er” aber “Estefano” und so wurde unser Mädchen dann auch auf der Tranpostliste für den 26.01. geführt:

 

Und dann ging es los…

Ich habe – da bin ich ehrlich – Blut und Wasser geschwitzt, bis ich endlich sicher wusste, dass die kleine Maus wirklich an Bord ist. Ich hatte solche Angst, dass wieder etwas dazwischen kommt, dass sie sich nicht einfangen lässt, oder… Ich mag gar nicht mehr daran denken… Ich habe mein Handy nicht mehr aus der Hand gelegt, die ganze Nacht das Tracking des Transportes verfolgt, Svenja per WhatsApp entsprechend auf dem laufenden gehalten und am Samstag gegen Mittag kam dann endlich die erlösende Nachricht: Lumi war da und Svenja mit ihr auf dem Weg in die Tierklinik. Wir wussten ja, dass sie eine Verletzung an der Pfote hatte und schnellstens versorgt werden musste.

Fotos von Tag 1, wie sie mich erreichten. Von links oben nach rechts unten: Unerwartete Vorverlegung des Transportes (für uns ideal, weil Svenja die Tierklinik dadurch nicht nachts aufsuchen müsste) | Mishu hat mir seinem Transport Diemelstadt erreicht | Lumi in der Tierklinik (bisher hatte sie niemand zu Gesicht bekommen) | Lumi am Abend in ihrem Quarantäne-Lager (zwei sehr glücklich…)

Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass alle Untersuchungen nur unter Betäubing erfolgen  könnten, doch überraschenderweise war Lumi ganz gelassen: Blutabnahme, Krallenschneiden, die vielen Untersuchungen – alles kein Problem. Und die Pfote konnte auch direkt behandelt und versorgt werden. Gigantische Rechnung (Klinik im Samstags-Notdienst), aber völlig ohne den erwarteten Stress – wir waren baff…

Und so ging es auch erst mal weiter. Keine Spur von dem aggressiven Hund, den man uns angekündigt hatte. Im Gegenteil. Lumi war freundlich und zugänglich, ging von Tag 1 an problemlos an der Leine (sie muss das irgendwoher kennen, hat also vermutlich nicht immer auf der Straße gelebt) und alles war plötzlich doch ganz anders als erwartet.

Soll ich ehrlich sein? Bis zu dem Tag, an dem endlich ein Foto möglich war, auf dem Lumi klar zu erkennen war (ich habe ständig danach gefragt…), hatte ich – trotz Svenjas Beteuerungen – immer noch Angst, dass man uns vielleicht doch den falschen Hund geschickt hat… Denn wie konnte das sein? Ein Hund, der als hochagressiv angekündigt war, für den Svenja schon spezielle Trainer engagiert hatte, den wir beinahe hätten aufgeben müssen und dann das?

…erkennt ihr unseren “Estefano” – ganz eindeutig, oder?

Ein ganz liebes, kleines Mädchen? Ja und irgendwie lief das alles viel zu glatt, fand Svenja, und behielt auch leider Recht…

Am Dienstag nach Lumis Ankunft bekam die Iylle nämlich Risse. Schwerer blutiger Durchfall, Appetitlosigkeit. Wieder in die Klinik, weitere Blutuntersuchugen, viele schlimme Tage.
Am Samstag darauf waren die Befunde der Vorwoche da und leider stellte sich heraus, dass  Lumi so ziemlich alles an Krankheiten mitgenommen hat, was in Rumänien so im Angebot ist…

Jetzt muss sie aufgepäppelt, mit den entsprechenden Medikameten behandelt werden
und um die 28-tägige Quarantäne kommen wir jetzt auch auf keinen Fall rum.

Was bedeutet das? Für Svenja ein gigantischer Aufwand und ein Hin- und Her zwischen Beruf, Versorgung von Lumi, den Tieren daheim und auf der Koppel. Aber es heißt leider auch noch mal einiges an unerwarten zusätzlichen Kosten, zumal teilweise DNA-Untersuchungen gemacht werden müssen, die mit speziellen Blutabnahmen verbunden sind.

Bis heute sind über 1200 € an Spenden eingegangen, die bereits komplett aufgebraucht sind.  (Ausreisekosten, Schutzvertrag, Einrichtung des Quarantäneraumes, ausbruchssichere Einzäunung des Grundstücks, Bereitstellung sicherer Transportmöglichkeiten, Tierarztkosten (allein am Ankunftstag knapp 800 €), usw.) Einige der Kosten waren ja durch die Auflagen des Vereines begründet, die sich im Nachhinein als überflüssig herausstellten, aber das konnte natürlich niemand vorher wissen.

Lieblingsplatz… Und überhaupt: Dabeisein ist alles…

Svenja geht mit den Spendengeldern natürlich sehr umsichtig um und versucht natürlich auch, alles zu verkaufen oder zurückzugeben, was sie jetzt doch nicht mehr braucht. Und trotzdem sind die Kosten deutlich höher als die eingegangen Spenden, weshalb wir uns weiterhin über Unterstützung sehr freuen.

…jemand, der euch unendlich dankbar ist für das Geschenk eines würdigen Lebens…

Aber an diese Stelle muss erst mal ein ganz großes Dankeschön stehen an all die Menschen, die dieses Wunder überhaupt möglich gemacht haben, die Svenja entlasten und dieser armen Hundeseele eine Chance auf ein würdiges und glückliches Leben schenken.

Es gab Menschen, die sehr große Beträge gespendet haben und andere, die von dem wenigen, was sie haben, ein kleines bisschen abgegeben haben, soviel eben ging. Eines rührt mich so sehr wie das andere, ich war sehr oft tief bewegt und eines ist sicher: Ob große oder kleine Spende, moralische Unterstützung, Gebete und gute Energien: Wir haben das alle gemeinsam geschafft.

Lumi ist eine ganz tapfere kleine Hundedame. Und eine sehr, sehr süße… Sie ist so dankbar für ihr neues Leben und die Liebe zwischen ihr und Svenja ist jetzt schon riesengroß.

Svenja sagt: “Ich habe mal wieder gelernt, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen kann. Und diese Augen…. Lumi lernt jeden Tag etwas dazu. Und sie gönnt sich jetzt auch schon den kleinen Luxus, nicht mehr jedes Futter zu mögen….”

Ich habe Svenja gefragt, was Lumi an ihrem neuen Leben im Moment am liebsten mag:
Kauknochen findet sie toll, sie liebt es, in ihrem Körbchen zu liegen und sie kann gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen…

Auch ich habe viel gelernt seit Dezember. Gelernt, dass es sich lohnt Menschen zu mobilisieren, auch wenn ich damit deutlich meine eigene Komfortzone verlassen habe, oft verzweifelt, übermüdet und manchmal auch hoffnungslos war. Ich habe gelernt, dass man allein vielleicht nicht immer allzu viel bewegen kann, dass aber viele Menschen, die gemeinsam etwas wollen, unendlich stark sind und eine sehr große Energie freisetzen. Gelernt, dass es viel Zeit, Engagement und Geduld braucht, um Unmögliches möglich zu machen. Gelernt, dass ich manchmal auch meine Ohnmacht aushalten muss, dass es wunderbare Überraschungen gibt und manchmal eben auch Rückschläge. Gelernt, dass eine Nacht, in der man über die Dinge schläft, einen Morgen voller Wunder hervorbringen kann. Ich habe gelernt, dass ich mich auf die Menschen, die ich liebe, verlassen kann, aber auch, dass mich Menschen im Stich gelassen haben, für die es leicht gewesen wäre zu helfen.

Und ich habe gelernt und verstanden, dass ich eine wunderbare Familie habe.
“Man hat es nicht von Fremden”, sagt meine Tante Renate, Svenjas Mutter, immer.
Und das gilt wohl auch für diese Hundeliebe und das große Herz, das manchmal sehr wehtut, aber offensichtlich Berge versetzen kann…

Last but not least und nochmal für alle, die vielleicht nicht den ganzen Beitrag gelesen haben:

Wir sind überwältigt von so viel Hilfbereitsschaft und Liebe für unsere Lumi.
Seid sicher: Sie weiß es und sie wird ihre Chance nutzen…

Wir danken euch allen von ganzem Herzen!
Svenja & Carmen

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Nachtrag:
Eine sehr großzüge Spende erreichte uns von Judith und Claudia. Die beiden sind BestVit-Beraterinnen und stellen Lumi für mindestens 1 Jahr Futter und Nahrungsergänzungen zur Verfügung – die erste Lieferung hat Svenja schon erreicht – das finden wir großartig und bedanken uns sehr!

unsere beiden großzügigen Spenderinnen: Claudia (links) und Judith (rechts)

Falls ihr Interesse an den Produkten von BestVit habt, erreicht ihr Claudia unter der Telefonnummer 04161/597210. Sie steht bei allen Fragen rund um gesunde Ernährung für Hunde und Katzen zur Verfügung. Bei Direktbestellungen über BestVit gebt bitte ihren Namen (Claudia Kratzel) an.

“Wenn ich jetzt auch noch Angst kriege, kann er einpacken…” – über Estefano und einen Menschen, den ich grade unendlich feiere…

 18. Januar 2019

Auch wenn die Überschrift nach Entwarnung klingt:

Wir brauchen immer noch dringend Hilfe…

Einige von euch haben meinen letzten Post gelesen. Ich hatte in Dezember bereits um Hilfe für Estefano gebeten.

Der Hundemann sitzt in einem rumänischen Shelter mit völlig aussichtslosen Chancen (Angsthund, traumatisiert und mit einer Verletzung an der Pfote).

Mich hat sein Schicksal so sehr berührt, dass ich einfach handeln musste…
Und weil ich das allein nicht schaffen konnte, habe ich überall um Hilfe gebeten und mein ganzes Netzwerk mobilisiert – hier, auf Facebook, in diversen Gruppen, in der Familie, im Freundeskreis…

Rund vierzig Leute haben sich daraufhin zusammengetan und haben Spendengelder für Estefanos Ausreise und die anfallenden Tierarztkosten gesammelt. Laut den Statuten des Vereins sollte dies seine Chancen massiv erhöhen, auf eine geeignete Pflegestelle vermittelt zu werden.

Nachdem wir es geschafft hatten, die erforderliche Summ bereitzustellen, stellte sich leider heraus, dass die Anforderungen an eine potentielle Pflegestelle so groß waren, dass es so gut wie aussichtslos schien, jemanden zu finden. Unsere eigene Suche mussten wir einstellen, weil der Verein signalisierte, dass sie keine externe Pflegestelle akzeptieren würden. Wir würden warten müssen, bis eine vereinsinterne Pflegestelle frei würde, die sich zutraut, den Hund zu übernehmen.

Dann nahm die Geschichte eine unerwartete Wende…

Unter den Spendern war auch meine Cousine Svenja. Sie hatte den Aufruf auf meinem Blog gelesen und sofort einen höheren Betrag überwiesen.

Was sie mir aber nicht verraten hat: Ihr ist das Schicksal von Estefano ebenso ans Herz gegangen, wie mir. Sie hat sich deshalb entschlossen, den kleinen Mann bei sich aufzunehmen.

Als sie mich informierte, hatte sie bereits Kontakt zum Verein aufgenommen und die notwendigen Schritte in die Wege geleitet. Dazu muss man wissen, dass Svenja die allerbesten Voraussetzungen mitbringt – unter anderem auch eine lebenslange Hundeerfahrung und die Möglichkeit, sich um einen Problemhund kümmern zu können.

Die Vorkontrolle durch den Verein war positiv, allerdings mit einigen Auflagen versehen (ausbruchssichere Einzäunung des Grundstücks, Schaffung einer Quarantänemöglichkeit für mindestens 2 Wochen usw.). Meine tapfere Cousine hat das alles akzeptiert…

Am Dienstag kamen dann leider erneut schlechte Nachrichten aus Rumänien. Im Zuge der Vorbereitungen für den Transport hat man festgestellt, dass Estefano sich überhaupt nicht anfassen lässt und auch die Zähne einsetzt, wenn man sich ihm nähert. Er scheint so schwer traumatisiert zu sein, dass er Menschen gar nicht mehr an sich heranlässt. Transportieren wird man ihn überhaupt nur unter Einsatz von Beruhigungsmitteln können.

Man hat Svenja daraufhin von der Übernahme des Hundes abgeraten, weil man überhaupt nicht absehen kann, worauf sie sich da einlässt.

Uns allen war klar, dass das sein Schicksal vermutlich besiegeln würde…

Nach einer schlaflosen Nacht kam dann die Nachricht von Svenja, dass sie keinen Rückzieher machen wird. Estefano wird – mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt – bei ihr sein neues Zuhause finden.

Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich meine Cousine für ihren Mut und ihre Zivilcourage bewundere. Auch wenn ich vermutlich genauso gehandelt hätte, ist es etwas anders, so einen Entscheidungsprozess von außen zu betrachten und so unendlich stolz auf einen Menschen zu sein, den man von Herzen liebt…

Tatsache ist: Wir lassen Estefano jetzt nicht im Stich und wir verlieren auch nicht die Zuversicht, dass das zu meistern ist. Unser Bauchgefühl ist immer noch anders als alle Fakten und es muss einen Grund geben, warum ausgerechnet uns dieser Ball zugespielt wurde…

Aber die Sache hat einen gewaltigen Haken. Das ganze Unterfangen ist jetzt nämlich nicht mehr nur mit enormem persönlichen Einsatz und Zeitaufwand zu bewältigen (das alles muss Svenja ohnehin alleine stemmen…), sondern wird (abgesehen vin den baulichen Maßnahmen) noch mal deutlich mehr Geld kosten, als erwartet, weil hier z.B. auch die Unterstützung eines Profis zwingend erforderlich sein wird. Eine professionelle Hundertainerin, die auf traumatisierte Hunde spezialisiert ist, hat Svenja schon mobilisiert. Das alles wird sehr viel Geld kosten, ganz abgesehen von den Kosten, die ohnehin anfallen (Schutzvertrag, Tierarzt etc.)

Mir ist bewusst: In dem Moment, wo Estefano hier ist, wird die gesamte Verantwortung bei meiner Cousine liegen und es gibt kaum etwas, was ich dann noch für sie tun kann (ich lebe fast 400 km entfernt).

Ich möchte deshalb alles daran setzen, noch mal ein paar Spenden zu sammeln und ihr wenigsten finanziell noch etwas den Rücken zu stärken.

Deshalb bitte ich euch: Wenn ihr könnt, helft bitte, das gemeinsam zu einem guten Ende zu bringen.

Ich habe das PayPal-Spendenkonto für Estefano wieder freigeschaltet, es heißt

estefano@team-cdl.de   (Verwendungszweck “Estefano”)

Selbstverständlich werde ich akribisch Rechenschaft über die Verwendung des Geldes ablegen – lasst mich bitte wissen, wenn ihr in den E-Mail Verteiler aufgenommen werden möchtet, in dem ich regelmäßig über den Stand der Dinge berichte.

Ich danke euch für eure unschätzbare Hilfe, ich habe auch dafür keine Worte – ich bin zutiefst dankbar, dass es Menschen gibt, die wissen, dass es sich lohnt gemeinsam zu kämpfen. Ich lerne selber grade, was Menschen bewegen können, die ein gemeinsames Ziel haben….

Liebe Grüße
Cala

Ach ja: Bitte bedenkt: Auch winzig kleine Spenden summieren sich. 10 mal 2 € ergeben wunderbare 20 € – jeder einzelne Euro zählt!