Der Sehnsuchts-Kuchen

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Ich muss sagen: Eigentlich habe ich während der 8-wöchigen Darmsanierung nicht allzu viel vermisst.

Auch wenn die Liste der „verbotenen“ Lebenmittel am Anfang lang erscheint, gewöhnt man sich tatsächlich sehr schnell daran, wird kreativ und mein anfänglicher Verdacht, dass ich vielen Dingen hinterhertrauern würde, hat sich überhaupt nicht bestätigt.
Boris ging es genauso.

Einer der wenigen Punkte, an denen ich gerne schwach geworden wäre, war unsere November-Stammtisch, für den  ich diesen Kuchen gebacken habe.

Nicht nur sah er sehr verlockend aus, er duftete auch herrlich…

Das Originalrezept von Chefkoch (hier) hatte eine Bekannte auf Facebook gepostet.

Auch wenn ich beim Stammtisch widerstehen konnte, war mir klar war, dass dieses Rezept nach der Darmsanierung eines der ersten sein würde…

Der Kuchen ist kinderleicht zu machen und braucht nicht viele Zutaten – perfekt, wenn sich überraschend jemand zum Adventskaffee ankündigt… Ich habe für mein Rezept den zucker etwas reduziert und ihn vor dem Servieren mit Puderzucker bestreut..

Kokoskuchen mit Walnüssen, vegan

Zutaten:
6 EL Kokosöl
4 TL Backpulver
250 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
120 g Rohrohrzucker
200 g Mehl (ich habe unser Strudel-Mehl benutzt)
1/2 TL gemahlene Vanille
60 g Kokosraspel
einige Walnüsse (Menge nach Geschmack)
etwas Puderzucker

Zubereitung

1. Den Ofen auf 180° vorheizen. Eine kleine Sprinform mit Backpapier auslegen.

2. Alle Zutaten – bis auf die Walnüsse und den Puderzucker – zu einem glatten Teig verrühren. Den Teig in die Springform füllen, die Walnüsse auf dem Teig verteilen.

3. Bei 180°C ca. 20 bis 25 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

4. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Viel Spaß beim Ausprobieren, lasst es euch schmecken!

Liebe Grüße
Cala

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Der erste Adventssonntag…

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Nachdem mich gestern eine sehr traurige Todesnachricht ziemlich erschüttert hat, fällt es mir gar nicht so leicht, „zur Tagesordnung“ überzugehen. Tatsächlich bin gerade sehr nachdenklich.

Andererseits hatte ich mir fest vorgenommen, euch ein bisschen an unserer Adventsstimmung teilhaben zu lassen, die uns die letzen Tage so viel Freude gemacht hat – vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung oder Idee für euch dabei. Ich werde im Laufe der Woche noch mehr Fotos machen.

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Ich bin sehr froh, dass wir schon seit ein paar Jahren relativ entspannt in die Weihnachtszeit starten. Wir besprechen frühzeitig, was wir uns in der Adventszeit wünschen, was möglich ist und was nicht und wie wir unsere Zeit verbringen möchten. Gott sei Dank haben wir sehr ähnliche Vorstellungen und kommen uns nicht in die Quere.

Diese Zeit im Jahr ist ja auch nur dann wirklich nett, wenn sie nicht in Stress ausartet…

Wir lieben Rituale und so beginnt für uns auch die Weihnachtzeit: 2 Wochen vor dem ersten Advent findet der Herbstmarkt im benachbarten Kindergarten statt. Wir schlendern immer gerne hin, kaufen die ersten Plätzchen, trinken den ersten Glühwein und schauen, ob wir etwas Nettes finden – diesmal habe ich mich in einen wunderbaren roten Elch verliebt, der jetzt auf einem Schränkchen steht – genauso nett wie der Elch, war die Dame, die ihn gemacht hat – ich hätte unmöglich widerstehen können…

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Gleichzeitig ist dieser Kindergarten-Samstag dann immer der Startschuss für die Adventsvorbereitungen bei uns zu Hause: am Abend holen wir die Kisten mit dern Weihnachtssachen raus und sichten schon mal, was dieses Jahr noch zu uns passt.

In den letzten Jahren habe ich Berge an Weihnachtskram entsorgt und bin froh, dass das alles leicht und übersichtlich geworden ist. Christbaumschmuck haben wir z.B. gar keinen mehr, weil wir auf einen Weihnachtsbaum gerne verzichten. Alle Weihnachtssachen bewahre ich in zwei robusten Boxen auf, dadurch ist auch nach Weihnachten alles wieder schnell und sauber verpackt.
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Ich merke ohnehin, dass ich es von Jahr zu Jahr immer natürlicher mag. Ich brauche nicht mehr so viel Klimbim, lasse Zweige gerne ohne Anhänger wirken, mag die einfachen Sachen. Ich liebe unsere antike Weihnachtswäsche – Bettwäsche, Küchenhandtücher und Servietten, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe und auf die ich mich jedes Jahr freue.

Das macht alles schon eine wunderbare Stimmung….

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Am Wochenende vor dem ersten Advent ist dann im Nachbarort traditionell der Herbstmarkt der Waldorfschule – für uns ebenfalls ein Fixpunkt während des Jahres. Hier gehen wir nicht nur hin, weil es unendlich viele selbstgemachte Leckereien gibt, sondern auch, weil es riesigen Spaß macht, dort zu stöbern. Hier ist noch alles sehr liebevoll selbstgemacht, es gibt überhaupt nichts Konventionelles, das ist richtig shcön zu sehen.

Nach diesem Fest mache ich am Abend immer unseren Adventskranz, der über die Jahre auch ganz einfach geworden ist: Als Gerüst dient ein großer Strohkranz, den wir jedes Jahr wiederverwenden und bevor ich fehlende Zweige im Gartenmarkt einkaufe, schaue ich immer, was ich auf meinen Spaziergängen finde – wir haben eine kleine Grünmülldeponie ganz in der Nähe und die schönsten Zweige finde ich eigentlich immer dort. Bei einem Glas Wein ist der Kranz dann schnell gemacht.
Nur über die Farbe der Kerzen kann ich mich jedes Jahr nicht entscheiden…

Ich wünsche euch eine schöne und genussvolle Adventszeit,
habt Spaß und genießt das Leben…

Eure
Cala

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Calas Ofengemüse mit Äpfeln und Kräutersaitlingen

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Für den Geschmack hat die hübsche Anordnung (fast) keine Relevanz, man könnte das Gemüse also auch einfach mischen. So nett präsentiert, ist das Gericht aber besonders hübsch und es macht Spaß, wenn man sich etwas Besonderes gönnen will oder Gäste hat. Und keine Angst: so aufwändig, wie es aussieht, ist es gar nicht…

Achtung:
Die Rote Beete braucht 1 Stunde Vorlaufzeit, ggf. schon am Vorabend garen…

Zutaten (für 2 Portionen)
2 Knollen Rote Beete
1 großer Apfel
2 rote Zwiebeln
1 mittelgroße Süßkartoffel
6-8 kleinere Kräutersaitlinge
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
Meersalz
Pfeffer
Fett zum Braten: Bratöl, Ghee oder Butter

Vorbereitung für die Rote Beete:
Ofen auf 175° vorheizen. Die Rote-Beete-Knollen mit Schale in einer feuerfesten Form in den Ofen stellen. Nach ca. 1 Stunde sind sie weich und die Schale lässt sich – solange sie heiß sind – ganz leicht abziehen.

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Zubereitung

1. Ofen auf 175° vorheizen.

2. Rote Beete in dünne Scheiben schneiden. Apfel, Zwiebeln und Süßkartoffel schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden.

3. Die Gemüsescheiben in einer Auflaufform im Wechsel anrichten (siehe Foto oben). Knoblauch schälen, vierteln und zwischen das Gemüse stecken.

4. Etwas Olivenöl und Meersalz über das Gemüse geben und für ca. 45 Minuten in den Ofen geben.

5. In der Zwischenzeit die Kräutersaitlinge putzen und in Scheiben schneiden. Kurz vor dem Ende der Garzeit des Gemüses die Kräutersaitlinge in einer beschichteten Pfanne mit etwas Fett braten. Salzen, pfeffern und warm stellen.

6. Das Gemüse zum Servieren vorsichtig mit einem Spatel oder Tortenheber aus der Form nehmen und auf dem Teller auffächern. Die Kräutersaitlinge ebenfalls auf dem Teller anrichten. Mit Olivenöl beträufeln.

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Viel Spaß beim Ausprobieren und einen
guten Start in die neue Woche

eure
Cala

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Von einer Zeitreise, interessanten Erfahrungen und ein paar Abschieden…

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Seit einigen Wochen räumen Boris und ich das Haus meiner Stiefgroßmutter aus, die in ein Pflegeheim umgezogen ist.

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Wie haben wir uns um diesen Affen gestritten, den mein Bruder von meinem Vater geschenkt bekommen hatte. Ich musste betteln, um ihn anrühren zu dürfen. Jetzt saß er viele Jahre lang auf dem Schrank bei meiner Oma – ich habe überall rumgefragt, wer ihm noch eine Chance geben würde und freue mich sehr, dass die kleine Lilli ihn adopiert hat… Die Ledertaschen hat mein Stiefopa (er war Sattler) für meine Oma gemacht – die lange für die langen Stricknadeln, eine kurze für die kurzen Stricknadeln und eine andere für die Rundstricknadeln. So lagen sie auf dem Dachboden, seit vielen Jahren unberührt, inklusive Inhalt… Für sie habe ich noch keine Verwendung gefunden und auch niemanden, der sie haben möchte – sie wegzuschmeißen bringe ich aber nicht übers Herz..

Irgendwie war uns wichtig, dass möglichst viele Dinge noch irgendwo Verwendung finden, und nicht einfach auf dem Müll landen. Kostet Zeit und Mühe, ist aber auch auch eine wichtige, teilweise traurige, manchmal sehr ernüchternde, aber mitunter auch sehr schöne Erfahrung für uns. Es ist erschreckend, wie sich ein ganzes Leben einfach auflöst, wie wenig Wert Gegenstände haben, wenn ihr Besitzer sie nicht mehr mit Bedeutung füllt und wie wertlos dann alles ist. Andererseits ist es schön zu sehen, wenn Menschen sich über etwas wirklich freuen, das sie erstanden oder geschenkt bekommen haben und den Dingen neues Leben einhauchen.

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Seine Weingläser waren der ganze Stolz meines Stiefgroßvaters. Am Jahresende bekam nur derjenige eines, der im ganzen Jahr keine einzige Singstunde verpasst hatte – und mein Großvater ging jede Woche tapfer zu seinem Gesangverein – trotz Kriegsbehinderung und Diabetes – nicht zu fehlen war ihm so wichtig, wie sonst kaum etwas anderes. Die Gläser wurden gesammelt und liebevoll im Wohnzimmerschrank präsentiert – ich glaube, wir haben am Ende 49 gezählt und ich habe mich riesig gefreut, dass ich eine Sammlerin gefunden habe, die sie so liebevoll verpackt hat, dass ich wusste, dort sie sind in guten Händen….

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Einer unserer Dachbodenfunde: ein Puppenwagen aus den 50er Jahren, der seinen Weg über ebay genommen hat… Das schöne Kaffeeservice hat ein lieber Freund von uns bekommen, der sich sehr darüber gefreut hat und der es auch wieder benutzt wird….

Mit der Räumerei haben wir uns nicht nur eine Menge Arbeit angelacht, wir haben uns auch auf eine kleine Zeitreise begeben, denn es kam einiges aus dem Leben meiner Stiefgroßeltern zum Vorschein, das noch mal gewürdigt und besprochen werden wollte.
Ich habe gar kein sehr enges Verhältnis, aber in einer Zeit meines Lebens, haben mich Lina und Willi einmal sehr unterstützt und dafür werde ich immer dankbar sein.

Dies war eine Gelegenheit, etwas zurückzugeben.

Aber es ging nicht nur darum, die Sachen meiner Großeltern aufzulösen.
Ich habe mich auch selber auf eine kleine emotionale Entdeckungsreise begeben, denn auf dem Dachboden standen auch noch ein paar uralte Kartons von mir mit allerlei vergessenen Erinnerungen. Ehrlich gesagt ist das meiste – auch durch das lange Rumliegen – nicht mehr zu gebrauchen, aber es war trotzdem anrührend, die Kartons, Kisten und Schachteln zu öffnen.

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Mit unendlicher Geduld hat meine Mutter alle unsere Kuscheltiere und Puppen bestrickt und benäht – das ist etwas, was ich absolut von ihr geerbt habe: die Fähigkeit, mich in Details zu verlieren und daran Freude zu haben… Den Monchichi bekam ich zu meiner größten Verzückung zu Ostern von meiner Tante Renate, nachdem sich meine Eltern strikt geweigert hatten „für so etwas“ Geld auszugeben – ich war selig und überglücklich und werde mich an dieses Osterfest immer erinnern… Swinnie, das Meerschweichen, fiel bei mir in Ungnade, weil mein Bruder es zu meinem Entsetzen an den Stinkefüßen meines Onkels hatte schnuppern lassen – ich konnte es nie wieder anrühren, ohne daran zu denken….

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Sogar die Namenlosen, die nicht zu unseren Favoriten gehörten und mit denen wir selten spielten, hatten einen festen Platz in unseren Herzen und wir brachten es nicht über uns, uns von ihnen zu trennen – nicht mal von dem wirklich sehr fragwürdigen Räuber mit der Säufernase – er tat uns einfach Leid….

Ein paar Kindheitserinnerungen habe ich natürlich aufgehoben, für die anderen habe ich einen brauchbaren Kompromiss gefunden, habe sie fotografiert und werde mir ein virtuelles Erinnerungsalbum machen….

Mich hat überrascht, wie all die Dinge aus der Vergangenheit die Erinnerung in fast schon plastischer Weise wecken – es erwacht alles wieder zum Leben, regelrecht magisch… Trotzdem kann (und will) ich diese Dinge nicht auf Dauer mit mir herumschleppen, das macht keinen Sinn und blockiert auch…

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Ein Teil der „Kleintierfamilie“, das eines unserer Lieblingsspiele war. Links „Hedi“, das Muttertier, sie trägt den Namen einer Tante, die ich besonders gern mochte. Das Häschen rechts hat immer schon so mürrisch geschaut, ich hatte es trotzdem irgendwie gern. Das Oberhaupt der Familie war mein Eselchen „Bim“, das leider unauffindbar ist.

Sehr gefreut habe ich mich, als vor zwei Wochen die Flüchtlingshilfe da war und ein kleiner Junge freudestrahlend meine ausrangierten Kuscheltiere eingepackt hat. Ich dachte, dass man die nur noch wegwerfen kann, habe aber gelernt, dass solche Sachen gewaschen und gereinigt werden und dass sich die Kinder in den Flüchlingsunterkünften sehr darüber freuen.

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…ein großer alter (leider beschädigter) Frankfurter Topf, eine sehr nette Reiseschreibmaschine, ein paar alte Tische – ein paar Sachen wollen wir noch versuchen zu verkaufen….

Sehr, sehr traurig war ich, dass ich mein Eselchen „Bim“ nicht wiedergefunden habe, an dem mein Herz wirklich sehr hängt. Bei einem meiner vielen Umzüge ist es verloren gegangen und nie wieder aufgetaucht, ich suche es schon seit Jahren.

Meine allerletzte Hoffnung war, dass es in irgendeinem Winkel des Hauses zum Vorschein kommen würde – leider war das aber nicht so…

Das Haus ist jetzt für den Entrümpler bereit, der die letzten Reste Mitte des Monats entsorgen wird.

Wir haben Abschied genommen und für mich war das auch gut und richtig so…

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In all dem Chaos…

…ein paar herrliche Tage Urlaub….

Nach Buchmesse und wirklich viel, viel Arbeit, haben wir uns ein paar Tage Urlaub gegönnt – dreimal dürft ihr raten, wo 😉

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…gut gegessen, ausgeschlafen, wunderbare Spaziergänge gemacht….

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…und wie immer hatten wir tolles Wetter und haben uns prima erholt – hier fühlen wir uns einfach sauwohl… 

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Jetzt ist mein fester Vorsatz, etwas kürzer zu treten und wieder mehr Ruhe einkehren zu lassen – hoffenlich komme ich dann auch wieder öfter zum Bloggen…

Liebe Grüße
Cala

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Alles neu?

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Ihr wundert euch bestimmt, dass es auf dem Blog so ruhig geworden ist.

Tatsächlich tut sich bei mir gerade eine Menge und ich weiß gar nicht so genau,
wie ich das auf dem Blog umsetzen soll, ohne mir selbst untreu zu werden.

Von der Ernährung her sind wir seit drei Wochen sehr „speziell“ unterwegs, weil wir die angekündigte Darmsanierung machen und auf vieles verzichten – allem voran auf Zucker, Weißmehl, aber auch auf Getreideprodukte aller Art, Hülsenfrüchte usw. Dazu kommt eine spezielle Nährstoffkombination, die den Darm in sein natürliches Gleichgewicht zurückbringen soll.

Vegan war das nicht möglich was dazu führt, dass wir unser ganzes Ernährungsverhalten zur Zeit neu überdenken – alles ist auf den Kopf gestellt.

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…aus den ersten Tagen der Ernährungsumstellung: Blumenkohl mit Cashew-Sahne (Rezept am Ende des Blogposts)

 

Wir erfahren wieder einmal, wie gesund und bereichernd „Verzicht“ sein kann und machen viele interessante Erfahrungen – vor allem auch mit längeren Essenspausen.

Was ich euch an Rezepten zeigen kann, ist insofern nicht sehr spektakulär – selbst wenn es uns sehr gut schmeckt und glücklich macht ;).

Für mich ist der eingeschränkte Speiseplan eine willkommene Herausforderung, so was mag ich ja. Es erinnert mich an die Zeit meiner Ernährungsumstellung vor ein paar Jahren, als ich auch nur bestimmte Lebensmittel zur Auswahl hatte und jede Menge Spaß daran, diese interessant und schmackhaft zu kombinieren. Außerdem stelle ich ja seit vielen Jahren Rezepte und Ernährungspläne für unsere Kunden zusammen und habe insofern Übung.

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warmer Frühstücksbrei mit Buchweizen, dunkler Schokolade, Nüssen und Kokosöl – so lecker…

Die ganze Geschichte geht 8 Wochen lang und ist für mich ein Testdurchlauf dessen, was ich (neben vielem anderen) im ersten Teil meiner Ausbildung im Sommer gelernt habe. Boris hat sich netterweise angeschlossen und auch zwei Freundinnen machen mit, so dass ich ganz gut zu tun habe und schon richtig „am Klienten“ üben kann. Diese neue Aufgabe gefällt mir sehr und merke auch, dass das genau die Richtung ist, in die es künftig gehen soll. Gleichzeitig arbeite ich mich durch die Rückfragen und die „Betreuung“ immer mehr in die Materie ein und es macht Spaß, mein Wissen immer mehr zu vertiefen.

Wie das mit unserer Ernährung weitergehen wird, wenn die 8 Wochen vorbei sind, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich glaube nicht, dass wir wieder 100% vegan leben werden, aber wir werden sicherlich wieder den Großteil unserer Mahlzeiten vegan bestreiten – schon allein aus ethischen Gründen wäre für mich alles andere unvertretbar…

Die Rezepte:

Calas „Frühstückssalat“
(Titelfoto)

Zutaten (pro Portion)
1 mittelgroßer Apfel
1/2 nicht zu reife Avocado
3-4 Esslöffel Hanfsamen
5-6 Pekannusshälften
1 Esslöffel Mandelmehl
1 Esslöffel Leinöl
1 Esslöffel Olivenöl
etwas frischer Zitronensaft
1 Prise Salz

Apfel und Avocado schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit den Hanfsamen mischen. Mandelmehl, die Öle, den Zitronensaft und das Salz hinzugehen und erneut mischen.

Blumenkohl in Cashew-Sahne mit Zedernnüssen
(2. Foto)

(Achtung: die Cashews müssen 3-4 Stunden eingeweicht werden)

Zutaten (pro Portion)
½ mittelgroßer Blumenkohl
eine Handvoll Cashewmüsse
1-2 Esslöffel Zedernnüsse
Instant Gemüsebrühe (ohne Hefe & ohne Zucker)
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

3-4 Stunden vor Zubereitung Cashews in kaltem Wasser einweichen (ich nehme etwa doppelt soviel Wasser wie Cashews).

Blumenkohl putzen, in mundgerechte Stücke schneiden und in heißem Salzwasser garen (nicht zu weich werden lassen).

Zedernnüsse in einer beschichteten Pfanne rösten, bis sie bräunen, dann aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Cashews mit frischem Wasser in einem Blender geben und zu einer feinen Creme pürieren – falls sie zu fest wird, noch etwas Wasser dazugeben.

Etwas Ghee oder Bratöl in die Pfanne geben, den Blumenkohl hineingeben und kurz erwärmen, dann die Cashewsahne dazugeben. Mit Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer abschmecken.

Vor dem Servieren die gerösteten Zedernnüsse darübergeben und mit etwas frisch geriebener Muskatnuss bestreuen.

 

 

 

 

 

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Alles auf Anfang? Oder: Was essen wir denn jetzt?

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Ich bin zurück aus Salzburg. Genau genommen aus dem kleinen Örtchen Hallein bei Salzburg, wo ich in den Räumlichkeiten der  Salzburger Sportuni das erste Modul meiner Ausbildung zur Ernährungsberatung absolviert habe. Ich war restlos begeistert….

Es hat sich ausgezahlt, dass ich a) gründlich recherchiert und nach einer fundierten (medizinisch-wissenschaftlichen) Ausbildung gesucht habe und b) tatsächlich den Weg nach Salzburg gemacht habe, um mich – weg von daheim – voll und ganz auf das Thema konzentrieren zu können.

Die Kulisse war atemberaubend, die Räumlichkeiten der Uni wunderschön (wir hatten noch dazu das Glück auf den besonders netten Hörsaal im Schloss ausweichen zu „müssen“…), das Wetter traumhaft und der Dozent (Therapeut für klinische PNI, Heilpraktiker und Sportwissenschaftler) wirklich großartig – ich habe richtig gepaukt und bin vollgestopft mit Wissen und absolut brennend für das Thema zurückgekehrt….

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Jetzt geht es an die Umsetzung und die hat leider einen gewaltigen Haken…

Schon seit meinem Neurodermitis-Rückfall im letzten Jahr (besser gesagt seit meiner Genesung) beschäftigt mich die Frage, ob ich wieder komplett zur veganen Ernährung zurückkehren kann und möchte. Im Moment lebe ich ja nicht 100% vegan, sondern mache meiner Gesundheit zuliebe ein paar Kompromisse.

Die detaillierte Ausbildung führt mir jetzt nochmal vor Augen, dass es bei der veganen Ernährung einige ernstzunehmende Probleme und eine Menge zu berücksichtigen gibt – dass das so ist, wusste ich schon, aber jetzt verstehe ich auch wieso. Eingentlich hatte ich irgendwie gehofft, dass man mit dem richtigen Hintergrundwissen enstehende Probleme gezielt kompensieren kann, aber es stellt sich heraus, dass das ganz so einfach leider nicht ist.

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Natürlich wird jetzt jeder, der vegan lebt und weiterhin vegan leben möchte, zu Recht argumentieren, dass es zig Beispiele von Menschen gibt, die sich jahrzehntelang vegan ernähren und vor Gesundheit und Vitalität strotzen. Und ja: diese Menschen gibt es ohne jede Frage. Aber leider lässt sich das Prinzip nicht umkehren. Die Tatsache, dass es viele Veganer gibt, die völlig gesund sind, heißt nach allem was ich verstanden habe – und ich bin wirklich tief eingetaucht – leider nicht im Umkehrschluss, dass es medizinisch sinnvoll ist, sich vegan zu ernähren, wenn man gesund bleiben will. Soll heißen: Es mag sein, dass jemand, der sich über Jahre und Jahrzehnte vegan ernährt, nie irgendwelche Probleme bekommt. Das heißt aber nicht, dass sich das als Prinzip verallgemeinern und umkehren lässt.

Kurzfristige Auswirkungen sind zwar eher unwahrscheinlich, auf lange Sicht ist die Sache aber keinesfalls ohne Risiko (O-Ton meines Dozenten: „Immer mal wieder für ein paar Wochen oder Monate vegan zu leben ist sicherlich eine gute Sache, langfristig ist es aber keine wirklich gute Idee.“)

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Jetzt werden natürlich die nächsten sagen, dass Fleisch und Milch auch total ungesund sind und dass das stimmt, wird ja immer deutlicher (im aktuellen Spektrum der Wissenschaft ist gerade wieder ein interessanter Artikel darüber im Zusammenhang mit der Entstehung von Multipler Sklerose). Wobei man aber auch hier fairerweise sagen muss, dass offenbar immer mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit bestimmte Mechanismen greifen.

Aber dass Fleisch und Milch von Vierbeinern problematisch für die Gesundheit sind, hat  auch unser Dozent ausführlich beleuchtet. Jedoch betreffen diese negativen Aspekte eben a) nicht alle tierischen Produkte und es gibt b) leider auch ein paar Inhaltsstoffe, auf die wir praktisch nicht verzichten können.

Herrje ist das kompliziert…

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Basis einer gesunden Ernährung – so haben wir es gelernt – ist (und das war mir schon mal eine große Beruhigung) tatsächlich Gemüse, während man beim Obst wegen der vielen Fructose durchaus schon relativieren muss. Daneben gibt es pflanzliche Proteine (z.B. Getreide, Hülsenfrüchte), die für den Darm höchst problematisch sind und offenbar durchaus ein paar tierische Proteine, die für uns wichtig und gesund sind – und für die es leider auch keinen pflanzlichen Ersatz gibt (ich hätte auch gerne etwas anderes gehört…).
Ich will jetzt hier nicht zu tief ins Detail gehen, zumal es ja neben Gemüse und Proteinen auch noch andere wichtige Bestandteile der Ernährung gibt und auch die Menge, Art und Frequenz der Nahrungszufuhr für die Gesundheit wichtig ist, aber das würde jetzt ausufern.

Für mich war entscheidend, die Stoffwechsel-Mechanismen bis hin zur Zellebene zu verstehen, die hinter all diesen Dingen stecken, denn jetzt erklärt sich mir so manches sehr viel besser.

Im Moment bin ich dabei, zu überlegen, wie ich das Gelernte am besten umsetzen und – vor allem – mit meinen ethischen Vorstellugen in Einklang bringen kann. Was dabei herauskommen wird, kann ich noch gar nicht genau sagen, es gilt ja auch ein bisschen abzuwägen. Ich werde also in mich gehen (müssen) und nachdenken, wie ich mich und meine Famile künftig ernähren möchte, was ich (in beiderlei Richtung) verantworten kann und was nicht.

Da wir auch eine Methode für eine gezielte Darmsanierung gelernt haben und ich jetzt  verstehe, dass ich meinem Darm in den letzten Jahren ziemlich zugesetzt habe, wird das mein allerster Schritt sein. Das nämlich dürfte auch die wichtigste Voraussetzung dafür sein, dass ich meinen Stoffwechsel wieder in den Griff bekomme und mich gesund ernähren kann. Und natürlich möchte ich bei dieser Geglegenheit auch selber erfahren, was ich später meinen Klienten an die Hand geben werde.

Ich bin sehr gespannt, voller Elan und neugierig, wie es weitergeht…

In diesem Sinne liebe Grüße
und ein wunderbares, sonniges Wochenende

eure
Cala

 

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Paradise on Earth – ein Besuch bei Oliver Scheuermann Frisuren

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Wenn man die Räumlichkeiten in der Egenolffstraße im Frankfurter Nordend betritt, wähnt man sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem Salon. Man taucht ein in eine Oase aus Farben und Formen. Dass man hier in einem Friseursalon ist, verrät erst mal nichts. Statt über die übliche Friseureinrichtung wandert das Auge über filigrane Tischchen mit herrlichen Blumenarrangements, kleine Spiegel und Möbel aus den 30er und 40er Jahren. Anstelle von Umhängen und Friseurwerkzeugen findet man feines Porzellan und schöne Gläser auf den Tischen.

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Tatsächlich stehe ich im Salon von Oliver Scheuermann, einem der renommiertesten Friseure Frankfurts. Wir haben uns verabredet, um über sein Konzept und seinen Werdegang zu sprechen. Wer ihn schon länger kennt, aber zum ersten Mal hier ist, wird sich sicherlich wundern, denn der Kontrast zum Swan’s, Olivers Megaprojekt auf der Goethestraße, ist augenscheinlich. Das hatte einmal der Höhepunkt seiner Karriere werden sollen. Tatsächlich hat es ihn nachhaltig enttäuscht – und ihn in den Salon in der Egenolffstraße geführt. Gegen das Konzept von damals wirken die Räume hier sehr geerdet – Paradise „down to earth“. Und so erscheint auch der Meister selbst: Ruhig, entspannt, angekommen, in sich ruhend. Wer Bilder von damals und von heute vergleicht, kann kaum glauben, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt. Wie es zu dieser Metamorphose gekommen ist, was es mit dem Salon im Nordend auf sich hat und wie Oliver Scheuermann sich heute sieht, darüber habe ich einen Nachmittag lang mit ihm geplaudert.

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Cala: Oliver, dieser Eindruck, dass du inzwischen „angekommen“ bist, ist der richtig, oder täuscht das?

Oliver Scheuermann:
Das stimmt auf jeden Fall. Das hier ist meine 5. Station. Und zum ersten Mal habe ich mein Glück nicht darin gesucht, weiter zu expandieren, sondern bin ganz bewusst zu den Wurzeln zurück gegangen, zu dem, was mir Spaß, was mich glücklich macht. Davor hatte ich die fixe Idee, dass man immer größer werden muss, um erfolgreich zu sein. Und diesen Erfolg habe ich auch irgendwie mit Glück verwechselt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ein Konzept mit 30 oder 40 Leuten zwar funktioniert und dass ich das auch kann, dass es mir aber überhaupt keinen Spaß macht.

Cala: Siehst du dich denn nicht als Führungspersönlichkeit?

OS: Das würde ich gar nicht mal so sagen. Möglicherweise bin ich das, aber es macht mir einfach keinen Spaß. Ich liebe die Arbeit am Kunden, ich bin gerne Gastgeber und mag das Kreative an meiner Arbeit. Ich kann wirklich sagen, dass ich meinen Beruf liebe und das „Material“ Haar mag. Ich meine: ich hatte wirklich alles, was ich mir gewünscht hatte, ich war mit einem tollen Salon in einer Seitenstraße der Goethestraße, wo ich immer hinwollte. Ich hatte immer gedacht: Wenn ich da mal bin, dann habe ich es geschafft. Dann war ich dort und hatte überhaupt nicht das Gefühl angekommen zu sein. Auch die Energie in der Stadt hat mir nicht gefallen. Daraufhin habe ich meinen Mut zusammengenommen und bin aus dem Konzept ausgestiegen.

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Cala: Und wie kam es dann zur Renaissance hier?

Oliver: Das ist eine skurrile Geschichte, aber sie stimmt wirklich: Ich ging mit meinem damaligen Hund spazieren und hing meinen Gedanken nach, wie es weitergehen sollte. Plötzlich zog er mich in eine Richtung, in die wir sonst nicht gingen. Ich bin ihm gefolgt und stand plötzlich vor dem leerstehenden Laden. Ich wusste sofort: das ist meins. Und ich wusste auch, dass ich hier ganz bewusst allein arbeiten wollte, ohne Assistenten, nur ich. Das habe ich dann umgesetzt. Und ich hatte von Anfang an wirklich viel zu tun, meine Kunden sind mir gefolgt, deshalb arbeite ich heute hier auch wieder mit einer Assistentin, die im Service hilft und im Farbbereich mit mir arbeitet. Mehr Mitarbeiter möchte ich aber nicht haben. Im Kosmetikbereich arbeite ich mit einer professionellen Make-Up-Artistin zusammen. Sie kommt für Einzelberatungen in den Salon, um den Leuten zu zeigen, wie sie sich schminken können. Was ich auch anbiete, sind Fön- und Hochsteckkurse – allerdings nur in Einzelterminen.

Cala: Was macht den Unterschied zu früher?

Oliver: Es geht jetzt wieder um das, worauf es eigentlich ankommt: sich ausschließlich auf die Kundin zu konzentrieren, die vor mir sitzt und nicht durch andere Kunden oder Kollegen abgelenkt zu sein, ist ein enormer Gewinn. Es gibt hier keine Hektik, keinen Stress. Die Zeit, die ich für die jeweilige Kundin einplane, kann ich ihr auch geben. Das ist ein ganz anderes Verhältnis – nicht nur was das Arbeiten betrifft. Man führt auch andere Gespräche, alles ist persönlicher und privater, fast wie ein Besuch zu Hause.

 

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Cala: So fühlt man sich ja auch beinahe – als ob man zu dir nach Hause kommt.

Oliver: So soll es auch sein. Mein erster Impuls, als ich beschlossen hatte, mich zu verändern war, dass es mir am liebsten wäre, die Kunden kämen zu mir nach Hause.
Ich hatte keine Lust mehr auf „Friseursalon“. Dieses typische Tür-Auf-Tür-Zu-Tagegeschäft wollte ich nicht mehr.

Cala: Hättest du dir das denn wirklich vorstellen können? Die Kunden bei dir zu Hause zu empfangen?

Oliver: Ja, im Prinzip schon, das hätte ich tatsächlich gerne gemacht, das war aber nicht umsetzbar. Allein schon, weil meine Privaträume ja keine Gewerberäume sind. Aber dieses Lebensgefühl wollte ich auf jeden Fall realisieren. Deshalb habe ich hier in der Egenolffstraße auch ganz konsequent und authentisch die Philosophie umgesetzt, die ich auch selber lebe – keine Klatsch- und Tratsch-Zeitschriften, alles Bio von den Pflegeprodukten bis zu den Putzmitteln, vegane Produkte, wenig oder keinen Verpackungsmüll zu produzieren usw. – eben ein System, das ökologisch nachhaltig ist.

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Cala: Das klingt  fast zu schön um wahr zu sein.

Oliver: Ist es aber. Für alles was wir machen, suchen wir immer den schönsten Weg, übrigens auch beim Färben. Unsere Produkte sind allesamt organisch, biologisch – auch die Kosmetik ist giftfrei.

Cala: Apropos Farbe – das ist ja eine typische Frisördienstleistung. Wie ist deine Philosophie?

Oliver: Chemische Veränderungen sollen nicht nach Farbe aussehen sondern absolut natürlich sein. Natürlichkeit ist mir überhaupt sehr wichtig.

Cala: Und neben dem klassischen Angebot verkaufst du ja im Salon auch Accessoires – was hat es damit auf sich?

Oliver: Ich möchte meinen Kundinnen gerne auch Persönliches nahebringen, z.B. spezielle Schmuckstücke – ich finde, zu einer schönen Frisur gehört ein schöner Ohrring. Natürlich schaue ich hier auch immer ganz gezielt, was ich meinen Kundinnen anbieten kann. Was ist international interessant? Welcher Schmuckdesigner ist gerade besonders gefragt? Das sind immer ausgesuchte Besonderheiten von kleinen und großen Labels – das kann ein Schmuckstück von Dior genauso sein wie jeder andere hochwertige Designer mit Rang und Namen, oder auch angesagte kleinere Labels. Mit den Schmuckstücken hole ich mir immer auch ein bisschen Fashion in den Salon.

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Cala: Und wer ist deine typische Kundin?

Oliver: Die Kundin, die zu mir in den Salon kommt, ist eine Frau, die Wert legt auf gepflegte Haare, ein Frau, die einen Anspruch an ihr Äußeres hat. Zu mir kommen auch Kundinnen, die die Salonhektik nicht wollen, sondern runterkommen möchten, sich gezielt eine Auszeit, einen kleinen Urlaub gönnen wollen. Sie sitzen hier bei einem schönen Tee mit einem veganem Cupcake, nehmen sich Zeit für sich.

Cala: Alles hier ist von Schönheit und Ästhetik geprägt. Gibt es für dich so etwas wie eine Definition von Schönheit? Wann ist eine Frau in deinen Augen schön?

Oliver: Eine schöne Frau ist eine Frau, die auf sich achtet, die gepflegt ist. Es ist nicht wichtig, dass jemand modisch ist, aber ich will sehen, dass jemand Wert auf sein Äußeres legt. Sicherlich sagt man zu Recht, dass Schönheit von innen kommt, aber wenn es außen total chaotisch aussieht, kann man von der inneren Schönheit oft auch nicht viel erkennen… Ich mag es auch, wenn jemand Lebensfreude ausstrahlt – das kann schon ein auffälliger Lippenstift sein, der die Persönlichkeit unterstreicht. Ich finde selbstbewusste Frauen schön, man muss sich nicht hinter seiner Persönlichkeit verkriechen. Schönheit selbst ist ja immer sehr subjektiv. Ich persönlich z.B. liebe lange Haare, sie sind für mich ein Ausdruck von Weiblichkeit – was aber nicht bedeutet, dass eine Frau mit Kurzhaarschnitt automatisch an Weiblichkeit verliert – ganz im Gegenteil.

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Cala: Das ist ein spannendes Thema denn die Frage nach dem richtigen Haarschnitt und der richtigen Haarlänge beschäftigt ja viele Frauen sehr… Wie berät man da richtig?

Oliver: Ich habe ein gutes Gespür dafür, was zu jemandem passt. Es kann sein, dass eine Kundin mit langen Haaren kommt und ich sehe sie mit einer Kurzhaarfrisur, weil vielleicht ihre Persönlichkeit damit viel besser zum Ausdruck kommt. Trotzdem darf dieses persönliche Gefühl natürlich niemals die Beratung dominieren. Ich sage, was ich denke, aber ich höre auch zu, denn am wichtigsten ist es ja, dass die Kundin sich in ihrer Persönlichkeit bestätigt fühlt. Was ich in ihr sehe, kann spannend und hilfreich sein, aber es ist letztendlich nicht ausschlaggebend.

Cala: Kommt es denn vor, dass eine Kundin sich spontan zu einem radikalen Typwechsel entscheidet?

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Oliver: Auf jeden Fall. Ich hatte mal eine Kundin, die hatte wunderschöne braune dicke Haare, den ganzen Rücken herunter – Haare, wie sie sich jeder wünscht. Es kam dazu, dass wir darüber sprachen, die Haare farblich zu behandeln und sie blätterte ein bisschen in Zeitschriften. Plötzlich schlug sie eine Kurzhaarfrisur auf. Ich beobachtete das und sprach sie an, weil ich das Gefühl hatte, das wäre jetzt genau das richtige. Sie zögerte keine drei Sekunden und sagte „Wieso nicht?“ Wir haben uns beide drauf eingelassen und das Ergebnis war so der Wahnsinn, dass die Kundin später richtig selbstverliebt vor dem Spiegel stand. Als sie wiederkam, berichtete sie, dass sie eine unglaubliche Freude an ihrer neuen Frisur und sich selbst habe, überall Komplimente bekomme. Sie hat sich selber wieder neu entdeckt, trägt Kleider, von denen sie nie gedacht hätte, dass das passt. Tatsächlich kann eine Kurzhaarfrisur die Weiblichkeit sehr stark unterstreichen.

Cala: So was ist aber sicherlich für dich auch immer ein Wagnis, oder?

Oliver: Nein. Nach so viel Praxis, weiß ich sehr genau, was ich tue – die Zeiten, in denen ich dann Herzklopfen bekam, sind eindeutig vorbei. Außerdem höre ich nie auf, bevor das Ergebnis nicht wirklich perfekt ist. Ich vertraue mir da blind.

Cala: Niemals Zweifel?

Oliver: Nein, ich zweifle an solchen Entscheidungen wirklich gar nicht mehr. Dazu bin ich mir inzwischen viel zu sicher, in dem, was ich tue. Selbstverständlich arbeitet man immer mit Feingefühl – denn die Kundin muss sich selber erkennen und mögen, es geht ja nicht darum, dass sie mir gefällt. Aber auch diesbezüglich bin ich sehr selbstbewusst geworden und vertraue mir da so, dass ich mir sicher bin. Und mehr noch – ich denke, dass sich auch meine Kundinnen auf mein Gespür absolut verlassen können.

Cala: Kommen denn auch Männer in den Salon?

Oliver: Ja, aber nur ganz wenige. Hauptsächlich sind unseren Kundinnen weiblich.

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Cala: Ich würde gerne noch mal auf deinen beruflichen Werdegang zurückkommen, denn das ist ja eine sehr spannende Geschichte. Erzählst du deine persönliche Entwicklung bis hierher? Magst du über die Vergangenheit überhaupt sprechen?

Oliver: Damit habe ich gar kein Problem. Alles fing damit an, das ich durch einen Zufall im Frisör-Beruf gelandet bin. Eigentlich wollte ich eine Ausbildung als Dekorateur machen, das hat sich aber aus verschiedenen Gründen zerschlagen. Eine sehr gute Freundin hat mich dann überredet, mit ihr zusammen eine Ausbildung in einem Frisörsalon zu machen. So fing das alles an. Die Ausbildung dort habe ich dann allerdings abgebrochen und bin zu meiner Tante gegangen, die selbständige Frisörin war und einen Salon in Bad Vilbel hatte. Dort habe ich meine Ausbildung abgeschlossen. Diese Tante hatte einen zweiten Salon in Frankfurt, in den ich nach der Ausbildung versetzt wurde und den ich aus privaten Gründen dann schon mit 20 übernommen habe. Ich bin also schon seit 25 Jahren selbstständig.

Cala: Dann kennst du also das Gefühl auch gar nicht, irgendwo angestellt zu sein?

Oliver: Nein, überhaupt nicht. Ich war immer mein eigener Herr. Im Frankfurter Salon habe ich dann auch relativ schnell das alte Team verabschiedet und ein neues zusammengestellt. 10 Jahre blieb ich an diesem Standort, dann war ich der Meinung, dass wir inzwischen zu speziell und zu gut waren, um weiter in der hinteren Reihe zu arbeiten. Ich fand, dass wir gesehen werden mussten. Es folgte der Umzug auf die Berger Straße und von dort ging die Reise weiter. Als mir eine Kundin anbot, mit ihr zusammenzuarbeiten, um ein großes Konzept im Holzhausenviertel zu realisieren, wollte ich erst nicht. Dann konnte ich aber nicht widerstehen – die Idee war einfach zu verlockend. Es ging um ein ganz großes Haus – auf 800 Quadratmetern fand man alles unter einem Dach, was das Herz begehrt – Kosmetik, Massage, Beauty, Friseur, Ayurveda, Maniküre, Pediküre usw. – das ganze war praktisch ein wie ein Day-Spa, etwas, das es zu dieser Zeit – wir reden vom Jahr 2000 – in Deutschland so eigentlich noch gar nicht gab. Und mit diesem Konzept sind wir schließlich gemeinsam in eine Seitenstraße der Goethestraße umgezogen. Da hatte sich dann sozusagen der Kreis geschlossen, mein Traum hatte sich erfüllt.

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Cala: Was ist passiert, dass du das aufgegeben hast?

Oliver: Ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Heute sage ich immer: Man muss aufpassen, was man sich wünscht – es ist gar nicht immer ist das richtige für einen…

Cala: Wie meinst du das genau?

Oliver: Naja, meine berufliche Entwicklung war ja wirklich genau so, wie ich es mir immer erträumt hatte. Ich kann also nicht behaupten, dass ich nicht das bekommen hätte, was ich mir gewünscht habe. Umso schlimmer war es, dass ich ganz schnell merkte, dass das nicht die Art ist, wie ich arbeiten will – der schöne Schein macht einen nicht glücklich. Die Kundinnen waren glücklich – ich nicht.

Cala: Aber steckte in dem Konzept nicht auch sehr viel Herzblut?

Oliver: Ja natürlich. Und es war auch sehr, sehr viel Geld investiert worden, das darf man auch nicht vergessen. Die Villa war komplett im Stil der 30er Jahre eingerichtet mit schwarzen Klavierlacktischen, Trompe-l’Oeil-Tapeten, schwarzem Teppich auf der Holztreppe und so weiter – wir wollten die besten und teuersten in ganz Deutschland sein. Allein die Maniküre kostete schon 45,00 €.

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Cala: Und was genau hat dich dort so unglücklich gemacht?

Ich habe z.B. festgestellt, dass mir die Kosmetikwelt nicht liegt – das war mir alles zu klinisch. Ab der 2. Etage kam ich mir vor, als würde ich in einem Krankenhaus arbeiten. Dann habe ich mich auch in der Rolle des Großunternehmers überhaupt nicht wiedergefunden, der vor allem die Personalführung macht. Es war dann nicht nur so, dass es mir keinen Spaß machte, ich fühlte mich auch irgendwann schlichtweg überfordert. Plötzlich ging es nicht mehr darum, wie man kreativ arbeitet, sondern vor allem darum, welche Umsätze man macht. Am Ende jedes Monats zu sehen, wie schwierig es ist, das Konzept zu halten, fand ich extrem demotivierend. Ganz abgesehen davon, dass ich plötzlich alles nur noch als Stress empfand – selbst das Dekorieren des ganzen Hauses mit Blumen, was ich sonst eigentlich so gerne gemacht hatte, stresste mich irgendwann nur noch. Wir hatten unendlich viele Baustellen in einem Haus. Um das alles zu bewältigen, hätte ich ausschließlich als Geschäftsführer arbeiten müssen, aber nicht mehr am Kunden. Andererseits musste ich auch Umsätze machen, der Erfolg des Hauses hing ja auch an meiner Person. Die Kundinnen wollten von mir bedient werden, nicht von irgendwem.

Cala: So gesehen hört sich das wirklich eher nach einem Albtraum an…

Oliver: Ja, so war es auch. Plötzlich kämpfte ich an allen Fronten. Die Verlockung mit meinen Beruf viel Geld zu verdienen war wirklich sehr groß, was mir aber überhaupt nicht gefiel, war die Tatsache, dass das Geldverdienen dann irgendwann auch an erster Stelle stand – und das bin ich nicht. Es ging auch überhaupt nicht mehr um den Menschen, sondern nur noch um das Konzept selbst, darum, die Idee am Laufen zu halten.

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Cala: Bereust du also heute, dass du diesen Schritt gegangen bist?

Oliver: Oh, so würde ich das nicht sagen. Für meine persönliche Entwicklung war das eine ganz wichtige Zeit. Was auch toll war, waren die Reisen, das war wenigstens etwas, was richtig Spaß gemacht hat. Schade fand ich, dass nicht wirklich Zeit blieb, die Dinge gründlich zu reflektieren.

Cala: Könntest du dir denn vorstellen, irgendwann wieder ein Projekt dieser Dimension anzugehen?

Oliver: Ich glaube nicht. Diesen gewaltigen Druck möchte ich nicht mehr. Ich brauche Freiheit und möchte nicht mehr gefangen sein in einem System. Im Moment ist mein Ziel eher, die schönen Räume hier noch mehr zu nutzen, z.B. durch private Dinner.
Mein Kopf ist voll mit kreativen Ideen und hier bin ich frei, sie umzusetzen. Ich kann  die Räume verändern, wenn ich will, kann mich jederzeit anders darstellen, wenn ich mich ausleben möchte. In diesen Räumen bin ich angekommen, das ist mein Zuhause. Und das meine ich nicht nur in beruflicher Hinsicht – hier bin auch bei mir selbst angekommen. Ganz abgesehen davon habe ich heute auch wieder eine Work-Life-Balance – und das war für mich ein ganz wichtiges Ziel.

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Cala: Das heißt, du hast dich durch den Laden auch selber verändert?

Oliver: Natürlich und das war ja auch so gewollt. Ich bin viel gelassener und ruhiger geworden, weil ich dem Stress und der Hektik nicht mehr ausgesetzt bin. Ich habe den Vormittag für mich, bin ab 12 entspannt im Laden. Ich möchte nicht mehr dieses gewaltige Hamsterrad drehen müssen. Beruf und Arbeit ist nicht alles, ich gebe alles in der Zeit, in der ich hier bin, aber meine Freizeit ist mir auch wichtig. Ich habe gelernt, nein zu sagen, wenn es für mich besser ist. Ich habe verstanden, dass ein Nein auch ein angenehmes Ja sein kann. Heute steht der Spaß an der Arbeit für mich an allererster Stelle

Nach den 5 Jahren, in denen ich jetzt hier bin, bin ich glücklicher als je zuvor.
Außerdem habe ich ja unbewusst eine Nische besetzt. Ich freue mich sehr, dass immer mehr Kundinnen kommen, die aus Überzeugung vegan leben und einen passenden Frisör suchen. Sie wissen die Art, wie wir arbeiten, ganz besonders zu schätzen.

 

Info:
Oliver Scheuermann Frisuren
Egenolffstraße 38
60316 Frankfurt am Main
tel: 0152-54 76 25 16
www.oliverscheuermann.de

Ein Haarschnitt bei Oliver Scheuermann kostet 95 €, Farbe gibt es ab 60 €.
Für einen Crashkurs Haare föhnen & Hochstecken bezahlt man pro Stunde 95 €. Neukunden sind immer willkommen – Oliver hält immer Kapazitäten für neue Kundinnen frei. Termine werden jedoch nur nach telefonischer Vereinbarung vergeben.

Übrigens: Am 29. Juli und 12. August sind wir mit Cala kocht im Salon von Oliver Scheuermann zu Gast. Wir reichen Fingerfood und zeigen eine Auswahl unserer Produkte. Wer Interesse hat zu kommen, mailt bitte an info@cala-kocht.de.

(c) Text & Fotos: Carmen-Daniela Leuschen für Cala kocht, Juli 2016

 

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Vegane Quiche mit Tomaten und Frühlingszwiebeln

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Ich sage es ja immer wieder: oft entdeckt man die schönsten Rezepte ganz unverhofft und meisten ist das bei mir der Fall, wenn ich irgendwelche Reste verwerte.

Für unseren Stammtisch am Samstag (hier) hatte ich eigentlich einen Käsekuchen geplant, bekam dann aber auf dem Markt so wunderbares Obst – herrliche Kirschen und Aprikosen… -, dass ich mich spontan entschlossen habe, lieber zwei Obstkuchen zu machen.

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So war der Seidentofu überflüssig geworden und wollte anderweitig verarbeitet werden. Außerdem hatte ich noch ein paar Frühlingszwiebeln im Haus und ein paar wunderbar aromatische Tomaten. Ich habe dann ein Quiche-Rezept gefunden und (leicht abgewandelt) ausprobiert, das wohl ursprünglich von Taifun-Tofu stammt (hier) und in mehreren Versionen im Internet kursiert. Ich habe die Quiche ohne Kräuter und mit frischem Kurkuma gemacht, den ich zufällig da hatte. Außerdem habe ich den Teigboden ganz dünn gemacht, um Mehl und Fett zu sparen, und deshalb nur die Hälfte der angegebenen Teigmenge zubereitet. Wir waren vom Ergebnis total begeistert.

Taifuns Tofu-Quiche – Calas Version

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Zutaten

für den Teig
160 g (Vollkorn-)Weizenmehl
75g Alsan (vegane Margarine)
40 ml Wasser
1/4 TL Meersalz

für den Belag
200-300g Tomaten (möglichst reif und aromatisch, Cherry-Tomaten oder kleine Strauch-Tomaten sind ideal)
4-5 Frühlingszwiebeln

für die Tofu-Creme
400g Seidentofu
ca. 1 cm von einem daumendicken Stück Kurkuma
Muskat
schwarzer Pfeffer (beides frisch gemahlen)
2 EL Olivenöl
etwas Kala Namak (alternativ ein anderes Speisesalz)
2 EL Speisestärke oder sehr feines weißes Mehl (ich verwende unseren Weizendunst)

Zubereitung
1. Die Zutaten für den Teig in eine Rührschüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten. Mit einem Tuch abdecken oder in ein WECK-Glas geben und etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank kalt stellen (wichtig!).

2. Für den Quiche-Belag die Tomaten waschen und in feine Spalten schneiden (Cherrytomaten achteln). Die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe schneiden.

3. Für die Tofu-Creme den Seidentofu in ein hohes Mix-Gefäß oder einen Blender geben. Kurkuma schälen, reiben und zum Tofu geben. Olivenöl und Speisestärke hinzugeben. Mit Salz, etwas Muskatnuss und Pfeffer würzen. Alles zu einer feinen Creme pürieren.

4. Backofen auf 175 Grad vorheizen.

5. Den Quiche-Teig aus dem Kühlschrank nehmen und zwischen zwei Backpapierlagen dünn ausrollen. Obere Lage von Backpapier abziehen und den Teig auf der unteren Lage Backpapier in eine Quiche-Form geben (in diesem Video zeige ich das Prinzip). Überstehende Ränder und überflüssiges Papier ggf. abschneiden.

6. Die Tofucreme auf den Teig geben, dann die Tomaten und die Frühlingszwiebeln darauf verteilen.

7. Die Quiche auf der mittleren Schiene bei 175°C ca. 35-40 Minuten backen.

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Diese Quiche wird es jetzt sicherlich öfter bei uns geben. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, zusätzlich noch weiße Zwiebeln und eventuell auch etwas Räuchertofu unter die Tofumasse zu geben – überhaupt könnte ich mir vorstellen, dass das Rezept auch eine tolle Grundlage für einen veganen Zwiebelkuchen ist und werde das bestimmt ausprobieren.

Tipp: Ich habe gesehen, dass in einigen Rezepten die Quiche bei sehr viel höheren Temperaturen gebacken wird. Olivenöl sollte man jedoch grundsätzlich nie zu stark erhitzen. 175° reichen auf jeden Fall aus.

Viel Spaß beim Ausprobieren und
liebe Grüße
eure
Cala

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Feine Nuss-Linsen-„Lasagne“ mit selbstgemachtem Nudelteig

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An einem der Mai-Wochenenden hatten wir lieben Besuch von einer Schulfreundin und ich hatte Lust, mal wieder Nudeln selber zu machen. Dass klappte so gut und hat so lecker geschmeckt, dass ich mich in der Woche darauf entschlossen habe, noch ein bisschen damit zu erperimentieren und zu schauen, ob sich der Nudelteig auch ohne Nudelmaschine gut weiterverarbeiten lässt.

Herausgekommen ist diese schöne Nuss-Linsen-Lasagne, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das Rezept klingt sehr viel komplizierter, als es ist – letztendlich geht alles ganz leicht von der Hand, so dass das immernoch ein alltagstaugliches Gericht ist.

Den Nudeteig mache ich mit unserem Weizendunst und bin immer wieder begeistert, wie hervorragend die Mehle von der Hofbräuhaus Kunstmühle sind – ich habe noch nie mit so schönen Mehlen gearbeitet.

Nuss-Linsen-Lasagne

Zutaten (für 2 Portionen)

Nudelteig
200g doppelgriffiger Weizendunst (hier)
lauwarmes Wasser (ca. 110 ml)
eine Prise Salz

Linsen-Nuss-Füllung
ca. 100g Linsen (siehe Tipp unten)
eine große Hand voll Pecannüsse
2-3 Esslöffel Alsan (vegane Margarine)
2-3 Esslöffel Mandelmehl
ca. 200ml Gemüsebrühe
etwas Zitronensaft
Hefeflocken
Salz, Pfeffer

zum Servieren: sehr gutes kaltgepresstes Olivenöl

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Zubereitung

1. Mehl in die Schüssel des Rührgerätes geben, langsam Wasser zugeben und kneten, bis ein geschmeidiger, ganz glatter Teig entsteht – ich knete den Teig ganz lang und langsam.
Den Teig mindestens 1 Stunde abgedeckt den Kühlschrank stellen.

2. Inzwischen die Linsen kochen und die Pekannüsse hacken.

3. Mit Alsan und Mandelmehl eine sog. „Mehlschwitze“ machen:
Alsan in einem Topf schmelzen, Mandelmehl hinzugeben und leicht (!) anbraten. Gemüsebrühe langsam dazugeben und mit einem Schneebesen schnell verrühren, so dass ein dicke, sämige Sauce (möglichst ohne Klümpchen) entsteht. Mit Hefeflocken, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Linsen und Pekannüsse dazugeben und nochmals abschmecken. Die Masse warmhalten (oder vor dem Servieren noch mal leicht erwärmen).

4. Den Nudelteig zwischen zwei Backpapierlagen so dünn wie möglich ausrollen (siehe Videoanleitung hier). Kreise ausstechen (Durchmesser ca. 8-10 cm).

5. Einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen. Nudeln vorsichtig ins kochende Wasser geben. Hitze reduzieren und die Nudeln kochen – je nach Dicke dauert das 6-10 Minuten.

6. Anrichten: Ein oder zwei Nudelplatten auf einen Teller geben, Füllung drauf verteilen, und wieder mit einer Nudelschicht abdecken.

7. Üppig mit Olivenöl begießen und ggf. mit Pekannusshälfen garnieren

Mein Tipp:
Verwende für die Lasagne keine Linsen, die beim Kochen schnell verfallen (z.B. gelbe oder rote Linsen), sondern wähle eine Sorte, die etwas bissfester bleibt (z.B. Berglinsen). Ich benutze für solche Gerichte immer unsere schönen Linsen aus der Toskana (hier), weil sie ein wunderbares, leicht nussige Aroma und eine sehr schöne Konsistenz haben.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Liebe Grüße

Cala

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