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Sauerteig ist eine Diva… oder: Glück erreicht man manchmal auch über Umwege

Im letzen Post habe ich euch das wunderbare Buch “Sauerteig” von Martina Goernemann  vorgestellt (hier). Und ich habe euch berichtet, dass das Buch schon nach den ersten Seiten eine solche Lust auf ein selbstgebackenes Brot in mir geweckt hat, dass ich direkt meinen ersten Sauerteigstarter angesetzt haben. Wie es mir dabei ergangen ist und welche Tipps ich dir für dein selbstgebakenes Sauerteigbrot geben kann, liest du hier. Außerdem bekommst du mein persönliches Brot-Rezept, das ich mir aus mehreren Anleitungen und meiner eigenen Erfahrung zusammengestellt habe.

Eigentlich müsste ich meine Liebe zum Brot ein bisschen einschränken, denn eigentlich gilt meine Liebe explizit dem reinen Roggen-Sauerteigbrot. Der Geschmack einer Scheibe guten Roggen-Sauerteigbrotes mit frischer Butter macht mich einfach selig…

Kaum hatte ich deshalb die ersten Seiten im Sauerteig-Buch gelesen, juckte es mich gewaltig in den Fingern: nach der Anleitung auf S. 11 stand schon am Abend mein erster Ansatz für einen Roggensauerteig-Starter in der Küche – ganz ohne Fertigmischung oder Backtriebmittel, nur mit Mehl und Wasser. Denn ein “echtes” Sauerteigbrot, braucht wirklich nur vier Dinge: ein gutes Mehl (!), Wasser, Salz und eine große Portion Geduld.

Zuerst habe ich sehr wenig Hoffnung, dass aus dem Teiggemisch etwas werden kann. Skeptisch lüpfe ich während der ersten 24 Stunden immer mal wieder das Tuch und beäuge die Mischung.

Am Morgen des zweiten Tages erwartet mich dann eine wunderbare Überraschung:
Die Küche war nachts realtiv warm und mein Sauerteig, begrüßt mich sehr aktiv mit einer Fülle wunderbarer Bläschen. Ich bin ganz glücklich und sooo gespannt darauf, wie es  weitergeht. Ordnungsgemäß und nach Rezept wird er am Abend wieder gefüttert. Als homogene Masse plumpst er platschend in ein frisches Glas. Das soll bestimmt so sein, denke ich – und habe trotzdem ein ungutes Gefühl…

Mein Sauerteig ist eine Diva.

Voller Erwartung aber auch mit bösen Vorahnungen stehe ich am dritten Tag auf und finde meinen Sauerteig genauso vor, wie ich ihn am Abend verlassen habe – es hat sich nichts bewegt, keine Bläschen, kein Aufplustern, keine Spur von Leben. Geahnt habe ich das, denn die Küche war wesentlich kälter als am Abend zuvor und Wärme scheint der Sauerteig wirklich gerne zu mögen.

Kurzerhand kommt er deshalb in den Ofen, bei dem ich aber nur die Beleuchtung einschalte.
Im Sauerteig-Buch habe ich gelesen, dass dies die meisten Öfen auf eine Temperatur von 28° bringe – optimal also für den Sauerteigstarter, der Temperaturen zwischen 20° und 35° angeblich besonders gerne mag. Tatsächlich erholt sich mein Starter ein bisschen (finde ich) und als es gegen Mittag wieder deutlich wärmer in der Küche ist, befreie ich ihn aus dem Ofen, rühre ihn einmal durch und stelle ihn zurück an seinen gewohnten Platz. Jetzt heißt es Daumen drücken. Den Nachmittag darf er draußen in der Sonne verbringen – jede Wärme ist mir sehr willkommen.

Trotzdem kommt bis zum Abend nicht viel in Gang und ich beschließe, den vierten Tag noch anzuhängen und abzuwarten. Ich gebe alles, was von ihm übrig ist in eine Schüssel, gebe 100g Mehl und 100g Wasser dazu, rühre gut durch, fülle alles in ein frisches Glas und weil der Ofen vom Abendessen noch warm ist, darf der Sauerteig die Nacht dort verbringen.

Allerdings habe ich mit Konsequenzen gedroht: wenn sich bis morgen nichts tut, fange ich von vorne an. Zwischnedurch fragt mich Boris übrigens, ob Frau Goernemann eigentlich auch mit ihrem Sauerteig spricht… Tut sie. Und ich glaube nur deshalb tue ich es auch…

Der nächste Morgen ist grausam, denn ich muss schweren Herzens meinen Sauerteigstarter entsorgen. Ich spüre deutlich: das wird nichts mehr. Ich setze – ein bisschen entmutigt – einen zweiten an und bin vorgewarnt: so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe, ist die Sache nicht…

Starter 2 startet an einem warmen Tag, plustert sich sofort auf und wirft rasch Bläschen, das ist schon mal sehr vertrauenerweckend. Ich bin glücklich aber sehr viel weniger optimistisch als beim ersten Versuch. Ich habe inzwischen – parallel zu meiner Lektüre im Sauerteig-Buch – ein bisschen im Internet recherchiert und entscheide mich diesmal für ein Keramikgefäß, das ich mit warmem Wasser anwärme, bevor es losgeht. Und beim täglichen “Füttern” erwärme ich auch das Wasser leicht und wiege wieder sehr genau ab. Außerdem verwende ich den gesamten Teig vom Vortag, selbst wenn er mehr als 100g wiegt.

Sauerteig-Starter II lehrt mich, wie ein kräftiger Sarter aussehen muss – es ist nicht mir meinem ersten zu vergleichen. Starter II strotzt nur so vor Leben und ist schon am Ende von Tag drei so was von “reif”, dass es losgehen kann. Ich verzichte auf einen vierten Tag und lege mit dem mehrstufigen Backprozess los.

Da im Buch leider kein Rezept für ein 100% Roggen-Sauerteig-Brot angegeben ist, krame ich alte Aufzeichnugnen von mir aus. Ich hatte nämlich schon mal so eine “Brot-Back-Phase”, damals allerdings mit einem Sauerteigstarter als dem Laden.

Das Ergebnis ist überwältigend lecker, ich kann es gar nicht fassen. Selbst Boris, der explizit keine Sauerteigbrote mag, ist total begeistert und verpflichtet mich dafür zu sorgen, dass künftig “dieses Brot immer im Haus ist”. Was für ein schönes Kompliment…

Mein mehrstufiges Roggen-Sauerteigbrot backe ich seitdem nach folgendem Rezept:

Zutaten
Sauerteig-Starter (angesetzt nach dem Rezept aus dem Buch wie oben beschrieben)
ca. 500g demeter Roggenvollkornmehl
2 kleine Teelöffel Salz

Schritt 1:
3-4 große Löffel (= gehäufte Esslöffel) Sauerteig-Starter mit 150g Roggenvollkornmehl und 150 ml lauwarmen Wasser mischen (vorsichtig verrühren, bis eine einheitliche Konsistenz entsteht, nicht kneten). Ruhezeit: ca. 5-6 Stunden

Schritt 2:
50g Roggenvollkornmehl, ca. 75 ml lauwarmes Wasser und 1 kleinen Teelöffel Salz hinzufügen (wieder vorsichtig verrühren, bis eine einheitliche Konsistenz entsteht, nicht kneten).
Ruhezeit: ca. 12-15 Stunden (siehe Tipps)

Schritt 3:
150g Roggenvollkornmehl, ca. 25-50 ml lauwarmes Wasser und wieder 1 kleinen Teelöffel Salz hinzufügen (wieder vorsichtig verrühren, bis eine einheitliche Konsistenz entsteht, nicht kneten, Wasser nach Bedarf verwenden, so dass der Teig nicht zu fest wird – siehe Tipps).
Ruhezeit: ca. 5-6 Stunden (siehe Tipps)

Schritt 4 – der letzte Schritt vorm Backen:
100g Roggenvollkornmehl in eine große flache Schüssel, auf ein großes Brett oder auf eine saubere Arbeitsplatte geben, den Teig darauf geben und mit einem großen Teigschaber so “falten”, dass man von unten her das Mehl komplett in den Teig einarbeitet ohne zu kneten.
Ein Gärkörbchen (zu Not kann man auch einen anderen Korb aus unbehandelter Naturfaser oder eine Schüssel verwenden) mit einem sauberen Leintuch ausschlagen. Das Leintuch leicht bemehlen und den Teig hineingeben.
Ruhezeit: ca. 2-3 Stunden (siehe Tipps)

Schritt 5 – Backen
Ofen auf 250° vorheizen (Ober- und Unterhitze). Dabei einen schweren, gusseisernen Topf mit erhitzen (wichtig!). Laib aus dem Gärkörbchen vorsichtig auf ein Backpapier “stülpen” (die Seite, die im Gärkörbchen unten war, liegt beim Backen oben). Mit einem Zahnstocher mehrfach einstechen.

Sobald der Ofen 250° erreicht hat, Topf aus dem Ofen nehmen, Brot mit Hilfe des Backpapiers in den Topf geben, Deckel aufsetzen und in den Ofen stellen. Gleichzeitig schon eine Schale mit Wasser auf den Boden des Ofens stellen. Brot zunächst bei 250° 20 Minuten bei geschlossenem Deckel backcn, dann die Hitze auf 200° reduzieren und weitere 10 Minuten backen. Schließlich den Deckel abnehmen und das Brot weitere 30 Minuten backen. Danach per “Klopfprobe” schauen, ob das Brot fertig ist: Dazu das Brot mit einem Tuch aus dem Topf heben (Vorsicht: sehr heiß!) und mit dem Knöchel des Zeigefingers auf die Unterseite des Brotes klopfen – wenn sich das dumpf anhört, ist das Brot fertig.

Meine Tipps und Erfahrungen:
– Mein Sauerteig ist eher feucht, was das Brot schön saftig und großporig macht.
– das verwendete Mehl hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität und den Geschmack des Brotes. Ich verwende ein demeter-Rogggenmehl aus einem Hofladen in der Nähe und habe ebenfalls gute Erfahrungen mit frisch gemahlenem Bio-Roggenmehl (eigene Züchtugnen, alte Sorten) gemacht. Hingegen hatte ich übdrhaupt keine guten Resultate mit einfachen abgepackten Mehlen aus dem Bio-Supermarkt.
– Ich verwende keine Maschine zum Kneten, weil ich eher “rühre und falte” statt zu kneten, das mag der Teig offenbar lieber.
– Bei der Ruhezeit auf folgende Regel achten, die ich aus den Informationen aus dem Buch abgeleitet habe, und die sich bei mir sehr bewährt hat: der Teig sollte weiterverarbeitet werden, wenn er seine größte Ausdehnung im jeweiligen Schritt erreicht hat. Er fängt dann wieder an zusammenzufallen, weil er “Futter” braucht und das ist kontraproduktiv. Man entwickelt irgendwann ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt…
– ich verwende weder Plastik- noch Edelstahl-Schüsseln, während der Teig reift, sondern ausschließlich Keramikschüsseln und ich decke die Schüsseln immer mit einem feuchten Leinentuch ab (auch hier lauwarmes Wasser verwenden).
– Im 2. Schritt kannst du – neben dem Salz – nach Belieben auch andere Gewürze hinzufügen, z.B. Brotgewürz, Koriander oder Kümmel.
– Die Backzeit von insgesamt 1 Stunde reicht bei mir immer aus, bezieht sich aber auf das verwendetet Mehl, die verwendeten Mengen und die angegebenen Temperatueen. Wenn du etwas veränderst, kann es sein, dass dein Brot länger oder kürzer backen muss, probier es per Klopfprobe aus.

Falls du – wie ich – deinen eigenen Sauerteigstarter ansetzen möchtest, auch hierzu noch ein paar Tipps von mir:

– setze den Sauerteigstarter in einem mit warmem Wasser angewärmten Keramkgefäß an
– verwende, wenn du den Starter fütterst, lauwarmes Wasser, nicht kaltes
– sorge dafür, dass der Raum, in dem der Starter steht, warm genug ist und dass der Starter keine Zugluft bekomt.
– nicht jedes Mehl funktiniert gleich – notfalls sind mehrer Anläufe nötig. Wen ndu einmal einne kräftigen Starter angesetzt hast, soger dafür, dass du ihn immer weiter vermehrst.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Experimentieren und freue mich sehr auf eure Kommentare.
Wenn du magst, poste sehr gerne ein Foto von deinem Brot!

Viele liebe Güße
Cala

 

Wie sich das Glück in 4 Tagen vermehrt (Buchvorstellung)

Dieser Beitrag wurde unterstützt vom DVA-Verlag und enthält Werbung für das Buch “Sauerteig” von Martina Goernemann.

Als die Pressemitteilung für dieses Buch kam, wusste ich:
Das ist genau meins, dieses Buch muss ich mir ansehen. Ich liebe Brot und ich liebe es, Brot zu backen. Und erst recht liebe ich Sauerteig. Sauerteigbrot ist kulinarisch in meinen Augen überhaupt eines des schönsten Lebensmittel, die es gibt…

Als Ernährungsberaterin sehe ich das Thema Getreide natürlich kritisch. Wer Probleme mit dem Darm hat, sollte da auch ganz genau hinschauen. Trotzdem überzeugt mich ein genereller Verzicht auf Getreide auch nicht – es sei denn natürlich, jemand hat eine nachweisbare Unverträglichkeit (Zöliakie).

Ein Übermaß an Getreide kann allerdings tatsächlich eine Belastung werden und ich mache selber deshalb regelmäßig konsequent getreidefreie Phasen und pflege meinen Darm. Auf diese Weise bleiben Getreide und Brot etwas Besonderes für mich und umso mehr, weiß ich es zu schätzen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass immer mehr Stimmen laut werden mit der Vermutung, dass vielleicht gar nicht das Getreide selbst das Problem ist, sondern a) die wahnwizigen Mengen, die wir davon essen und b) unsere modernen Verarbeitungsweisen. Dazu kommt aber leider auch das geschwächte Darmmilleu, das ganz viele Menschen heute plagt, das ist ein großes Thema in meiner Beratung.

Ein mehrstufiges Sauerteigbrot jedenfalls, das aus nichts anderem besteht, als aus Mehl bester Qualität und Wasser, ist sowohl geschmacklich als auch qualitativ ein ganz anderes Lebensmittel als das industriell gefertigte “Husch-Husch-Brot” mit jeder Menge Zusatzstoffe und Backtriebmitteln, das es heute überall zu kaufen gibt. Wir haben auch hier – wie in so vielen Bereichen – verlernt, Geduld zu haben und das hat seinen Preis.

Ein echtes Sauerteigbrot – ein gutes Sauerteigbrot – braucht Zeit und Geduld und ganz viel Liebe.

Zutaten, die aus vielen Küchen heute leider verschwunden sind.

Umso schöner, wenn solche Traditionen wieder aufleben und dafür sind Werke wie dieses natürlich geradezu prädestiniert.

Deshalb jetzt unbedingt zurück  zu dem großartigen Buch von Martina Goernemann. Die Autorin macht sich mit ihrem Sauerteigstarter, den sie liebevoll “VITUS” nennt, auf die Reise. Sie trifft überall auf der Welt Menschen, die sich – aus unterschiedlichen Gründen – privat oder beruflich mit Sauerteig(brot) beschäftigen.
Die Autorin erzählt deren Geschichten, während sie gemeinsam mit ihnen Brot backt, sich die jeweiligen Lieblings-Rezepte zeigen lässt und Erfahrungen austauscht.

Entstanden ist ein spannendes, kurzweiliges, teilweise sehr berührendes und wunderschönes Buch – ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und las es in wenigen Tagen buchstäblich von A bis Z. Nicht das kleinste Fitzelchen wollte ich mir entgehen lassen…

Die Autorin Martina Goernemann | Foto: Barbara Simon (c) DVA Verlag

Wer ein Backbuch erwartet, ist hier falsch. Trotzdem fließen die Anleitung für eine Fülle von Broten und sogar das Rezept für einen eigenen Sauerteigstarter mit ein – das Buch ist voller wertvoller Tipps und Ideen. Ganz zu schweigen natürlich von den schönen Geschichten, die hier gesammelt wurden und die von der Leidenschaft für gutes Brot und den Sauerteig erzählen.

Martina Goernemann ist Journalistin und Autorin. Sie bloggt täglich auf “Raumseele” (hier) und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht (das Sauerteig-Buch ist ihr siebtes). Die wunderschönen Fotos im Buch stammen von Barbara Simon.

Die Geschichten sind so unterschiedlich wie die Rezepte für gutes Brot. Karl De Smedt z.B. leitet die Sauerteig-Bibliothek in St. Veith und ist ein Experte für Sauerteige und Sauerteig-Starter. Vanessa Kimbell hat sich an ihre Kindheit erinnert und mit dem Sauerteig ein neues Leben angefangen, als sie dachte, nie mehr Brot essen zu können. Pablo Paluke hat durch das Brotbacken auf den richtigen Weg zurückgefunden und Oma Frieda gab die Leidenschaft für gutes Brot an ihre Tochter und die Enkelinnen weiter. Für viele wurde die Liebe zum Brot zu einer zweiten Chance – wie für John van den Broek, der mit der Liebe zum Brot auch die Liebe seiner Frau wiederfand. Diese und viele andere große und kleine Geschichten werden im Buch lebendig, Seite für Seite. Und alle verbindet diese großartige Leidenschaft für gutes Brot…

Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die Geschichte von Stefan Heins, der auf wunderbare Weise die Backstube des Klosters Wettenhausen und das Brot von Schwester Columba zu neuem Leben erweckt hat. Jetzt gibt es dank ihm im Kloster wieder regelmäßig Backtage. Oder die Geschichte von Dr. Barbara Elisi Carraciolo, die in der größten Erschöpfung ihrer akademischen Karriere den Rücken gekehrt hat und heute dabei ist, eine kleine Bäckerei mit Café zu eröffnen…

Dazu gibt es unendlich viele Tipps rund ums Brot – z.B. was man mit alten Mehlsäcken machen kann, wie man Brot aufhebt und dem Teig bei Gehen behilflich sein kann, wie wichtig richtiges Abwiegen ist und wann man seinem Bauchgefühl vertrauen kann, aber auch wie die schönen Symbole auf manche Brote kommen. Das Buch ist eine Fundgrube und auch dank der tollen Bilder eine Bereicherung für jede Koch- und Backbuchsammlung.

Das Buch macht nicht nur Lust auf Brot, es ist Futter für die Seele – darin zu blättern und zu lesen macht unendlich Spaß.

Vor allem aber juckte es mich umgehend in den Fingern, sobald ich die ersten Seiten gelesen hatte und ich setzte meinen eigenen Sauerteig-Starter an… Meine Erfahrungen habe ich dokumentiert und werde sie euch – um den Rahmen hier nicht zu sprengen – im nächsten Post ausführlich schildern. Vorab kann ich verraten: die Geduld mit dem Sauerteig zahlt sich wirklich aus. Schon lange hat es bei uns nicht mehr so wunderbar nach frischem Brot geduftet…

Martina Goernemann
Sauerteig – das Glück vermehrt sich in 4 Tagen
ISBN 978-3421040954
DVA-Verlag, 192 Seiten
29,95 €

…ausgelesen und (wieder) angefangen…

ausgelesen:
Taiye Selasi, “Diese Dinge geschehen nicht einfach so”

Ich gebe zu: der Stil ist nicht ganz meins. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und mit vielen Rückblenden erzählt – das ist mir oft zu durcheinander.
Trotzdem: Unterm Strich hat mich der Roman so sehr fasziniert, dass ich das Buch nicht weglegen konnte.

Es geht um eine Familiengeschichte, die in Afrika ihren Anfang nimmt und die Familienmitglieder schließlich in der ganzen Welt zerstreut. Die unterschiedlichen Facetten und Schicksalswendungen beieinflussen und prägen die einzelnen Familienmitglieder auf unterschiedliche Weise. Und wie es in Familien oft so ist: Kaum jemand weiß wirklich, was im anderen vorgeht. Wer risktiert es schon nachzufragen oder sich mitzuteilen, wenn Wegsehen (oder Weglaufen…) einfacher oder sicherer erscheint, vielleicht sogar der einzig denkbare Ausweg ist? Es mag die Angst vor dem Unerträglichen sein oder die immerwährende Furcht, selber missverstanden zu werden, die uns mitunter blind, taub und stumm macht.

Verstrickt in Liebe, Eifersucht, Schuld und Mischuld, Scham und Angst ist das eigene Handeln im “System Familie” ja immer auch wieder ein Ergebnis der dort gemachten Erfahrungen.
Nicht nur das eigene, auch das Leid des anderen kann schwer auszuhalten sein und manchmal erkennt man über das eigene Schicksal hinaus nicht einmal die Not des anderen.

Die präzise Beobachtung dieser innerfamiliären Verstickungen sind es, die – in meinen Augen –  die Faszination des Romanes ausmachen. Deshalb hat mich dieses Buch, das 2013 eines des meistbesprochenen Bücher überhaupt war (und das ich insofern mit großer “Verspätung” gelesen habe…), auch sehr bewegt.

Der Roman ist 2013 im Fischer-Verlag erscheinen und es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen ab 12 € beim Buchhändler deines Vertrauens. Falls du mein (gebrauchtes) Exemplar haben möchtest, schreib mir bitte – ich schicke es dir kostenlos gegen Übernahme der Versandkosten.

(wieder) angefangen:
Mein Kleiderschrankprojekt

Im Moment ist das Thema Minimalismus mal wieder sehr präsent bei mir (ich komme bestimmt noch öfter darauf zurück…). Vor allem mein übervoller Kleiderschrank beschäftigt mich von Zeit zu Zeit sehr.

Zu Weihnachten hatte ich mir das Buch “Das Kleiderschrankprojekt” (hier) gewünscht und habe dort sehr  wertvolle Anregungen gefunden. Vor allem habe ich verstanden, dass ich viele Kleidungsstücke besitze (besser “besaß”, denn ich bin jetzt schon einen deutlichen Schritt weiter…), die überhaupt nicht zu meinem Alltag pass(t)en. Erst wollte ich das gar nicht so richtig wahrhaben, habe aber meine “Hausaufgaben” in Form der vorgeschlagenen Übungen gemacht und festgestellt, dass da was dran ist. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr, dass viele Kleidungsstücke ungenutzt in meinem Kleiderschrank hingen, obwohl ich sie wirklich gerne mochte (und mich deshalb auch nicht von ihnen trennen konnte).

Ich habe die Anregungen aus dem Buch jedenfalls genutzt, um dem Inhalt meines Kleiderschrankes noch mal einer strengen Prüfung zu unterziehen, eine Struktur zu finden und endlich auszumisten. Ich bin erstaunt, wie viel das in Bewegung gebracht hat. Ich bin lange noch nicht fertig, aber es hat sich viel getan, das macht sich bemerkbar.

Parallel habe ich das Buch  “Einfach leben – ein Guide für einen Minimalistischen Lebensstil” (hier) regelrecht  “verschlungen”, das ich im letzten Jahr auf der Buchmesse entdeckt und mir jetzt – gebraucht 😉 – zugelegt habe. Es ist ein großartiges Sammel- (und Nachschlage-) Werk zum Thema Minimalimus mit unzähligen praktischen Tipps, vielen nützlichen Adressen und spannenden Geschichten, von Menschen, die mehr oder weniger umfangreich Minimalismus in ihrem Leben umsetzen.

Schon während der Lektüre habe ich mich mit neuem Elan wieder ans Ausmisten gemacht – bei uns hat sich über die Jahre wirklich elend viel angesammelt, teils eigene Sachen, teils aber auch Dinge, die wir von anderen übernommen haben, die keinen Platz mehr dafür hatten und die zu schaden waren, um sie wegzuwerfen. Ich kann manchmal gar nicht fassen, was wir alles “horten”…

Ich gebe unumwunden zu: Ich bin ein ganz, ganz schlechter “Wegwerfer”. Ich kann mich nur sehr schwer von Sachen trennen. Zum einen habe ich Sorge, ich könnte sie vermissen, wenn sie nicht mehr da sind, zum anderen mag ich es nicht, wenn Sachen, die “eigentlich noch gut sind” auf dem Müll landen. Müll gibt es – finde ich – schon mehr als genug. Und so mache ich mich oft auf die – leider meist langwierige und zähe – Suche nach jemandem, der für die Sachen, die ich nicht mehr brauche, vielleicht noch Verwendung finden könnte. Manchmal wünschte ich mir aber doch – wenigstens vorübergehend – so eine “Deckel-auf-und-rein-damit”-Einstellung, das würde vieles erleichtern…

Das Thema “Loslassen” ist jedenfalls ein Lebensthema von mir und Impulse dazu sind deshalb auch immer willkommen. Und seitdem ich verstande habe, dass ich die Dinge, die ich mir zulege nur schwer wieder loswerde, bin ich sehr viel achtsamer mit meinem Konsum geworden.

Ich laufe sehr viel weniger und wenn ich etwas kaufen, dann ****** Immerhin kaufe ich seit vielen Jahren schon fast ausschließlich gebrauchte Sachen, um wenigstens so meinen Beitrag zu Müllvermeidung und gegen “Fast Fashion” zu leisten – ich finde es erschreckend und unerträglich, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen, um Dinge zu besitzen, die eigentlich gar keinen Wert haben.

In Sachen Kleiderschrank habe ich wirklich gründlich nachgedacht und festgestellt, dass ich mir manchmal gar nicht so sicher bin, ob ich bestimmte Teile nur im Moment nicht trage (weil ich einfach zu viel Auswahl oder gerade andere Lieblingsteile habe), oder ob ich sie generell nicht mehr tragen werde. Das nicht sicher zu wissen, macht das Ausmisten schwierig. Um mich durch solche Überlegungen nicht zu sehr zu blockieren, musste für mich deshalb ein Kompromiss her und ich glaube, einen guten gefunden zu haben. Alles, was nicht ganz sicher gerade zu meinen Bedürfnissen passt, packe ich erst mal rigoros in Kisten. In einem zweiten Schritt werde ich diese Kisten nochmal durchgehen (ja, sowas mache ich wirklich…) und entscheiden, was ich final mit den einzelnen Teilen tun werde.

Capsule Wardrobe?

Vermutlich werde ich zu einem System übergehen, bei dem immer ein paar Kleidungsstücke in Kisten wandern, aus denen ich mir von Saison zu Saison einzelne Teile aussuche, auf die ich grade mal wieder Lust habe. Das ist keine Erfindung von mir. Das Prinzip nennt sich “Capsule Wardrobe” und normalerweise begrenzt man dabei die Stückzahl der Teile, die im Kleiderschrank bleiben dürfen  auf eine ganz bestimmte Anzahl pro Saison.
So weit will ich zwar nicht gehen, aber da ich das (zeitweise) Auslagern für die Sommer- und Wintersaison ohnehin schon praktiziere, könnte das für mich eine gute Lösung sein.

Bis ich beim echten Minimalismus angelangt bin, wird es jedenfalls noch eine Weile dauern.
Es gibt Bereiche bei uns, da wird mir nur vom Angucken schwindelig. Die Tee-Schublade bei uns in der Küche ist so ein Beispiel. Es sieht aus, wie in der Teeküche einer Jugenherberge. Wir könnten problemlos 1 Jahr lang eine 6-köpfige Familie versorgen. Und das, obwohl wir selber gar nicht so viel Tee trinken. Ich habe ein Foto gemacht – aber dann beschlossen, dass ich mich nicht traue, das zu zeigen…

Mir kommt es manchmal so vor, als ob Aufräumen und Ausmisten bei mir ein Lebensprojekt  ist. Dass ich in früheren Jahren sehr viel gekauft, an- und aufgenommen, gebastelt, archiviert  und “gehortet” habe, wird mir jetzt zum Verhängnis, wo ich am liebsten Dreiviertel davon wieder los wäre. Ich habe also noch jede Menge zu tun….

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende
Liebe Grüße
Cala

 

Biofach die Zweite: von den neuen Produkten der Ölmühle Solling und einer neuen Schokolade

Dieser Beitrag enthält Werbung für die Ölmühle Solling und Vivani.

Heute setze ich meinen Bericht von der Biofach fort und stelle euch die neuen Produkte von der Ölmühle Solling und eine neue Schokolade von VIVANI vor.

Dass ich den Stand der Ölmühle Solling auf der Biofach besuche, ist natürlich Ehrensache.
Solling ist langjähriger Partner von Cala kocht und ich bin immer gespannt, was es Neues gibt. Und natürlich möchte ich persönliche Gespräche zu führen, während man sich das Jahr über ja eher per Mail und telefonisch austauscht.

Wir haben in unserem radikal abgespeckten Webshop zwar nur noch eine kleine Auswahl der Solling Produkte, bestellen aber jedeszeit auch alle anderen Produkte von Solling für euch mit (kurze Nachricht oder ein Screenshot des Warenkorbes genügt). Generell könnt ihr also die gesamte Produktpalette über uns beziehen und sie mit unseren anderen Angeboten kombinieren.

Viele von euch nutzen aber auch unseren Affiliate-Link für Direkt-Bestellungen bei Solling, worüber wir uns freuen (Tipp: Lesezeichen setzen oder über unsere Partner-Seite auf die Solling-Website zugreifen).

Solling hat jedenfalls zwei ganz wunderbare neue Pestos im Programm, die mir sehr gut gefallen (Kirschtomaten-Pesto und Cashew-Kürbiskern Pesto). Damit wird das bisherige einzige Pesto (Walnuss-Pesto) ergänzt, von dem ich ja per se ein großer Fan bin (ganz toll zu Pasta!).

Achtung: Die Pestos von Solling sind nicht vegan – sie enthalten alle Parmesan. Wer hier also strikt ist, für den sind die Pestos leider nicht geeignet. Auf der Messe haben wir darüber gesprochen, dass dieser Punkt auch bei Solling während der Produktentwicklung diskutiert wurde, dass man sich aus geschmacklichen Gründen nach vielen Tests aber gegen die veganen Varianten entschieden habe. Was mir hingegen sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die beide neuen Pestos (im Gegensatz zum Walnuss-Pesto) laut Zutatenliste keinen zugesetzten Zusatz enthalten. Das kommt einer gesunden Ernährugn natürlich sehr entgegen – ich bin wirklich froh über jedes Produkt, das heute ohne Zuckerzusatz auskommt.

Vollkorn Dinkel-Spaghetti mit gebratenen Kirschtomaten, jungem Spinat und dem Kirschtomaten-Pesto von Ölmühle Solling

Mir persönlich hat es besonders das Kirschtomaten-Pesto angetan.
Inhaltsstoffe sind Olivenöl, getrocknete Tomaten, Parmesan,  Cashewkerne, Rapsöl, sowie diverse Gewürze und Kräuter (alles natürlich wie immer aus biologischem Anbau).

Das Kirschtomaten-Pesto finde ich nicht nur zu Pasta genial (siehe Foto), sondern auch als Brotaufstrich, und als Würzpaste z.B. zu gegrilltem Gemüse. Mein Tipp: In meinem Mai-Newsletter kannst du die Solling-Pestos zu Sonderkonditionen einkaufen (Wenn du meinen Newsletter noch nicht erhältst, schick mir bitte eine Nachricht an info@cala-kocht.de)

Für alle, die nicht bis Mai warten wollen, geht’s hier zum Webshop der Ölmühle Solling (versandkostenfrei ab 39,00 €).

Ebenfalls neu bei Soling ist das Rauchpaprika-Würzöl, das ich wunderbar finde, weil man es auch sehr gut zum Nachwürzen verwenden und so individuell “dosieren” kann.
Wir essen z.B. manchmal Shakshuka zum Frühstück (siehe Bild oben) und ich finde das Rauchpaprika-Würzöl großartig dazu. Außerdem ist Rauchpaprika ein Gewürz, das mittlerweile in vielen Rezepten Verwendung findet und insofern ist das Rauchpaprika-Öl super praktisch. Das Öl ist für Fleisch und Fisch ebenso geeinget wie für vegetarische und vegane Gerichte. Auch für das Rauchpaprika-Öl werde ich euch im Mai-Newsletter ein schönes Angebot machen. 🙂


Nach diesen herzhaften Empfehlungen kommen wir jetzt zum Dessert und damit zu einer meiner ganz großen Schwächen, der dunklen Schokolade. Vorweg kann ich schon mal sagen, dass die Suche nach einer Neuentdeckung in Sachen 100%-Schokolade sich schwierig gestaltete – die meisten Hersteller verzichten leider nicht auf Zuckerzusätze. Unter anderem war ich auch bei VIVANI, die einem Teil ihrer Produkten einen tollen neuen Look verschafft haben. Eine Schokolade, die komplett ohne Zucker auskommt, gibt es hier leider auch nicht, aber zumindest hat VIVANI ein Kokosblütenserie und in dieser Serie gibt es jetzt neu auch eine 99%-Variante.
Die Zutaten sind Kakaomasse, Kakaobutter, Kokosblütenzucker und Kakao (99 % mindestens).


Was den Geschmack betrifft, gebe ich zu: ich bin und bleibe ein Fan des reinen Kakaogeschmacks (und ganz bestimmter Kakobohnen) und mich irritieren die anderen Zutaten ein bisschen, auch wenn sie nur 1% ausmachen, aber diese Schokolade hat eine so gutes Preis-Leistungsverhältnis, dass man sie einfach erwähnen muss, wenn es darum geht, eine preislich vertretbare und  “gesunde” Schokolade zu finden. Denn Kakao selbst ist ja sogar sehr gesund: neben vielen anderen gesundheitlichen Vorzügen enthält er viele wichtige Mineralien und Spurenelemente wie Calzium, Kalium, Phosphor, Eisen und Kupfer, vor allem aber sehr viel Magnesium. Erst durch (zu viel) Zucker und Milch wird Schokolade zu einem ungesunden Lebensmittel, deshalb ist wichtig, Schokolade so hochprozentig wie möglich zu essen.

Die Vivani-Schokoladen bekommt ihr in den meisten Bio-Läden und natürlich auch direkt bei VIVANI, hier.

Ich wünsche euch ein sonniges Wochenende, genießt den Tag!

Liebe Grüße
Cala

Best of Winter: Wurzelgemüse mit Grünkohl-Hanfsamen-Topping

Es sieht ja tatsächlich so aus, als ob der Winter sich nun doch verabschiedet. Wenn du Lust hat, genieße noch mal das winterliche Wurzelgemüse mit einem Topping aus Grünkohl und Hanfsamen, denn jetzt bekommt man mit etwas Glück noch einmal die Triebspitzen vom Grünkohl auf den Wochenmärkten, die besonder lecker sind.

Das Gericht ist vegan, histaminarm, zucker- und getreidefrei. Ich habe es für meine Klienten in der Ernährungsberatung kreiert, weil es nicht nur gesund ist, sondern auch wunderbar sättigt und lecker schmeckt.

Zutaten (pro Portion)
2 mittelgroße Karotten
1 mittelgroße Pastinake
2-3 Blätter Grünkohl
2-3 EL Hanfsamen
Meersalz
etwas Butter oder Ghee zum Braten
Olivenöl

Zubereitung
Ofen auf 165° (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Wurzelgemüse schälen und – je nach Größe – vierteln oder achteln. Mit etwas Olivenöl mischen und ohne Salz in einem geschlossenen Schmortopf in den Ofen stellen (siehe Tipp)
Nach etwa 1 Stunde sollte das Gemüse fertig sein.

Inzwischen den Grünkohl waschen und die groben Blattrippen entfernen. Die Blätter grob zerkleinert in einen Blitzhacker geben und fein hacken.

Ca. 20 Minuten vor dem Ende der Garzeit etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und den Grünkohl anbraten. Hitze auf kleinste Flamme reduzieren und 1 EL Olivenöl in die Pfanne geben. Den Grünkohl weiterschmoren, bis er gar ist. Er darf dabei gerne knusprig werden, jedoch ist darauf zu achten, dass die Pfanne nicht zu heiß wird – Olivenöl ist empfindlich und sollte nicht über 190° erhitzt werden.

Am Ende der Garzeit das Gemüse aus dem Ofen nehmen. Den Grünkohl etwas abkühlen lassen, dann mit den Hanfsamen mischen und mit etwas Salz abschmecken. Mischung über das Ofengemüse geben und servieren.

Tipp: Wer keinen Schmortopf hat, kann auch WECK-Gläser zum Schmoren im Ofen verwen-den. Infos dazu findest du hier.

Viel Spaß beim Ausprobieren und
liebe Grüße
Cala

 

BIOFACH und VIVANESS – mein diesjähriger Ausflug nach Nürnberg

dieser Artikel enthält Werbung für die Firma SONNENTOR und das Projekt “Insect Respect”

Im Februar war ich wie immer auf der Biofach, um mich umzusehen, was es für Neuigkeiten gibt, aber auch, um unsere Geschäftspartner und Freunde zu treffen. Darauf freue ich mich immer sehr und es ist schön einmal ein paar Minuten in Ruhe über die Produkte, die Zusammenarbeit und gemeinsame Pläne zu sprechen.

Cala am Stand von “Insect Respect”

Die Biofach ist die Welt-Leitmesse für Bio-Produkte. 4 Tage lang trifft sich hier jedes Jahr die internationale Bio-Branche. Mit insgesamt 3.218 Ausstellern aus 93 Ländern hat die Biofach dieses Jahr sogar einen neuen Rekord verzeichnet. Zeitgleich findet in einer separaten Halle die VIVANESS statt, das ist die Messe für Naturkosmetik.

Um es schon mal vorwegzunehmen: Insgesamt fand ich die Biofach in diesem Jahr nur wenig innovativ, ich habe nichts wirklich Neues entdeckt. Der Trend VEGAN ist eindeutlich rückläufig – oder vielleicht so sehr zu Selbstverständlichkeit geworden, dass das Thema einfach nicht mehr so stark im Vordergrund steht. Es gibt immerhin inzwischen sehr viele vegane Produkte, aber nichts mehr, was man als Innovation bezeichnen könnte. Allerdings habe ich auch bei weitem nicht alle 9 Hallen besuchen können – ich schaffe an einem Tag maximal drei und konnte noch einen ganz kurzen Abstecher zur Vivaness machen, wo ich mich mit Karin Hunkel von Angel Minerals getroffen habe, mit der wir ebenfalls zusammenarbeiten (hier).

Was ich für mich – und euch – an Inspiratioenn mirgebracht habe, werde ich in den nächsten Wochen hier und im Podcast natürlich noch genauer vorstellen, ich möchte euch hier nur erst mal einen Überblick geben.

Wichig: In meinem Newsletter werdet ihr wieder Gelegenheit haben, einzelne Produkte zu Sonderkonditionen zu beziehen (wenn du noch nicht in meinem Verteiler bis, melde dich bitte per Mail bei mir: info@cala-kocht.de).

Sehr, sehr schön ist immer der Stand von Sonnentor. So qualitativ hochwertig die Produkte sind und so liebevoll sie im Produktdesign gestaltet werden, so nett sind auch die Begegnungen mit den Mitarbeitern von Sonnetor auf der Messe – ich mache hier immer gerne eine kleine Pause, ruhe mich aus und blättere in den schönen Magazinen von Sonnentor. Unter anderen las ich dort, wie die Firma in beeindruckender Weise ihre Mitarbeiter und Lieferanten wertschätzt und unterstützt.

Es ist schön zu wissen, dass es solche Betriebe (noch) gibt und natürlich kaufe ich die Produkte auch entsprechend gern. Als Händler sind wir zu klein für Sonentor, aber ich kaufe Sonnentor-Produkte regelmäßig privat. Du bekommst sie in vielen Bioläden, bei uns in Rodgau z.B. bei Renate Haller aber auch online (hier).

Super lecker sind die neuen Milch-Gewürzmischungen von Sonnentor. Nach der “Kurkuma-Latte” sind in diesem Jahr “Rote Beete” und “Kardamom-Latte” neu. Sonnentor hat mir netterweise ein paar Pröbchen bereitgestellt und ich lege sie momentan den Bestellungen ausdem Newsletter und aus Boris Webshop bei, damit ihr auch in den Genuss kommt, sie auszuprobieren. Ich hätte gar nicht gedacht, dass mir Rote Beete in dieser Form schmecken könnte, aber ich finde sie toll…

Neu bei Sonnentor ist auch “Smokey Paprika”. Geräucherte Paprika ist ein tolles Gewürz, über das ich im nächsten Post noch ein bisschen mehr schreiben werde, wenn ich euch ein Rauchpaprikaöl vorstelle. Der Rauchpaprika von Sonnentor ist genial für Grillgerichte und Marinaden, zum Würzen von (Süß-)Kartoffelspalten, in Eintöpfen, Eier- und Fleischgerichten. Wer sich das wunderbare neue Kochbuch von Bettina Matthai (hier) zugelegt hat, der wird in einigen Rezepten auf dieses Gewürz stoßen und ich freue mich, dass Sonnentor es jetzt im Sortiment hat – es war immer ein bisschen schwierig zu bekommen.
70g kosten im Bioladen oder im Online-Shop von Sonnentor (hier) ca. 3,49 €

Ein absolute Messe-Highlight für mich war der Stand von Dr. Reckhaus, der mich mit dem Projekt Insect Respect wirklich mehr als beeindruckt hat. Vielleicht habt ihr schon das Video von dem Interview mit mir auf meiner Facebook-Seite gesehen.

Ganz kurz worum es geht: Dr. Reckhaus ist der Inhaber einer der größten Biozid-Unternehmen in Deutschland. Das heißt, dass er mit der Vernichtung von Insekten sein Geld verdient und damit auch sein Unternehmen aufgebaut hat. Im Zuge des weltweiten Insektensterbens wurde er sich seiner persönlichen Verantwortung bewusst und hat “Insect Respect“ ins Leben gerufen, das weltweit erste Gütezeichen für ein neues Verständnis im Umgang mit Insekten. Damit sollen Gesellschaft und Wirtschaft für den Wert von Insekten sensibilisiert und gezielt insektenfreundliche Lebensräume geschaffen werden. Wie das geht: ganz einfach. Beim Kauf von Dr. Reckhaus Produkten (z.B. bei dm, ALDI usw.) wandert ein Teil des Erlöses in die Schaffung insektenfreundlicher Lebensräume und zugleich erfährt der Kunde auf der Packung vom Wert der Insekten und vom Nutzen des Projektes. Achtet mal darauf, wenn ihr wieder mal eine Lebensmittel- oder Kleider-Mottenfalle kauft, schaut euch die Website des Projektes an und teilt bitte auch die Infos zum Projekt für einen wirklich guten Zweck.

Die grünen Fliegen stehen übrigens als Zeichen für den Respekt vor Insekten und der von jungen Künstlern eindrucksvoll gestaltete Messestand war natürlich sehr, sehr gut besucht.

Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich denmnächst noch mal ein Interview mit Dr. Reckhaus für den Blog machen, denn seine Geschichte hat mich wirklich fasziniert…

Im nächsten Blogpost erfährst du unter anderem von meiner Suche nach einer gesunden Schokolade und von den neuen Produkten der Ölmühle Solling.

Bis dahin liebe Grüße
Cala

Ein Mini-Ausflug ins Elsass, Einkaufen in Frankreich und warum sich das für uns lohnt

Unser Jahr hat mit vielen Höhen und Tiefen und leider auch mit zwei Todesfällen begonnen.
Besonders der plötzliche Tod einer lieben Freundin hat mich sehr traurig gemacht und da sie eine treue und fleißige Leserin meines Blogs war, ist es auch ein komisches Gefühl, diesen Post zu schreiben und zu wissen, dass sie ihn nicht lesen wird. Von Anfang an, hat sie den Blog, unsere Projekte und meine Ideen immer unterstützt und auch durch schwierige Zeiten begleitet – dafür bin ich dankbar und auch für alles, was uns verbunden hat. Ich bin froh, dass ich in aller Ruhe habe Abschied nehmen können und weiß, dass das noch eine Weile in mir arbeiten wird…

Anfang des Jahres haben wir wieder einmal einen Ausflug ins Elsass gemacht, den ich diesmal für euch dokumentiert habe. Im meinem aktuellen Podcast findest du einen ausführlichen Reisebericht und viele Hintergrundinformationen.

Hier im Blog zeige ich dir ein paar Bilder von der Reise. Im Post (und z. Teil auch am Ende des Posts) findest du die wichtigsten Adressen.

Meistens sind unsere Einkaufsausflüge nach Frankreich eintägig, diesmal haben wir aber übernachtet und sind Freitag und Samstag im Elsass gewesen.

Wie sind am Freitag relativ spät losgekommen und waren erst gegen Mittag kurz vor Straßburg. Unsere erste Station war Auchan, ein riesiger Supermarkt, wie es sie in Frankreich überall gibt. Das Angebot ist zwar überwältigend, aber es gibt leider nur wenige Bio-Produkte. Manchmal lohnt sich ein Abstecher trotzdem und wir hatten genug Zeit.

Bio-Produkte und Fischtheke im AUCHAN Supermarkt, Straßburg – das Regal rechts zeigt allein die Auswahl an Nahrungsergänzungmittel, im Foto links die Wein- und Spirituosentheke. Insgesamt ist das Bio-Angebot – und dessen Qualität – in den Supermärkten aber eher überschaubar.

Zu Mittag haben wir im Restaurant “Au Pont de l’Ill” in dem kleinen Ort La Wantzenau in der Nähe von Straßburg gegessen. Das Restaurant war bis auf den allerletzten Platz ausgebucht – meine Fotos sind erst nach dem Essen entstanden. Man muss also unbedingt auch fürs Mittagessen reservieren.

Restaurant “Au Pont de l’Ill” in La Wantzenau – eine Reservierung ist auch mittags unbdingt zu empfehlen. Im Podcast berichte ich ausführlich über diesen Restaurantbesuch.

Spaziergang an der Ill in La Wantzenau

Hofladen “Ferme Clauss”, La Wantzenau. In diesen Hofläden muss man explizit fragen, ob das Obst und Gemüse gespritzt/behandelt ist (frz. “traité”)

Nach dem Lunch machen wir einen Hundespaziergang an der Ill  und entdeckten auf diese Weise noch einen kleinen Direktverkauf (Hofladen).

Weiter geht es nach Saint Marie aux Mines, wo wir übernachten.

Am nächsten Morgne besuchen wir einen kleinen Straßenmarkt in Colmar am (Place Saint Joseph), der sich als ein wahres Schatzkästchen entpuppt.

Neben den Ständen der kleinen Fermes (Erzeuger), bei denen man am besten explizit nachfragt, wie die Produkte erzeugt werden, finden sich auch zertifizierte Bio-Stände mit großartigem Angebot. Auf diesem kleinen Märktchen – man glaubt es kaum – hat auch der berühmteste Käse-Affineur des Elsass einen Stand (Fromagerie Saint-Nicolas, Familie Quesnot).

 

Wir sehen uns das Zentrum Colmars an und genießen in der Patisserie
“L‘ Atelier de Yann”, ein gutes spätes Frühstück, einen wunderbaren Kaffee und ein nettes Gespräch mit einem deutsch-französischen Ehepaar am Nachbartisch.

Patisserie “L‘ Atelier de Yann”, Colmar, Adresse unten

Nach einem Abstecher in die benachbarte großartige Buchhandlung RUC mit wunderbarer Schreib- und Bürowarenabteilung (meine Schwäche…) und einem abschließenden Bummel durch Colmar, steuern wir etwas außerhalb einen Biosupermarkt in einem Gewerbegebiet an.

Schön ist der von außen sehr unscheinbare Laden nicht, aber die Fülle des Angebotes ist extrem beeindruckend…

Für einen ausgedehnten Spaziergang fahren wir weiter in die die Weinberge oberhalb von Turckheim.

Schließlich sehen wir uns noch kurz das kleine Örtchen Turckheim an – Elsass pur.

Auf dem Rückweg halten wir dann in Wintzenheim, wo wir auf der Hinfahrt das Schild für einen NatureO Biomarkt gesehen haben, der sich als Bio-Paradies entpuppt.

Für uns, die wir verrückt sind nach guten Lebensmitteln und solche Dinge wirklich zu schätzen wissen, lohnen sich diese Trips auf jeden Fall – wir sind total happy und zehren lange davon…

Liebe Grüße Cala

Die Adressen:

Auchan Supermärkte:
https://www.auchan.fr/magasins/strasbourg/sl-21

Restaurant “Au Pont de l’Ill”, La Wantzenau:
http://aupontdelill.com/de/

Hofladen in La Wantzenau:

“Ferme Clauss“, 4 Rue du Général Leclerc, 67610 La Wantzenau

Unterkunft Saint Marie aux Mines:
La Clé d’Alsace
http://lacledalsace.com/en/

“Fromagerie Saint Nicolas“ (Familie Quesnot):
Ladengeschäft: Rue Saint Nicolas 18, Colmar
vertreten auf diversen Wochenmärkten in der Region und in der Markthalle von Colmar

Patisserie “L‘ Atelier de Yann“:
11 Place de la Cathédrale, 68000 Colmar
http://www.atelier-de-yann.com/#

Buchhandlung und Schreibwarenladen:
Librairie RUC, 6, place de la Cathédrale, 68000 COLMAR
http://www.librairie-ruc.fr/

Biomarkt Gewerbegebiet Colmar

NaturéO – supermarché Bio
37 rue Herzorg Logelbach
Zone Commerciale Leclerc
68140 Wintzenheim
https://www.natureo-bio.fr/magasin-bio/wintzenheim/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei tolle neue Kochbücher für einen guten Start ins neue Jahr

Nochmal drei tolle neue Kochbücher habe ich dir in meinem letzten Podcast 2017 vorgestellt – eines davon kannst du sogar gewinnen. Wie das geht, erfährst du im Podcast, deinen Kommentar hinterlasse bitte hier oder auf unserer Facebook-Seite.

„Lagom“, ist ein schwedisches Kochbuch, das ich auf der Buchmesse entdeckt habe.Es präsentiert  über 100 Rezepte, von Frühstück über Mittagessen und Desserts bis zu schwedischem Gebäck.

Das ist ein (Koch-)Buch ganz nach meinem Geschmack, denn mit den wunderschönen Bilder, ist es auch was für’s Gemüt, zum Blättern und Schmökern. Was mir auch gefällt sind die Hintergrundinformationen zur schwedischen Kulinarik.

Die Rezepte sind nicht banal, aber auch nicht zu kompliziert oder langwierig in der Zubereitung. Die Hauptgerichte enthalten leider allesamt viel Fleisch, aber natürlich auch Fisch und es gibt eine Fülle hervorragender Gemüsegerichte, was das Buch zu einer Fundgrube auch für vegetarisch oder vegan lebende Menschen macht, sofern sie flexibel sind und sich die Rezepte entsprechend abwandeln können.

Steffi Knowles-Dellner
Lagom – Das Kochbuch: Skandinavisch, harmonisch, gut
Edition Michael Fischer Oktober 2017
ISBN: 978-3863558383
192 Seiten mit zahlreichen Fotos, 29,99 €

„Sammeln, Ernten, Kochen“ ist im Knesebeck-Verlag erschienen und ist interessant für alle, die saisonal einkaufen, gerne auf Märkten stöbern und das verarbeiten, was zur entsprechenden Jahreszeit bei uns in Hülle und Fülle zu bekommen ist.

ein Gedicht: “Blauschimmelkäse mit Honig, Thymian, Datteln, karamellisierten Zwiebeln und Kürbiskernen“ (S.14)

„Die Wertschätzung Für gute, Frische und saisonale Zutaten und ihren Ursprung Habe meine Art zu kochen geprägt. Sie lehrte mich, mich mehr und mehr auf die natürliche Qualitäten zu verlassen, und half mir, einen Kochstil zu entwickeln, der schnörkellos und ehrlich sein will.“

Dieses Zitat des Autors im Vorwort hätte von mir sein können und die Rezepte sind entsprechnd verlocken, z.B. „Blauschimmelkäse mit Honig, Thymian, Datteln, karamellisierten Zwiebeln und Kürbiskernen“ (S.14), “Geröstete rote Beten mit erntefrischem Knoblauch Liebstöckel und Thymian” (S. 94)  oder „Gebratene Birnen mit roten Röstzwiebeln und knusprigen Puy-Linsen” (S. 122). Alles ist so schön fotografiert und illustriert, dass man sofort einkaufen gehen möchte…

Gill Meller ist Küchenchef im berühmten River Cottage in Winchester, das Buch ist schon 2016 in England, erschienen, die deutschsprachige Ausgabe Ende 2017.

Ich bin mir nicht sicher ob Vegetarier und Veganer mit dem Buch glücklich werden. Es ist kein Buch für Menschen die generell auf tierische Produkte verzichten möchten, sondern eher für solche, die zwar alles essen, aber sehr bewusst und hochwertig einkaufen.

Mein Fazit: Ein großartiges Buch, für alle,  mit sehr gängigen Lebensmitteln  außergewöhnlich kochen und ihr kulinarisches Spektrum erweitern möchten. Es ist für Menschen gedacht, die gute Lebensmittel wertschätzen und sie abseits der Supermärke auf Wochenmärkten, Bauernhöfen oder anderen Direktvertrieben kaufen und Freude daran haben, ihre Zubereitung zu zelebrieren ohne sich mit komplizierten Rezepten herumschlagen zu müssen.

Gill Meller: Sammeln | Ernten | Kochen
Verlag Knesebeck Juni 2017
ISBN: 978-3957280329
288 Seiten mit zahlreichen Fotos, 29,95 €

Low Carb Vegetarisch” von Bettina Matthaei ist bei uns zur Zeit im Dauer-Einsatz – wir haben schon etliche schöne Rezepte daraus probiert und ich empfehle es im Moment auch allen meinen Klienten – es ist großartig für die getreide- und zuckerfreie Ernährung, fast alle Rezepte sind bestens dafür geeignet. Du kannnst das Buch schon über Boris Webshop bestellen (hier).

“Veggie trifft Low Carb Hight Fat“ ist die Überschrift des Vorwortes und das Buch beginnt dann auch mit einem sehr hilfreichen Einleitungsteil, indem dieser Ernährungs-Stil erklärt wird.

 

Wir lieben die Kräuter Spinat Tarte (Seite 66), aber auch die  Brote, Brötchen Wraps und Cracker, sind genial, denn selten finde ich in Kochbüchern Rezepte, die für meine Klienten geeignet bei getreidefreier Ernährung geeignet sind.  Hier kommen sämtliche Rezepte  ohne Getreide aus. Die “hellen Brötchen” (Seite 63), die auf Basis von Eiern und Kokosmehl gemacht werden, gibt es bei mir schon regelmäßig. Die “Gelbe Paprika Safransuppe” (S. 34), war eines der ersten Rezepte, die wir ausprobiert haben und wir waren begeistert. Hier muss noch mal betont werden, dass Bettina Matthaei wirklich ein Garant für hervorragende Rezepte ist.

Bettina Matthaei: Low Carb Vegetarisch – die gesunde Alternative
Becker Joest Volk Verlag Dezember 2017
ISBN: 978-3954531462
192 Seiten mit zahlreichen Fotos, 29,95 €

Liebe Grüße und einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches und genussreiches neues Jahr wünscht dir

deine
Cala

 

Herzhaftes Frühstück: Rührei mit Topinambur und Pak Choi

Im Moment arbeite ich an einer neuen Rezeptsammlung für diejenigen meiner Klienten, die sich (eine zeitlang oder dauerhaft) frei von Getreide, Zucker und Hülsenfrüchten ernähren.

Weil es schwer ist, entsprechende Rezepte zu finden, dokumentieren ich viele meiner eigenen Rezepte und stelle sie meinen Klienten zur Verfügung (die erste Sammlung mit 40 Rezepten findest du hier).

Eine schöne Variante eines der Rezepte für die aktuelle (und noch nicht veröffentlichte) Sammlung ist das folgende. Topinambur ist übrigens ein sehr gesundes Gemüse für den Darm. Er enthält Inulin und sog. Fructooligosaccharide, die im Dünndarm zu kurzkettigen Fettsäuren umgebaut werden.

Zutaten (für 1 Portion)

1 mittelgroße Topinambur-Knolle
ca. 50g Pak Choi
2 Eier
Ghee
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung

1. Topinambur schälen und in feine Scheiben schneiden (oder hobeln)
2. Pak Choi waschen und in feine Streifen schneiden.
3. Eier aufschlagen und je nach Geschmack mehr oder weniger stark verquirlen
4. In einer beschichteten Pfanne 2 TL Ghee schmelzen und die Topinambur-Scheiben anbraten.   Pakchoi dazugeben und etwas mitschmoren.
5. Ei hinzugeben und nach Geschmack mehr oder weniger stark stocken lassen.
6. Mit Salz Pfeffer und Muskatnuss würzen.

 

Die neuen Kochbücher

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https://www.at-verlag.ch/Livedaten/hires/9783038009726.jpg

In meinen aktuellen Podcast-Folgen (hier) stelle ich unter anderem die tollen neuen Kochbücher vor, die ich auf der Buchmesse für euch entdeckt habe. Gerne nutze ich den Blog, um das eine oder andere auch hier noch mal zu präsentieren, zumal einige dieser Bücher natürlich auch ganz tolle Weinhnachtsgeschenke sind.

“Eat better not less – Around the World” von Nadia Damaso ist so ein Buch, das es mir  schon auf der Buchmesse angetan angetan hat – ein traumhaftes Koch- und Lesebuch mit hervorragenden, stimmungsvollen und inspirierenden Bildern. Ein Buch, in dem man einfach gerne blättert und schmökert und das noch dazu ganz tolle Rezepte enthält.

Dies ist bereits das zweite Buch der 21-jährigen Bloggerin und Autorin aus der Schweiz. Ihr erstes Buch mit gleichem Titel (aber ohne Untertitel) war auf Anhieb ein Bestseller – mit inzwischen schon 40.000 verkauften Exemplaren.

Das vorliegende Buch ist eine traumhaft schöne kulinarische Reise durch viele Länder – wunderschöne Fotos, kurze Geschichten und persönliche Reiseerfahrungen prägen das Buch und die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungstour rund um die Welt. Dazu gibt es Inspiration aus den Küchen der Welt mit dem Fokus auf gesunden Lebensmitteln und Zutaten, die auch bei uns gut erhältlich sind. Ganz viele Rezepte sind vegan – Fleisch, Fisch und Milchprodukte spielen nur eine Nebenrolle. Die Zutaten sind leicht erhältlich und die Zubereitung nicht zu schwer – ideal also, um auch die Alltagsküche zu bereichern.

Großartig und sehr alltagsorientiert finde ich übrigens auch die nach der Hauptzutat gegliederten Rezeptübersicht im Anhang – so machen Kochbücher dauerhaft Spaß…

Ein ganz klare Empfehlung von mir!

Nadia Damaso
Eat better not less – Around the World:
Rezepte inspiriert von Aromen, Farben und Gewürzen aus aller Welt
AT-Verlag September 2017
ISBN 978-3038009726
29,90 €

 „VEGAN“ ist eigentlich kein Kochbuch mehr im klassischen Sinne, sondern defintiv eine Art Standardwerk für die vegane Küche.

Jean-Christian Jury gilt als einer der Stars der veganen Kochszene.
Nach einem Herzinfarkt stellte er seine Ernährung komplett um – basierend auf Rohkost und vegane Speisen. Seine Erkenntnisse übertrug er auf die Gastronomie und eröffnete in Berlin das erste vegane Fine-Dining, das „La Mano Verde“.

Für „Vegan“ hat Jury hat Gerichte aus der ganzen Welt gesammelt, die seinem Anspruch nach gesunder und nachhaltiger veganer Küche gerecht werden. Was mir dabei besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass die Rezepte für das Buch nicht einfach „veganisiert“ werden mussten – sie präsentieren stattdessen die ursprüngliche vegane Vielfalt in den Rezepten der Kulturen dieser Welt.

Neben diesen 800 – teilweise bebilderten – Rezepten beinhaltet „Vegan” sehr viel Grundlagenwissen (z.B. zur Ausstattung der veganen Speisekammer) sowie ein Kapitel mit Inspirationen von Koryphäen der Szene wie zum Beispiel Dan Barber (Blue Hill), Tony Lu (Fu He Hui) oder Michel Bras (Le Suquet).

Das Buch hat einen unschätzbaren Wert als Nachschlagewerk. Man kann in „Vegan” sehr gezielt nach Anregungen suchen – durchaus auch für die Altagsküche. Es ist sicherlich in erster Linie ein Kochbuch für Menschen, die vegan leben und Abwechslung für ihren Speiseplan oder Grundlgenkenntnisse suchen. Genauso ist es aber auch geeignet für Menschen, die nicht prinzipiell vegan leben, aber gern (mehr) vegane Gerichte in ihre Alltagsküche integrieren möchten. Unter diesen Voraussetzungen ist das Buch eine regelrechte Fundgrube an Ideen – noch dazu hervorragend gegliedert: Der Rezeptteil ist aufgeteilt in Salate, Suppen, Hauptgerichte, Getreide & Hülsenfrüchte, Pasta & Nudeln und Desserts.

Alle Rezepte sind mit einer Länderangabe bezüglich ihrer Herkunft versehen.
Die Zutaten sind weitergehend problemlos beschaffbar, in einigen wenigen Rezepten werden jedoch auch exotische Lebensmittel (z.B. Bananeblüten) benötigt.

Ungewöhnliche Kombinationen spiegeln die kulturelle Vielfalt der Küchen der Welt und sind hervorragende Inspirationsquellen, um Abwechslung in die Alltagsküche zu bringen.

JEAN-CHRISTIAN JURY
VEGAN – DAS KOCHBUCH
584 Seiten, Hardcover mit 100 Abbildungen
€ 39,95
Verlag Phaidon by Edel
ISBN 978-3-944297-32-3
(erschienen im Oktober 2017)

Mit der persischen Küche werde ich immer im Herzen verbunden sein: Der Einfluss der großartigen Küche meines angeheirateten persischen Onkels hat in den 70er und 80er Jahren die Küche meiner Mutter revolutioniert. Zu einer Zeit, in der in der gängigen deutschen Küche Auberginen eher eine Seltenheit waren, brutzelten sie bei uns schon regelmäßig in der Pfanne. Onkel Said kochte so gut, dass meine Mutter sich bei unseren Besuchen in München seine Rezepte geben ließ, oder ihm über die Schulter schaute. Onkel Saids Essen war himmlisch.

Das Kochbuch von Zehre Shahi mit dem Titel „Jaan – Die Seele der persischen Küche“ hat es mir deshalb auch sofort angetan. Leider stellte sich auf den zweiten Blick heraus, dass es sehr „fleischlastig“ ist – vor allem Lammfleisch wird in der persischen Küche ja sehr häufig verwendet und das geht für mich heute gar nicht mehr… Andererseits kann man mit etwas Geschick viele Rezepte auch abwandeln, auf jeden Fall kann man zumindest anderes Fleisch verwenden.

Das Kochbuch hat den Untertitel „Meine persisch-israelisch-palästinensischen Familienrezepte. Rohre Shahi stammt aus dem Iran, eine der beiden Töchter ist mit einem aus Israel stammenden Palästinenser verheiratet. Die gesamte Familie lebt in Deutschland.
Die Rezepte sind deshalb aus allen drei Kulturen – Israel, Palästina und Persien inspiriert.
Viele Rezepte im Buch werden vom Schwiegersohn persönlich kommentiert – mit Rezeptvariationen oder persönlichen Anmerkungen.

Dieses Kochbuch ist wieder so, wie ich es gerne mag: wunderschöne Bilder illustrieren die Rezepte – ein bisschen 1001 Nacht… Die Rezepte selbst sind allesamt nicht schwer nachzukochen, es wird viel gegrillt und geschmort. Die wenigen reinen Gemüsegerichte sind  spannend und man findet auch Standard-Gerichte wie Falafel, Gewürzreis oder Taboulleh.

Der Titel „Jaan“ heißt übrigens “Seele” und die Perser bezeichnen damit den unvergleichlichen Duft und das herrliche Aroma Persischer Gerichte. Dieses Aroma entsteht durch Geduld und langsamen Garen – genau so wie ich Kochen mag…

Die Einteilung in verschiedene Anlässe (Hochzeit, Frühstück, Ramadan, Shabatt usw.) finde ich nicht ganz so glücklich, ich mag es lieber, wenn Rezepte thematisch geordnet sind, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Aufgrund der Fleischlastigkeit würde ich das Kochbuch für Vegetarier oder Veganer nicht empfehlen – es sei denn man sucht wirklich nach besonderen Anregungen und kann über die Tatsache hinwegsehen, dass hier so unzeitgemäß viel Fleisch verarbeitet wird. Wenn man “Jaan” aber als Ausdruck eine Kochkultur lesen kann, einen Bezug zu Persiens hat oder esondere Inspirationen sucht dann ist es auf jeden Fall ein sehr schönes Kochbuch.

Rohre Shahi
Jaan – Die Seele der persischen Küche: Meine persisch-israelisch-palästinensischen Familienrezepte
GRÄFE UND UNZER Verlag, Oktober 2017
ISBN: 978-3833861550
192 Seiten
24,99 € (auch als ebook erhältlich)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern und freue mich natürlich sehr, wenn ihr eure Meinung zu den vorgestellen Büchern aber vielleicht auch eure eigenen aktuellen Favouriten der Kochbuch-Neuerscheinungen in den Kommentaren hinterlasst.

In diesem Sinne
liebe Grüße
Cala