Alle Artikel in: Rezepte

Cala kocht unterwegs – oder: wie es uns als Veganer in der Toskana gegangen ist…

Ach, was war das schön – ich hatte einen Heidenspaß! Als „Neu-Veganer“ waren wir ja durchaus mit gemischten Gefühlen in die Toskana gereist. Dass wir irgendwie überleben würden, daran haben wir nicht gezweifelt, aber würde das wirklich schön? Würden wir nicht all die kulinarischen Genüsse vermissen, die wir immer so geliebt hatten? Den Restaurantbesuchen hinterhertrauern, mit langen Gesichtern vor den Auslagen der Geschäfte stehen? Schnuppernd und mit traurigen Gesichtern auf den Markt gehen? Entsprechend gut ausgerüstet waren wir abgereist. Wir wussten, dass wir in unseren beiden Hauptunterkünften eine Kochgelegenheit haben würden und ich habe also drei große Boxen mit Lebensmitteln und Ausrüstung gepackt für den Fall, dass wir in veganem Niemandsland landen würden… Obst und Gemüse in Bio-Qualität zu bekommen ist in der Toskana nicht immer ganz einfach. Wer der Sprache mächtig ist, kann sicherlich gezielt auf dem Markt fragen (ich gehe davon aus, dass nicht wenige Bauern in Bio-Qualität produzieren), aber unser Italienisch reicht dafür nicht aus. Die kleineren Supermärkte bieten so gut wie keine Bioprodukte und auch kein Bio-Gemüse an (wohl aber die …

Okraschoten in Bioqualität und Erinnerungen an meine Türkei-Reisen

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich letzte Woche auf dem Markt Okraschoten in Bio-Qualität bekommen habe (Querbeet) – eine absolute Rarität. Beim Türken und Inder kann man sie fast immer kaufen, aber da sind mir die Quellen zu dubios. Deshalb ist es auch schon lange her, seit ich zum letzten Mal welche gegessen habe – eine Delikatesse. Beim Kauf ist es wichtig, auf Frische zu achten, die Schoten sollten schön grün und prall sein, runzlige, bräunliche Exemplare braucht ihr gar nicht erst zu kaufen. Okraschoten erinnern mich immer an meine Reisen in die Türkei. Eine Zeitlang war ich halb beruflich, halb privat öfter dort.  Und unter anderem habe ich stundenlang in der Abendsonne auf der Terrasse gesessen und mit der Mutter eines türkischen Freundes Okraschoten geputzt – wenn ich die Augen zumache, sehe ich die Szene deutlich vor mir. Beim Vorbereiten der Okraschoten gibt es folgendes zu beachten: Der Stielansatz muss entfernt werden, die Frucht sollte aber nicht beschädigt werden. Das funktioniert am besten, wenn man sie mit einem Messer „bleistiftartig“ anspitzt (siehe Fotos). …

Safran aus Umbrien und eine wunderbare vegane Paella

In der letzten Schrot & Korn (Ausgabe 06/2014) habe ich das Rezept für eine vegane Paella entdeckt. Als ich es las, fiel mir ein, dass wir von der Slow-Food-Messe in Stuttgart von einem unserem Lieferanten aus Umbrien auch Safran mitgebracht hatten – wie gut, dass mir dieser Geistesblitz kam, denn er war bei uns ausverkauft und im Webshop noch gar nicht wieder freigeschaltet (jetzt ist er wieder verfügbar und zwar hier 😉 ). Ihr denkt, eine Paella ohne Meeresfrüchte und Fleisch geht gar nicht? Stimmt nicht. Der typische Geschmack der Paella kommt im Wesentlichen vom Safran und durch das Anbraten von Zwiebeln, Knoblauch und Paprika (in Spanien nennt man diese Grundlage „Soffritto“). Im Original gehört auch Staudensellerie in die Paella und so ist es auch im Rezept aus der Schrot & Korn. Ich habe darauf verzichtet, weil ich nicht so viele Einzelgemüse kaufen mochte (Resteproblem). Auch ein paar andere Zutaten habe ich abgewandelt oder weggelassen. Erbsen habe ich nicht tiefgefroren, sondern frisch verwendet (eine Delikatesse um diese Jahreszeit) und zusätzlich dicke Bohnen verwendet – die …

Der Hülsenfrüchte-Kochkurs & super leckere dicke Bohnen mit Bergpfeffersalz

Ich freue mich sehr, dass das Interesse an meinen Kochkursen so groß ist – mir machen sie auch richtig viel Spaß 🙂 Der Hülsenfrüchte-Kochkurs am Freitag war so gut nachgefragt, dass es am kommenden Freitag noch einen zweiten Termin geben wird- falls noch jemand Lust hat: hier wären jetzt sogar noch drei Plätze frei. Die schönen Fotos in der Collage hat Steffi am Freitag gemacht – vielen lieben Dank nochmal dafür! Hülsenfrüchte sind ja generell, besonders aber in der veganen Ernährung sehr wichtige Eiweiß-Lieferanten. Man bekommt sie – bis auf wenige Ausnahmen – vor allem getrocknet oder im Glas bzw. in der Dose. Ich selbst verwende fast ausschließlich die getrocknete Variante, die sowohl von der Bevorratung her, als auch im Blick auf Geschmack und Qualität in meinen Augen große Vorteile hat. Im Rohzustand enthalten Hülsenfrüchte giftige Substanzen, deshalb sind die Koch- und Einweichzeiten unbedingt einzuhalten. Hülsenfrüchte dürfen nicht roh gegessen werden! Hülsenfrüchte kocht man grundsätzlich ohne Salz, weil sie sonst nicht weich werden. Gesalzen wird also immer erst nach dem Garvorgang (oder bei der Weiterverarbeitung). …

viel Sonne (vor dem Regen), Erdbeeren, Schokolade und ein Studentenprojekt

Geht es euch auch so? Ich habe die Sonne am letzten Wochenende und in den Tagen zuvor so sehr genossen (und hoffe, sie kommt bald wieder). Im Moment muss ich zwar sehr viel arbeiten, aber ich finde, es geht alles leichter von der Hand, wenn die Sonne strahlt, man sich nicht in tausend Schichten einwickeln muss und alles etwas entspannter ist – himmlisch! Ein Traum ist auch unser Garten, in dem es wächst und gedeiht wie sonst erst viel später im Jahr. Für ihn sind natürlich auch die Regengüsse ideal, zumindest wenn die Temperaturen mild bleiben. Meine kleine „Erdbeerzucht“ trägt reichlich Früchte, wir ernten den ersten eigenen Salat des Jahres und ziehen auf der Fensterbank Erbsen, Bohnen und auch den einen oder anderen Obstbaum (unser “Kernprojekt” – sobald die Kerne keimen, weiß niemand von uns mehr, um welches Obst es sich handelt). Unsere Pfingstrose blüht wie immer später als die der Nachbarn und ich habe überall im Haus Blumensträuße verteilt, um die kurze Pracht so ausführlich wie möglich zu genießen. Ich bin sehr guter Dinge, …

Ein Vierteljahr veganes Leben – eine kleine Bilanz und ein paar unserer Lieblingsrezepte

In etwa seit einen Vierteljahr leben wir jetzt vegan. Alles in allem ist die Bilanz absolut positiv. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ich mehr Energie habe und weniger Schlaf brauche, mich auch insgesamt gesünder und fitter fühle. Das hat sich noch verstärkt, seit ich begonnen habe, darauf zu achten, abends möglichst nach 19 Uhr/19:30 Uhr nichts mehr zu essen. Mein Osteopath hat mir dazu geraten und mir erklärt, dass bestimmte Hormone, die zur nächtlichen Regeneration des Körpers wichtig sind, nicht ausgeschüttet werden, solange der Körper mit Verdauungsprozessen beschäftigt ist. Und siehe da, seit ich diesen Rat beherzige, schlafe ich (noch) besser und habe auch keine Magen- und Darmbeschwerden mehr. Sehr herausfordernd finde ich das vegane Verreisen. Während es in Deutschland für mich überhaupt kein Problem ist, vegan unterwegs zu sein (praktisch in jedem Restaurant wird man zuvorkommend, oft sehr kreativ und fast immer rücksichtsvoll bedient), finde ich es im Ausland oft noch schwierig. Belgien war eine Katastrophe – hier stehen schon vegetarische Gerichte nur in ganz seltenen Fällen auf der Speisekarte, Veganes ist aussichtslos …

Aus der aktuellen Schrot & Korn: „Bannock“ – ein superleckeres, schnelles Pfannenbrot

Geht es euch auch so? Manchmal gibt es Rezepte, die springen mir ins Auge  und ich muss sie sofort ausprobieren. Bei diesem war es so. Und schön ist es, wenn man Zutaten braucht, die man ohnehin im Haus hat. Das Originalrezept stammt aus der aktuellen Schrot & Korn (05 / 2014, S. 14). Online findet ihr es hier. Der Teig ist leicht und schnell gemacht, nur fürs Braten braucht man ein bisschen Geduld. Lohn sich aber! Ich habe übrigens nur die Hälfte der vorgeschlagenen Teigmenge gemacht (ursprünglich 300g Mehl), das hat locker für 2 Personen gereicht:   150 g Mehl (ich habe Weizenvollkornmehl genommen) 1/4 Päckchen Backpulver (ich habe Weinstein-Backpulver genommen) 1/4 Teelöffel Salz (ich habe Meersalz genommen) 60 ml Wasser etwas Rosmarin (da ich keinen frischen  hatte, habe ich unseren getrockneten verwendet) Flor de Sal reichlich Sonnenblumenöl Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen, dann mit dem Knethaken in der Küchenmaschine langsam 60 ml Wasser einarbeiten. Den Teig kneten, bis er eine gleichmäßig elastische Konsistenz hat. Das dauert ein bisschen, schließlich formt sich …

Ein Abschied und ein Willkommensessen

Es gibt ungute Neuigkeiten aus Italien. Il Casale wird leider mangels ausreichender Nachfrage die Produktion unserer heiß geliebten Roggenspaghetti einstellen müssen. Ich weiß, dass diese Nachricht nicht nur für uns, sondern auch für viele unserer Kunden keine gute ist, denn viele von euch werden – wie wir – diese einzigartige Pasta sicherlich vermissen. Ich kann allerdings auch verstehen, dass der deutsche Markt für Il Casale im Vergleich zum italienischen (und dem in der Schweiz) nur ein kleiner ist und dass das, was wir mit Cala kocht abnehmen können, auf keinen Fall reicht, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Außerdem brauchen die Casalitas wohl mehr Weideflächen für die Schafe, so dass auch Ackerland wegfällt. Ich bin Ulisse trotzdem dankbar, dass er damals auf meinen Wunsch hin den Versuch mit den Roggen-Vollkorn-Spaghetti überhaupt gewagt hat und freue mich auch, dass wir sie jetzt zwei Jahre lang genießen durften – auch das Feedback unserer Kunden war durchweg begeistert. Und die Casalistas – das weiß ich – mochten die Pasta selber auch sehr und haben sich deshalb die Entscheidung …

Zwischenspiel & Vorgeschmack auf die Spargelzeit: Quinoa-Spargel-Salat mit Hanfsamen und Avocado

  Bevor ich euch das nächste Interview präsentiere, wollte ich unbedingt noch ein Rezept mit euch teilen. Ich selbst habe diesen Salat nicht mit frischem, sondern mit eingelegtem Spargel vom Wochenmarkt gemacht, was nicht sehr glücklich war, aber das Glas sollte leer werden. Ich würde auf jeden Fall frischen Spargel bevorzugen, ansonsten ist der Salat sensationell lecker und auch super zum Mitnehmen (sicherlich auch als “Partysalat” in einer größeren Menge wunderbar…) Quinoa-Spargel-Salat mit Hanfsamen und Avocado  Zutaten: pro Portion ca. 4 EL Quinoa 2-3 Stangen Spargel ½ mittelgroße Avocado eine Handvoll gemischte Nüsse & Kerne (Mandeln, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Aprikosenkerne etc.) Olivenöl 2 EL Hanfsamen etwas Meersalz Quinoa nach Packungsanweisung zubereiten. Spargel schälen und kurz in Salzwasser blanchieren – nicht zu weich kochen. In mundegerechte Stücke schneiden. Avocado schälen, Fruchtfleisch herauslösen und in mundgerechte Stücke schneiden. Nüsse und Kerne grob hacken (am besten in der Küchenmaschine). Alle Zutaten miteinander mischen. Hanfsamen hinzugeben und mit Olivenöl und Meersalz abschmecken. Liebe Grüße und noch eine schöne Woche Cala  

Superfood Hanfmus: die besten Sushi ever, Petersilienpesto und ein großartiges Wirsing-Rezept

Bevor ich mich gleich auf den Weg machen werde zum ersten Rhein-Main Foodblogger-Treffen (ich bin ganz gespannt…) wollte ich euch unbedingt noch mit ein paar neuen veganen Rezepten versorgen. Auf der ProVego in Darmstadt haben wir uns vor zwei Wochen nämlich unter anderem auch die Produkte von naturARTen angesehen und auch Produktmuster mitgenommen. Spätestens seit wir vegan leben, wollte ich vor allem die Muse unbedingt testen, denn ich hatte sehr viel Positives gehört und war sehr neugierig. Wir haben zuerst das Hanfmus ausprobiert und sind absolut begeistert. Das Besondere: Das Mus wird aus gekeimten Hanfsaaten hergestellt. Das Ankeimen verbessert  nicht nur die Verdaulichkeit, sondern sorgt auch für einen unvergleichlichen Geschmack – ich könnte das Mus glasweise löffeln… Nachdem wir zu Hause ein bisschen experimentiert hatten, haben wir keine Minute gezögert und die Muse direkt auch für den Laden geordert (hier). Seit gestern sind sie da und ich muss mich sehr beherrschen, nicht darüber herzufallen… Dass NaturARTen ausschließlich angekeimte Samen verwendet, hat einen guten Grund. Ich habe mir erklären lassen, dass Samen für uns Menschen nur …