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Vorfreude auf die Weihnachtszeit, das zweite Buch von Fräulein Klein und ein Geschenk vom Callwey-Verlag

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Ich weiß es ja schon etwas länger, aber ich durfte noch nichts verraten: Ab heute ist das zweite Buch von Yvonne Bauer, alias „Fräulein Klein“ im Handel.

Nicht nur ihr Blog (http://fraeulein-klein.blogspot.com/), gehört zu den beliebtesten Blogs überhaupt, auch ihr erstes Buch war ein voller Erfolg. Kein Wunder also, dass der Callwey-Verlag ein Jahr später ein weiteres Buch mit Yvonne gemacht hat.

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„Weihnachten mit Fräulein Klein – Backzauber und Dekolust für die schönste Zeit im Jahr“ ist ein Buch voller Ideen – ganz tollen Backideen, vielen, vielen Basteltipps, die man super mit Kindern umsetzen kann, und schönen Anregungen für weihnachtliche Dekorationen – Inspiration pur.

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Da ich zu den Glücklichen gehöre, die schon vorab ein Exemplar bekommen haben, schmökere ich schon eine ganze Weile darin und ganz ehrlich: da kam mir sogar das herbstliche Wetter gelegen und ich habe schon die eine oder andere Idee ins Auge gefasst (und auch schon mal ein bisschen im Wald gesammelt…) 😉

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Vor allem Familien, in denen mit Kindern gebastelt und gebacken wird, werden das Buch lieben, denn was Yvonnes Ideen ganz besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass man fast immer Kinder einbeziehen kann – schließlich hat sie selber zwei Töchter, die ihr beim Basteln helfen. Nicht zuletzt diese Tatsache macht das Buch auch zu einem wunderbaren Geschenk.

Natürlich bekommt ihr das neue Buch von Yvonne ab sofort überall im Buchhandel, aber auch bei uns im Shop (hier), ebenso wie bereits den ersten Titel „Die wunderbare Welt von Fräulein Klein“ – für alle die ihn noch nicht besitzen.

Yvonne Bauer
Weihnachten mit Fräulein Klein
Backzauber und Dekolust für die schönste Zeit im Jahr
2013. 176 Seiten, 366 Farbfotos und Zeichnungen
23 x 24 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Leseband
€ [D] 24,95 / € [A] 25,70 / sFr. 35.50
ISBN: 978-3-7667-2042-9

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Und jetzt habe ich noch eine besondere Überraschung für euch, denn der Callwey-Verlag hat uns netterweise auch diesmal ein Exemplar zum Verlosen zur Verfügung gestellt.

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Was ihr dafür tun müsst? Schreibt mir per Kommentarfunktion, welche Pläne ihr für Weihnachten habt. Was wird auf jeden Fall bei euch gebacken, wie wollt ihr in diesem Jahr dekorieren und was macht ihr zusammen mit euren Kindern? Habt ihr schon Pläne, wie ihr die Feiertage verbringen wollt?

Ich freue mich auf eure Kommentare und bin schon gespannt, wer von euch sich bald über dieses schöne Geschenk freuen darf. Die Verlosung unter allen Kommentaren machen wir am 03. Oktober 2013.

Liebe Grüße und viel Glück
Cala

 

Zwischendurch: Karotten-Erdnussöl-Salat mit Apfel

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Es gibt viel Neues zu erzählen und ich bin noch einige Posts schuldig, die etwas umfangreicher sind. Außerdem gibt es demnächst auch wieder etwas zu gewinnen.
Dazu aber in ein paar Tagen mehr – lasst euch überraschen 😉

Da ich in letzter Zeit wenige Rezepte gepostet habe, gibt es heute ohne viel Tamntam ein leckeres Rezept, das ich im Moment sehr gerne mache.

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Karotten-Erdnussöl-Salat mit Apfel

Für diesen Salat eignen sich die lila „Puple-Haze“-Kraotten besonders gut.

Zutaten
pro Portion ca. 150g Karotten
1 kleiner, säuerlicher Apfel
Erdnussöl, Meersalz

Karotten gründlich waschen (wer mag, kann sie auch schälen), Apfel waschen und beides auf einer groben Reibe reiben (ich benutze, weil es schnell und effektiv ist, die grobe Zestenreibe von Microplane). Mischen und mit Erdnussöl und Meersalz abschmecken.

Tipp: Wer möchte, kann zusätzlich Erdnüsse in den Salat geben. Außerdem lässt sich das Rezept auch mit Walnüssen & Walnussöl abwandeln.

Ansonsten experimentiere ich im Moment dank eines überfüllen wilden Pfirsichbaumes auf meinem Spazierweg mit dem Einkochen von Obst und der Herstellung von Marmelade.

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Die Herausforderung für mich besteht darin, sie möglichst ohne Zucker und Chemie haltbar zu machen und trotzdem ein schmakhaftes Ergebnis zu erzielen. Inzwischen definitv verworfen habe ich schon mal das Einkochen im Backofen – das funktioniert, zumindest im meinem Backofen, gar nicht… Tipps sind willkommen!
In diesem Sinne liebe Grüße
eure
Cala

Auf 1000 Metern Höhe: Wo Biogemüse und besondere Raritäten wachsen

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Ich bin euch noch einen letzten Urlaubsbericht schuldig und auf den habe ich mich ganz besonders gefreut (und ja auch schon ein paar Andeutungen gemacht).

Ich hatte Waltraud nämlich gebeten, nach Biobauern und regionalen Lieferanten für  unseren Kochkurs Ausschau zu halten. Zum Frühstück überreichte sie uns eine Liste, die Boris mehr oder weniger auf gut Glück abtelefoniert hat. Durch diesen Zufall hatte er Harald Gasser vom Aspinger Hof am Telefon, von dem wir schon öfter gelesen hatten.
Er war nicht nur da, sondern hatte tatsächlich spontan Zeit und Lust uns zu zeigen, was er tut. Dass wir damit ein ziemliches Glück gehabt haben, erfuhren wir allerdings erst später.

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Wie so oft hier in Südtirol, sind die mündlichen Hinweise wichtiger als das Navi: wir fahren wie Herr Gasser es am Telefon erklärt hat und zählen wie angewiesen die Kehren auf einer Serpentinenstraße, die uns von Barbian aus Meter um Meter hoch in die Berge führt. Endlich entdecken wir den Hof.

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Das letzte Stück laufe ich zu Fuß, weil es hier so unglaublich schön ist und ich Fotos machen möchte: von den sattroten riesigen Mohnblumen, den Enten, dem Garten und dem unglaublichen Ausblick den man hier hat. Die Ruhe und die Sonne – das ist Meditation pur und ich empfinde einfach nur Dankbarkeit und die Freude, das genießen zu können.  Boris ist mit dem Auto und den Hunden vorgefahren und hat  sich schon mit Harald bekannt gemacht. „Und wer ist jetzt Cala?“ fragt der grade, als Boris die Auffahrt hinauf auf mich deutet: „Das ist Cala.“ „Und wer kocht?“ „Cala kocht.“ Na also.

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Harald Gasser baut hier oben im rauen Bergklima Obst und Gemüse an, und zwar nicht nur Sorten, die hier seit Jahr und Tag beheimatet sind, sondern Exotisches aus aller Welt. Er verwendet keinerlei Chemie, sondern arbeitet in Mischkultur nach den Grundsätzen der Permakultur – einem Konzept, das von der Idee ausgeht, dass Menschen, Tiere und Natur zum gegenseitigen Nutzen wirken können. So ist der Grundsatz des Jungbauern, dass er sich an die Natur anpassen muss – und nicht umgekehrt. Das bedeutete z.B. auch, dass geerntet und geliefert wird, wenn die Früchte reif sind – und nicht wenn der Konsument sie haben will.

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Dass wir mehr oder weniger durch einen Zufall hier gelandet sind, erweist sich als gewaltiges Glück: Herr Gasser, so erfahren wir, verkauft sein Obst und Gemüse normalerweisen gar nicht an Endkunden und ist auch auf keinem Wochenmarkt vertreten.

Was er anbaut, geht nur zu 20% in den Handel – statt dessen reißt sich die Spitzengastronomie um dieses Gemüse – allen voran der Gourmetkoch Herbert Hintner vom Restaurant „Zur Rose“ in Eplan, aber auch das Spitzenrestaurant im Hotel Stafler in Mauls, Dallmayr in München oder das Restaurant im Seehotel Überfahrt am Tegernsee. Insofern habe ich schon arge Bedenken, ob wir hier tatsächlich um Zutaten für unseren Kochkurs fragen können. Aber Harald findet unser Interesse, das Projekt Cala kocht und den Kochkurs spannend und sagt spontan zu, dass wir ihn im Oktober mit der Kochkurs-Gruppe besuchen und bei ihm auch einkaufen können – im Vorfeld würde gemailt und alles abgestimmt – ich bin schon gespannt, ob das klappt 😉

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Einstweilen führt er uns  durch seinen Garten und wir lernen viel Neues kennen – Gemüsesorten, von denen ich noch nie etwas gehört habe, oder die ich noch nie in Natura gesehen habe. Auch Exotisches wie die in Peru beheimatete Maca-Wurzel gedeiht hier oben offensichtlich problemlos. Harald zeigt, erklärt und lässt uns probieren. Vor allem sein unglaubliches Wissen um die Bedürfnisse und Eigenschaften der einzelnen Pflanzen ist es, was seine Arbeit so erfolgreich macht.

Gemeinsam überlegen wir, was im Oktober erntereif sein könnte und was eventuelle für unseren Kochkurs zur Verfügung steht. Neben Mangold, Spinat, Zwiebeln und Peperoncini werden wir auch mit weniger bekanntem Gemüse rechnen können – Kleerübe, Rettichschote, Abesinischer Kohl, Knollenziest, Gemüseamaranth, Mönchsbart und Gartenmelde könnten unseren Speisplan bereichern und wären dann auch für mich eine neue kulinarische Erfahrung. Das wird spannend und ich hoffe, die Kursteilnehmer sind genauso offen und neugierig wie ich.

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Wenn es bis dahin noch keinen Frost gegeben hat (im Oktober wäre das in Südtirol durchaus möglich), werden wir bei Harald sogar Erdmandeln bekommen. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, wird aber inzwischen auch bei uns immer beliebter – allerdings vorwiegend in getrockneter Form.  Nach Südtirol kam sie, so erklärt Harald, vor 500 Jahren als Kaffee-Ersatz. Hierfür wurden die Knollen geröstet. Ihren Namen verdankt die Pflanze dem nussigen Geschmack der Knollen. Sie enthalten viele Ballaststoffe und regen den Stoffwechsel an. In der Küche verwendet man sie allerdings sehr zurückhaltend und eher wie ein Gewürz. Sie enthält nämlich sehr viele Fettsäuren und diese nehmen Schwermetalle auf. Das, so Harald, sei nicht nur beim Anbau sehr wichtig zu beachten, sondern auch bei der Dosierung in der Küche. So verwendet man die Erdmandel zum Beispiel als Topping für Fleisch und Gemüse oder als Zutat für ein Pesto.

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Natürlich denke ich bei der herbstlichen Küche auch sofort an Kürbis, aber da belehrt mich Harald und ich lerne etwas Entscheidendes: der Kürbis schmecke erst, wenn er ausreichend nachgereift sei – um Weihnachten herum sei sein Geschmack ideal – oder um es mit Harald Wort zu sagen: „vorher ist er ein halbfertiger Kack“ 😉

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Hingegen werden die typischen Herbstgemüse wie Petersiliewurzeln, Karotten und Beeten in allen Farben, Kohlrabi und Knollensellerie verfügbar sein. Mit etwas Glück gibt es auch noch Tomaten, Minifenchel und diverse Salate.

Etwas weniger bekannt und sicher auch spannend ist der Zuckerwurz, die „europäische Kartoffel“, die wir für eine Suppe oder ein Püree verwenden können.

Immer weiter führt uns Harald durch den Garten und zählt dabei auf, was im Oktober reif sein könnte: Erdkastanien, Physalis (auch Tomatillo genannt),  oder die „knollige Blatterbse“, deren  Knolle vom Geschmack her rohen Erbse ähnelt, sehr proteinreich ist und als „Südtiroler Trüffel“ bezeichnet wird. Das wäre natürlich spannend zu probieren.

Mitte Oktober wird es vermutlich auch schon Kastanien geben – die Gegend in Südtirol ist bekannt dafür. Auch der sog. „Hörnchenkürbis“ ist vielleicht erntreif. Das einjähriges Kürbisgewächs aus Peru schmeckt nach Gurke (und wir deshalb auch „Inka-Gurke“ genannt). Es gilt als besonders gesund.

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Nebenbei rupft der Bio-Gärtner die eine oder andere Wurzel aus, die ich nicht nur probiere, sondern heimlich horte und schließlich bis nach Hause bringe. Und so wächst in meinem Garten jetzt unter anderem eine Maca-Pflanze (ich bin ganz stolz!) und ein sehr robustes Rübengewächs, von dem ich keine Ahnung habe, was es ist – wir werden es demnächst einfach mal ausgraben und probieren 😉

Für mich ist aber ganz klar, dass der Besuch und Einkauf bei Harald Gasser ein Highlight unseres Kochkurses im Oktober werden wird – eine Gelegenheit die wirklich einmalig und etwas ganz Besonderes ist. Ich freue mich sehr darauf!

Euch ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Cala

Das hätte ich nicht gedacht…

Vom Bartgaishof in Vahrn habe ich hier schon mal erzählt. Inzwischen ist die Gärtnerei für uns zu einer festen Anlaufstelle geworden, wenn wir in Südtirol sind. Ich habe festgestellt, dass die Pflanzen sehr robust sind und auffallend gut gedeihen. Im Vergleich zu anderen Pflanzen, erscheinen Sie mir sehr viel robuster und ich habe dieses Jahr auch einige „Parallelpflanzungen“ gemacht, um einen direkten Vergleich zu haben. Die Pflanzen vom Bartgaishof schnitten eigentlich immer am besten ab ein Zeichen für die gute Qualität. Auch bei den Tomaten sind sie in Wachstum und Ertrag deutlich besser als die andere Pflanzen, die dieses Jahr bei mir nur spärlich Früchte getragen haben.

 

Trotzdem war ich überrascht, dass ich auch mit dem Zironengras, das ich mir im Juli mitgenommen habe, so viel Erfolg hatte. Das war ein kleines Pflänzchen, als ich es kaufte und ich habe – ehrlich gesagt – nicht viel Hoffnung gehabt, dass es bei uns richtig gedeihen würde.

Nachdem es jetzt im Sommer in den Hochbeeten wirklich eng wurde, haben wir nach dem Urlaub mehrere große Tontöpfe gekauft und mit Gemüse bepflanzt. Eine schöne Rhabarer-Pflanze, mehrere Erdbeeren, Sauerampfer und eine Aubergine haben hier Platz gefunden. Außerdem haben wir einige ganz exotische Pflanzen beheimatet, von denen ich aber noch berichten werde. Inzwischen stehen zwei weitere Töpfe bereit, in denen ich einen Versuch mit Aroniapflanzen starten möchte.

Das Zitronengras jedenfalls, dass ich vom Bartgaishof mitgenommen habe, scheint sich bei uns sehr wohl zu fühlen. Es wächst toll und ich habe jetzt schon ein paar Mal geerntet.  Frisches Zitronengras ist etwas Wunderbares und ist natürlich auch deutlich aromatischer als das getrocknete. Manchmal bekommt man es auf dem Wochenmarkt oder im Biomarkt. Frisch geeernet ist es aber noch mal etwas ganz anderes. Seit einer Weile experimentieren ich also mit meiner Ernte und  habe damit unter anderem eine einfache, äußerst schmackhafte Süßkartoffelsuppe gekocht. Außerdem verwende ich es für meinen Ingwer-Zitronengrastee, mit dem ich der Erkältungswelle getrotzt habe, der bei uns ganz viele zum Opfer gefallen sind.

Calas Süßkartoffel-Suppe mit Zitronengras

Man sagt, dass Süßkartoffen zu den gesündesten Gemüsen überhaupt gehören.  Tatsächlich stecken sie voller Nähr- und, Vitalstoffe, enthalten hochwirksame Antioxidantien und viele Vitamine. Zudem sind Süßkartoffeln äußerst vielseitig und lecker – und perfekt für eine schmackhafte Suppe geeignet.

Zutaten (pro Portion gerechnet)

ca. 150 g Süßkartoffeln
Kokosöl
1/2 Zehe frischer Knoblauch
1 Stängel Zitronengras
Sel Gris, Pfeffer (ideal ist Tasmanischer Bergpfeffer)

Süßkartoffel schälen, würfeln und in Kokosöl anbraten. Knoblauch schälen, fein hacken und hinzugeben. Zitronengras schälen, die weißlich-hellgrünen, weichen Teile der Stängel in feine Röllchen schneiden, das übrige etwas festere Grün gob zerteilen, so dass man es später leicht wieder entfernen kann. Etwas Sel Gris hinzugeben und alles gut anbraten. Soviel heißes (!) Wasser angießen, dass die Süßkartoffeln etwa 2 Finger breit bedeckt sind. Aufkochen, dann auf kleinste Hitze schalten und etwa 30 Minuten köcheln. Die groben Teil des Zitronengrases entfernen, dann die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer fein abschmecken dabei unbedingt darauf achten, dass man den feinen Zitronengras-Geschmack nicht überdeckt.

 

Frischer Ingwer-Lemongrass-Tea

Zutaten
für 1 Liter Tee rechne ich
1 Stängel Zitronengras
ca. 3cm eines daumendicken Stücks Ingwer

Wasser in einen Topf füllen.  Zitronengras schälen, die hellgrünen weichen Teile der Stängel in feine Röllchen schneiden, das übrige etwas festere Grün gob zerteilen, so dass man es später leicht wieder entfernen kann (man kann für den Tee auch nur das grobe Grün verwenden und die weichen Teile des Stängel anderweitig verarbeiten). Ingwer schälen und in Würfel schneiden. Zitronengras und Ingwer ins Wasser geben. Aufkochen, dann auf kleinste Stufe zurückschalten und 10 Minuten köcheln lassen.

Tipp: Je nach gewünschter Schärfe kann man mehr oder weniger Ingwer nehmen. Der Tee lässt sich bei Bedarf auch gut mit Honig süßen – wobei das eher etwas für den Winter ist…

Noch ein Almbesuch, viele Kühe, ein ungewöhnlicher Käse und ein neues Rezept für eine Brotsuppe


Natürlich möchte ich meinen Urlaubs-Nachbericht noch ein bisschen fortsetzen, auch wenn es sich hinzieht, ihr merkt es. Im Moment stehen einfach so viele Dinge gleichzeitig an, dass es überall nur peu à peu vorangeht. Aber letztendlich hetzt mich ja niemand, die einzige, die ungeduldig ist, bin ich selbst…

Es hat sich sehr gelohnt, dass wir uns diesmal im Urlaub an unsere Vorsätze gehalten und Aktivität und Passivität im voraus geplant haben. Dadurch kam weder ein schlechtes Gewissen auf, wenn gefaulenzt wurde, noch haben wir über unsere Aktivitäten stundenlang gegrübelt. Wir hatten uns im Vorfeld genau überlegt, wie wir die Tage gestalten und was wir (wann) machen wollten.

Dazu gehörte in Südtirol auch ein Besuch der Kreuzwiesenalm auf der Lüsner Alm, den wir schon eine ganze Weile machen wollten. Vor allem wollte ich diese Alm besuchen, weil hier Bio-Käse in traditioneller Weise hergestellt (und verkauft) wird. Und natürlich wollte ich wissen, ob wir den Käse für unseren Kochkurs im Oktober beziehen und die Alm dann ggf. auch besuchen können.

Den Ausgangspunkt für diesen Ausflug bildete das beschauliche Dörfchen Lüsen, ziemlich genau zwischen Brixen und Bruneck gelegen und für sich schon ein nettes (wenngleich auch unspektakuläres) Ausflugsziel. Hier haben wir uns erst einmal mächtig verfahren und gelangten auf äußerst abenteuerlichen Wegen und einer langen Fahr bergauf leider nur zum falschen Parkplatz… Es ist bei uns nicht anders als anderswo und wie aus dem Lehrbuch: Bevor Boris fragt, verfährt er sich lieber dreimal. Ich weiß nicht, ob das wirklich typisch männlich ist (sagt man, ja, oder?) bei uns ist es aber definitiv so. Das Navi darf auch nicht immer eingeschaltet werden (abgesehen davon hätte es uns hier auch nicht wirklich geholfen) und dann verfahren wir uns auch schon mal mächtig und alle sind schuld, nur der Fahrer nicht (auf so blöde Ausflugsideen kommt ja schließlich auch immer nur einer bei uns…)

Nachdem wir also mit Hilfe einer Schweizer Wanderin (die im Gegensatz zu uns in Besitz einer vernünftigen Karte war) festgestellt hatten, dass wir auf der komplett falschen Seite des Berges gelandet waren (wie blöd…), war der Rest ganz leicht. Nach der abenteuerlichen Abfahrt war die richtige (und weit weniger abenteuerliche) Auffahrt bald gefunden und der Parkplatz schnell erreicht.

Durch unsere erste Almwanderung das Procedere bereits gewohnt, versuchten wir den Aufstieg zur Alm zunächst über die Steige, waren uns irgendwann aber nicht mehr sicher auf dem richtigen Weg zu sein und entschlossen uns deshalb, auf den offiziellen Wegen weiter zu wandern. Das erwies sich als guter Entschluss, zum einen, weil die Steige – oberhalb derer wir dann liefen und die wir gut sehen konnten – ein steiles Tal durchquerten, zum anderen, weil wir sonst nicht die Bekanntschaft all der netten Kühe gemacht hätten, die auf den Wiesen rund um die Alm grasten oder im Schatten ruhten – und sich sehr für uns vier interessierten.

Wie man sieht, war das Interesse beidseitig 😉

Der Tag war ziemlich heiß so dass wir ganz schön ins Schwitzen kamen und froh waren, die Almhütte schließlich zu erreichen – wir waren deutlich länger unterwegs als prognostiziert und auf den Schildern angegeben – 1,5 Stunden bestimmt.

Nach der Seiser Alm ist der Lüsner Kamm die zweitgrößte Hochalm in Südtirol. Mit mehr als 2000 ha Almwiesen und Weideflächen zählt sie zu den ausgedehntesten Hochebenen der Alpen. Im Sommer wird sie seit Jahrhunderten von den Bauern des Tales  bewirtschaftet. Sie lassen hier seit jeher ihre Tiere weiden und mähen die Wiesen für Winterfutter.

Die Schutzhütte der Kreuzwiesenalm ist um einiges größer als die Karseggalm (erinnert ihr euch an meinen Post?). Ursprünglich 1932 erbaut, wurde sie 2005 erweitert und modernisiert. Hier kann man sogar übernachten und seinen Urlaub verbringen. Die Alm ist  – sofern man eine Fahrgenehmigung hat – auch mit dem Auto zugänglich, was mir insofern gefällt, als dass ich an diejenigen Teilnehmer unseres Kochkurses denke, die vielleicht nicht so gut zu Fuß sind, trotzdem aber die Alm gerne besuchen möchten. Ob das am Ende tatsächlich klappt, müssen wir sehen, aber es ist schon mal gut zu wissen, dass es grundsätzlich möglich ist.

Auf der Kreuzwiesenalm-Alm wird nämlich ein ganz spezieller Käse hergestellt, eine Rarität, die ich gerne zum Kochen benutzen möchte: der Ziggokas, auch Ziggole oder Kasziggo genannt (siehe Titelfoto). Dieser Sauermilchkäse wird aus entrahmter Almrohmilch hergestellt, kegelförmig gedreht und reift 2-3 Wochen. Er ist intensiv im Geschmack, mürb und trocken und wird traditionell mit Almbutter verzehrt. Inzwischen wird er aber auch gern (wie der Hessische Handkäs 😉 ) mit Zwiebeln, Essig und Öl gegessen.

Solche Spezialitäten sind natürlich per se limitiert und die Vorräte gingen auf der Alm gerade zur Neige, so dass ich glücklich war, dass ich die junge Wirtin überreden konnte, mir wenigstens einen kleinen davon zu verkaufen. Was ich damit machen wollte, wusste ich schon…

Aber erst einmal fielen wir über frisches Wasser und die herrlichen Köstlichkeiten her, die in der frischen Bergluft und bei dem großartigen Wetter natürlich noch mal so gut schmeckten. Der Krautsalat war ein Gedicht, der Käse sowieso und die Krönung war dann der Kaiserschmarrn…

Bis die Schwalben im Tiefflug unsere Anny angriffen (so recht haben wir nicht verstanden wieso, hat jemand von euch eine Erklärung dafür?) genossen wir einfach den Tag und das Sein, beobachteten das Treiben rings um uns (allem voran eine große Patchworkfamilie, die offenkundig gerade einen längeren Urlaub hier antrat, was wohl eine größere Herausforderung war…) und weideten uns an dem großartigen Ausblick. Wann hat man schon mal so ein Glück?

Meinen Käse habe ich heil bis nach Deutschland gebracht und zu Hause damit noch mal den Versuch einer „Vinschgauer Brotsuppe“ gestartet. Wir waren total begeistert – das neue Rezept gefällt mir sehr gut und auch Boris fand es toll. Die richtige Inspiration brachte der Schaurhof, wo ich diesmal endlich die „Vinschgauer Schwarzbrotsuppe“ probiert habe (wenn ihr dort seid, müsst ihr sie unbedingt probieren!) Zu Hause habe ich dann rekonstruiert….

Calas Rekonstruktion der
Vinschgauer Schwarzbrotsuppe

 

 

Zutaten für 2 Personen

2 kleine weiße Zwiebeln
200-300g trockenes Brot in mundgerechten Stücken (möglichst gewürzt, siehe Tipp)
ca. ½ l Gemüsebrühe
½ Bund glatte Petersilie
1 Ei
2 Esslöffel sehr harter Käse, möglichst Ziege oder Schaf (z.B. Ziegenfeta)

Zwiebel halbieren und die Schnittflächen ohne Fett in einem Topf anrösten. Zwiebel aus dem Topf nehmen. Gemüsebrühe angießen. Eventuell verbrannte Teile der Zwiebel abschneiden, schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zweite Zwiebel ebenfalls schälen und in Stücke schneiden. Zwiebeln zur Gemüsebrühe geben. Aufkochen, dann auf kleine Hitze zurückschalten und ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Zwiebeln weich sind. Inzwischen die Petersilie waschen und hacken. Trockenes Brot in Teller verteilen. Ei vollständig verquirlen. Die Suppe noch einmal aufkochen, damit sie sehr heiß ist. Das Ei in die Suppe geben, dabei weiterschlagen, damit das Ei nicht als ganzes, sondern in kleinen „Flocken“ in der Suppe landet. Suppe auf die Teller verteilen, das Brot sollte sich jetzt mit der Suppe vollsaugen und weich werden. Käse auf die Suppe krümeln und mit Petersilie bestreuen.

Tipp: Idealerweise nimmt man für eine Brotsuppe vollständig getrocknetes Gewürz-Brot (Vinschgauer) – in Südtirol gibt es das fertig zu kaufen. Aber natürlich kann man das Brot auch selber trocknen. Allerdings empfiehlt es sich dann, das Brot bereits vor Trocken in mundgerechte Stücke zu schneiden – wenn das Brot komplett getrocknet ist, ist es meist so hart, dass man es kaum noch zerteilen kann…

Ein Lieblingsplatz im Garten, nochmal ein Kuchen mit Johannisbeeren und wieder eine Inspiration von Virginia

Mein momentaner Lieblingsplatz im Garten sind die beiden Korbstühle, die ich im Frühjahr geschenkt bekomme habe und die im Moment unter userem kleinen Quittenbaum stehen. Leider war heute das Wetter nicht optimal für Fotos, aber um draußen ein Päuschen einzulegen, zu lesen oder zu ein bisschen zu träumen, war es trotzdem schön. Trotz Buchhaltung und Schreibtischarbeit genieße ich noch diese Feriensonntage – wenn die Alltag wieder losgeht, sind sie wieder fest in den Terminplan eingebunden und gewöhnliche Arbeitstage.

Direkt nach dem Frühstück habe ich einen Blick mein Cala-kocht-Facebook-Profil geworfen und fand Virginias Posts (hier). Ich liebe Zitronenkuchen, habe im Moment viel Lust zum Backen und außerdem…

 

…. hatte ich wieder Johannisbeeren im Haus 😉

Gelegenheit also, gleich nochmal eine Inspiration von „Jeannys Zucker Zimt & Liebe“ aufzugreifen und nochmal eine Johannisbeervariante daraus zu machen. Auch diesmal hatte ich kein weißes Mehl, aber noch wunderbaren italienischen Hartweizengrieß. Weil auch der Kokosblütenzucker von Lotao darauf wartete, getestet zu werden (er ist genial, hat ein wunderbares Karamellaroma und wird ab sofort unseren Shop bereichern…), wanderte er ebenfals in Teig, den ich außerdem von der Menge her wieder etwas reduziert und unserem Vorrat an Eiern angepasst habe – ich mag sowieso die kleinen Kuchen lieber und sie haben sich in unserem 2-Personen-Haushalt auch bewährt. Besonders spannend fand ich das Backen mit Olivenöl statt Butter. Das Ergebnis war köstlich, der Kuchen wurde bis zum letzten Krümel verspeist und auch bei uns sehr gelobt. Es lohnt sich, das Rezept auszuprobieren (nicht nur meines, sondern ganz sicher auch das Original!).

Calas Zitronen-Grieß-Kuchen mit Johannisbeeren
nach einer Inspiration von Jeannys Zucker, Zimt & Liebe

Zutaten
3 Eigelbe
2 Eiweiß
1 Prise Salz
80g Kokosblütenzucker (ich habe den Bio Kokosblüten-Rohzucker von Lotao verwendet)
100 ml bestes Olivenöl (ich habe das Olivenöl von der Fattoria San Martino verwendet)
1 EL frisch gepresster Zitronensaft
75 g Hartweizengrieß
Zesten von 1 Bio-Zitrone
ca. 300g Johannisbeeren
etwas Puderzucker

Bei der Zubereitung habe ich mich wieder weitgehend an das Originalrezept gehalten:

Den Ofen auf 175°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine keine Springform (ca. 20 cm Durchmesser) mit Olivenöl gut ausfetten (auch den Rand). (Im Originalrezept wird der Boden vorher mit Backpapier ausgelegt. Ich habe das auch gemacht, kann nicht wirklich sagen, was der Vorteil ist und würde das Backpapier das nächste Mal weglassen.)

Die beiden Eigelbe mit dem Zucker in der Küchenmaschine ca. 5 Minuten lang zu einer hellen Creme schlagen. Geschwindigkeit des Mixers reduzieren, dann nach und nach Olivenöl hinzufügen, danach den Zitronensaft.

Mit den Knethaken und auf ganz kleiner Stufe Hartweizengrieß und Zitronenzesten vorsichtig untermischen – der Grieß soll nur gerade so mit dem Teig vermischt sein.

Eiweiß mit einer Prise Salz schaumig schlagen. Zunächst nur 1/3 unter den Teig mischen, damit er sich lockert, dann das restliche Eiweiß vorsichtig unterheben. Teig in die Springform geben. Johannisbeeren waschen, mit einer Gabel von den Stielen befreien und auf dem Teig geben. 90 Minuten backen (der Grieß braucht länger um fest zu werden, als gewöhnliches Mehl).

Etwas abkühlen lassen und am eurem Lieblingsplatz im Garten oder anderswo zu einer schönen Tasse Kaffee genießen…

In diesem Sinne
liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche

eure
Cala

Immer wieder Südtirol – und immer wieder neu…

Es wird Zeit, euch von der letzten Station unseres Sommerurlaubs zu berichten – zumindest vom ersten Teil dieser Etappe, denn wir haben noch einiges zu erzählen. Von der Steiermark aus sind wir montags Richtung Südtirol gefahren. Wir haben die Strecke durch das Pustertal genommen, was mir sehr gelegen kam. Auf dem Weg lagen nämlich einige Biohöfe, die ich mir schon lange ansehen wollte. Auch der Tuchweber Hermann Kühebacher – der einzige Tuchweber der Gegend, der noch nach den überlieferten einfachen Techniken der Schaftweberei arbeitet und traumhafte Stoffe webt – hat hier seine Werkstatt und bisher haben wir nie die Zeit gefunden, die Strecke zu fahren.

Boris war zunächst nicht sehr glücklich über meine Pläne, er steuert solche Ziele nicht gerne auf der Durchreise an, was ich verstehen kann. Da ich aber weiß, dass wir manche Dingen nie tun, wenn nicht einer von uns ein Machtwort spricht, bin ich eisern geblieben, was sich – wie so oft 😉 – wirklich gelohnt hat.

Vor allem haben wir uns zwei Demeter-Höfe angesehen (hier und hier), von denen wir Zutaten für unseren Kochkurs im Oktober bekommen können – Mehl und Brotklee zum Backen, frisch geflockte Haferflocken, Holundersirup, Käse, wunderbaren Topfen und zweimal die Woche im Holzofen gebackenes, herrliches Brot. Auch die Vinschgauer für unsere Brotsuppe werden wir hier beziehen. Außerdem bekamen wir den Tipp für eine tolle Käserei, von der wir sonst nicht erfahren hätten und das wäre sehr schade gewesen.
Als wir kamen, wurden die Kühe und Ziegen grade im Stall unter lauter Volksmusik-Beschallung gemolken, das allein schon war eine Szenerie für sich, wir kamen aus dem Stauen und Fotografieren gar nicht mehr raus…

Einer der Söhne des Bauern stand währenddessen im Laden und verkaufte sehr souverän (und natürlich zweisprachig, wie sich das hier gehört) Käse: selbstverständlich haben wir nicht nur probiert, sondern auch das eine oder andere mitgenommen, toll! Von dieser Käserei werden wir ganz sicher mindestens unseren Frischkäse für den Kochkurs beziehen und werden – wenn das von den Teilnehmern gewünscht wird – auch die Möglichkeit haben, den Hof zu besichtigen.

Die Suche nach Hermann Kühebacher gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet, da er inzwischen mit der Weberei von Innichen (wo er herkommt und wir ihn erwartet hatten) nach Welsberg gezogen ist. Dort haben wir ihn schließlich auch angetroffen, allerdings hatte er wenig Zeit – er war mit Dreharbeiten beschäftigt und hatte es eilig. Trotzdem haben wir kurz über unser Vorhaben im Oktober gesprochen und vereinbart, uns rechtzeitig zu melden, damit die Teilnehmer der Kochkurses eventuell auch die Weberei besichtigen können.

Es gefällt mir gut, wie das hier läuft: man lernt sich kennen, erzählt sich von einander und jeder respektiert und unterstützt, was der andere tut – selbst wenn manchmal am Anfang etwas Skepsis ist, herrscht doch grundsätzlich eine Offenheit und Neugier, für das, was der andere tut. Es geht nicht um Geld oder Profit, sondern um die Leidenschaft, mit der jeder einzelne mit seiner Sache unterwegs ist. Das schließt den Respekt für die Sache des anderen automatisch mit ein und das ist ein schönes Gefühl. Kein einziges Mal sind wir Misstrauen oder abschätzigen Meinungen begegnet (jedenfalls kann ich mich nicht erinnern) – es herrscht eine grundsätzliche Atmosphäre der Offenheit und Ehrlichkeit – auch in der Begegnung miteinander.

Den Abend haben wir in Bruneck verbracht, das wir auch noch nicht kannten. Auch dieser Zwischenstop, den wir aus Zeitgründen fast schon auslassen wollten, hat sich sehr gelohnt. Die Stadt ist wunderschön und lädt zum Schlendern, Stöbern und Verweilen ein.

In einem Weinlokal haben wir dann auch den Sommerabend ausklingen lassen und sind dann gemütlich in Richtung Sterzing gefahren – inzwischen ist das für uns, als ob wir nach Hause kommen und schön ist es auch, dass Waltraud dann auch nur nur kurz ruft „der Schlüssel steckt, ihr wisst ja Bescheid…“

Euch allen eine schön Woche
Cala

zwischendurch & ehe die Zeit rum ist: Hafermark-Kuchen mit Buttermilch und Johannisbeeren

Ich liebe Johannisbeeren (stört euch das Saure? Mich gar nicht, ich mag es sogar gern…) und als ich dieses Rezept sah, wusste ich, dass es an der Zeit war, mal wieder einen Kuchen zu backen.

Bevor ich also weiter von unserem Urkaub berichte, muss ich euch unbedingt das Rezept aufschreiben. Da wir grade dabei sind, konsequent Reste aufzubrauchen uns ich das sowieso ausprobieren wollte, habe ich statt normalem Zucker Holzzucker (Xylitol) verwendet, den mir eine Bekannte neulich zum Ausprobieren gegeben hat (da ich generell so gut wie keinen Zucker verwende, kann ich nicht viel dazu sagen, Boris hat ihn auch probiert und fand ihn gut). Statt Mehl habe ich „Hafermark“ benutzt, das wir aus Österreich mitgebracht haben, und statt Erdbeerbuttermilch normale Buttermilch. Insgesamt habe ich nur die Hälfte des Teiges gemacht, dafür aber mehr Johannisbeeren verwendet und den Kuchen in einer kleinen Springform gebacken.

Ihr könnte jetzt also zwischen zwei Rezepten wählen – dem Original von Virginia und meiner abgewandelten Form:

Hafermark-Kuchen mit Buttermilch und Johannisbeeren

Zutaten für eine kleine Springfom (Durchmesser 20 cm):
175ml Buttermilch
160 g Bio-Hafermark (gibt es in Österreich in den Spar-Märkten), alternativ kann man Weizenmehl benutzen
1/2 EL Weinstein-Backpulver
60g Holzzucker (Xylitol) – kann auch durch normalen Zucker ersetzt werden
1 Prise Salz
1 Ei
30g geschmolzene Butter
300g Johannisbeeren, entstielt und gesäubert
Puderzucker

Bei den Arbeitsschritten bin ich weitgehend nach dem Originalrezept vorgegangen:

1.) Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform fetten und mit Mehl ausstäuben.
2.) Buttermilch und Ei mischen, dann die geschmolzene Butter hinzugeben und verrühren.
3.) Mehl, Backpulver, Zucker und Salz vermengen. Zur Buttermilchmischung geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verrühren.
4.) Den Teig in die Springform füllen.
5.) Johannisbeeren auf dem Teig verteilen.
Achtung: Das Hafermark ist ziemlich fest und der Teig daher sehr robust. Wenn man den Teig mit Weizenmehl macht, könnte es sein, dass die Johannisbeeren auf den Boden der Kuchenform sinken. Wer das verhindern möchte, kann probieren, die Johannisbeeren vorher mit etwas Mehl zu mischen – laut Originalrezept verhindert das ein Absinken der Beeren, ich habe es aber nicht ausprobiert. Ggf. dann auch weniger Beeren verwenden.
6.) Ca. 35 Minuten backen (das Hafermark braucht etwas länger als Weizenmehl, wer mit Weizenmehl arbeitet, sollte deshalb schon nach 20-25 Minuten mit einem Holzstäbchen eine Garprobe machen). Abkühlen lassen, dann aus der Form lösen.
7.) Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Danke Virginia für das tolles Rezept und die damit verbundene Inspiration!

Liebe Grüße
Cala

 

Hessen trifft die Steiermark – auch in kulinarischer Hinsicht…

Bevor ich morgen zur Taufe meines Patenkindes nach Westfalen fahre (ich bleibe aber nur bis Sonntag), wollte ich euch gerne noch von unserer nächsten Urlaubsetappe erzählen. Ich habe ja berichtet, dass wir vom Salzuburger Land mit Zwischenstop auf der Karseggalm zum Verwandtenbesuch in die Steiermark gefahren sind (siehe hier), mit der ich viele Kindheitserinnerungen verbinde.

In den letzten Tagen habe ich dann mal ein bisschen in alten Fotos gestöbert. und bin fündig geworden. Auf dem Bild oben könnt ihr Fotos von dem Almurlaub (1978) sehen, von dem ich erzählt habe. Ganz unten bin ich mit einer Cousine, rechts mit einem Cousin zu sehen. Auf dem Bild oben links seht ihr den ganzen Kinderhaufen mit mir in der Mitte.

Auf dem Bild unten seht ihr auf dem mittleren Foto die Tante, die ich immer noch besuche (das Mädel daneben bin ich). Inzwischen ist sie schon über 80 Jahre alt. Mein Onkel lebt leider nicht mehr – er ist derjenige, der immer mit uns durch die Gegend gefahren ist. Auf dem Foto rechts bin ich mit meiner Großmutter zu sehen und auf dem Foto links mit Oma, meiner Mutter, einer Cousine und meinem Bruder.

Ich braucht aber nicht zu glauben, dass ihr jetzt die ganze Verwandschaft kennt – die Familie meiner Mutter ist groß. Ich habe aber eigentlich nur noch Kontakt zu besagter Tante. Die anderen Cousins und Cousinen treffen sich wohl noch ab und zu auf der Alm, aber hier ist der Kontakt komplett abgerissen. Ich habe ein paarmal versucht, das zu reaktivieren, aber leider verlief das immer im Sande. Mittlerweile habe ich es aufgegeben.

Die Dörfer, in denen meine Mutter aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, und die ich in meiner Kindheit oft besucht habe, haben sich leider sehr verändert und sind so gut wie ausgestorben, vor allem, seitdem man vor vielen Jahren außerhalb des Ortes ein riesiges Einkaufszentrum gebaut hat. Es ist richtiggehend traurig, durch die Straßen zu wandern und zu sehen, dass fast alles verschwunden ist, das mir mal vertraut war. Für meine Mutter ist das natürlich noch schlimmer und sie fährt inzwischen gar nicht mehr hin.

Ich bin diesmal noch mal sehr bewusst durch den Ort gelaufen und habe Bilder gemacht. Mein Opa war in diesem kleinen Dorf in der Steiermark Arzt und bekannt „wie ein bunter Hund“. Ich glaube, zu der Zeit, als wir noch regelmäßig im Sommer mit meiner Mutter dort hinfuhren, gab es niemandem im Ort, der „den Herrn Primarius“ nicht kannte und der nicht irgendwen in der Familie hatte, den mein Opa irgendwann mal „zusammengeflickt“ hat. Zu der Zeit praktizierte mein Opa nicht mehr, aber er war 1941 in das Dorf gekommen und hat viele, viele Jahre lang als Arzt dort gearbeitet. Und damals  war es noch so, dass ein Arzt (mein Großvater war Chirurg) von der Grippe über den Blinddarm bis zum Hirntumor so ziemlich alles behandelte und operierte hat, was eben anfiel. Entsprechend hatte früher oder später auch jeder mal was mit ihm zu tun. Wer nicht zahlen konnte – und viele Bauern hatten gar kein Geld für eine teure Behandlung – lieferte einfach Naturalien, mein Opa war da sehr entspannt und auch ein leidenschaftlicher Arzt, dem es eher um die Sache an sich ging und der niemals jemanden zurückgewiesen hätte. Auch wegen dieser Bodenständigkeit war er sehr beliebt, zudem sehr gutaussehend und zum Leidwesen meiner Großmutter auch ein Charmeur vor dem Herrn… Heute erinnert grade mal ein Grabstein an ihn und netterweise hat man immerhin auch eine Straße nach ihm benannt (allerdings eine ganz kleine 😉 )

Wenn meine Mutter im Sommer zu Besuch war, und wir durch den Ort liefen, sprachen uns ununterbrochen Leute an („Ja mei, des is ja die Hanni…“) und dann gab es ein großes Hallo und stundenlange Gespräche, bis man sich gegenseitig auf den aktuellen Stand gebracht hatte… Meine Mutter war den ganzen Tag damit beschäftigt, Schulfreundinnen zu besuchen, allerdings blieben wir dann oft bei der Oma… Die war eine hervorragende Köchin und ich bin sicher, dass meine Begeisterung für das Kochen auch etwas mit ihr zu tun hat (wenn die Liebe dazu nicht erblich ist, dann war zumindest ihr Vorbild eine Inspiration). Auf jeden Fall weiß ich noch viele Details und kann mich an ihre Rezepte und ihr Essen sehr gut erinnern (witzigerweise höre ich auch bis heute ihre Stimme ganz deutlich, denn sie war eine wunderbare Erzählerin und ich liebte die Geschichten, die sie von ihrem Leben erzählte und habe viele davon aufgeschrieben…). Um den winzigen Tisch in der Küche quetschten sich jedenfalls manchmal zehn Personen und mehr – irgendwie hat es immer für alle gereicht und man saß bis in die Nacht hinein zusammen.

Morgens hat mich meine Oma oft zum Einkaufen geschickt, ich habe das damals schon geliebt. Die steirischen Begriffe las ich von meinem Einkaufszettel ab und war oft sehr überrascht, was sich dahinter verbarg… Die letzte Station war immer die „Trafik“ am Ende der Grazerstraße, wo ich für alle Verwandten Zigaretten besorgen musste (meine Oma legte Wert darauf, dass bei ihr jeder die Marke bekam, die er am liebsten rauchte…).

Was meine Großmutter kochte, war ein ganz spezielles Gemisch aus dem, was sie in Petersburg und Riga gelernt hatte und diversen steirischen und internationalen Einflüssen. Sie war sehr offen, experimentierte gern und hatte ein gutes Gefühl dafür, was zusammen passt. Für uns Kinder machte sie oft „echte“ Wiener Schnitzel (aus Kalbfleisch natürlich, nicht vom Schwein…) und sie war die Salatkönigin schlechthin. Aus allem Möglichen – Fleisch und Gemüse – zauberte sie herrliche Salate. Ihre große Liebe galt dem Knoblauch, den sie nach einem speziellen Rezept sauer einlegte (Mama, wenn du das liest: gibt es das Rezept eigentlich noch?) und der löffelweise gegessen wurde. Wir stanken alle bestialisch, sobald wir ein paar Tage vor Ort waren… Außerdem liebte sie das steirische Kernöl, das an keinem Blattsalat fehlen durfte (zu diesem Thema demnächst noch mal mehr…).

Jetzt aber zurück zu unserem Urlaub. Kulinarisch haben wir in der Steiermark leider nicht allzu viele neue Entdeckungen gemacht. Was ich ja sehr mag, sind die Tropfenstrudel – den besten habe ich beim „Mooswirt“ gegessen. Überhaupt finde ich den steirischen Topfen ganz toll, davon hatte ich ja schon mal erzählt. Hervorragend (und das war tatsächlich eine Neuentdeckung) fand ich den Bio-Ziegentopfen von hier. Ich habe natürlich auch Topfen mit nach Hause genommen und ihn mit Honig und Blaubeeren zum Frühstück gegessen.

Außerdem habe ich den Topfen mit frisch gemahlenem Mohn gemischt und zu kleinen Kugeln geformt (siehe Foto oben), wie ich es sonst mit dem Ziegenfrischkäse mache. Da der Topfen sehr fest ist, funktioniert das tadellos, ist sehr lecker und gibt ein schönes Dessert oder schmeckt zum Kaffee. Einen Teil der Kugeln habe ich zusätzlich in Kakaopulver gewälzt.

Einen letzter Rest habe ich diese Woche für einen Marillenkuchen verwendet: im Gefriefach hatte ich noch ein bisschen Hefeteig, den ich dünn ausgerollt habe. Den Topfen habe ich mit etwas Creme Fraiche, wenig Zucker und reichlich Zitronenzesten glatt gerührt, auf den Teig gestrichen und darauf die Aprikosenspalten verteilt (40-45 Minuten bei 200° im Backofen).

Steirische Caprese

Boris isst sehr gerne den „Steiererkäse“, der unserem „Handkäs“ ähnelt und er hatte auch die Idee für diese „Steirische Caprese“, die natürlich wunderbar zu diesem Sommerwetter passt (wir hatten sie letzten Sonntag zu Mittagessen):

Zutaten (für 2 Portionen)
Eine große weiße Zwiebel
ca. 120g Steiererkäse oder Handkäs
Kürbiskernöl
Verjus
Kürbiskerne (geröstet und gesalzen)
Flor de Sal oder Falz-Flakes (z.B. Maldon Sea Salt Flakes)

Eine große weiße Zwiebel fein würfeln und auf einem Teller anrichten. Je nach Konsistenz den Käse in Scheiben schneiden oder auf die Zwiebeln bröseln. Mit Kürbiskernöl und Verjus beträufeln. Kürbiskerne in der Küchenmaschine fein hacken. Über den Käse geben, nochmals mit Kürbiskernöl und Verjus beträufeln und mit Flor de Sal oder Falz-Flakes (ich habe die Maldon Sea Salt Flakes benutzt) bestreuen.

Dazu passt  ein kräftiges (am besten gewürztes) Roggenbrot und ein grüner Salat. Den Salat mache ich ebenfalls mit Kürbiskernöl und Verjus an, füge etwas Leinöl dazu und schmecke ihn mit Salz und Pfeffer ab.

Für den „Steirischen Kochkäse“ schmelze ich den Käse vorsichtig in einem Topf und mische ihn mit etwas Joghurt, Schmand oder Sahne. Nachdem der Käse vollständig geschmolzen ist, mische ich fein gehackte geröstete Kürbiskerne und etwas Salz darunter und schmecke den Käse vorsichtig mit Kernöl ab.

Übrigens: Mit dem Verjus könnt ihr auch ein super leckeres und sehr erfrischendes  Sommer-Getränk mischen, das ich diesen Sommer auch auf vielen Getränkekarten gesehen habe: einfach einen Schuss Verjus ins Wasser geben und genießen.
Wer möchte, gibt Eiswürfel dazu.

BIO Verjus Royal, 250 ml

 

Jetzt muss ich mich sputen und meinen Koffer packen, ich nehme morgen schon ganz früh den Zug. Euch wünsche ich ein schönes Wochenende, genießt den Sommer!

Liebe Grüße
Cala

How to cook your life – oder: Wie ich mich auf unseren Sommerurlaub einstimme

Ich bin so gut wie auf dem Weg – morgen früh steige ich in den Zug und fahre ins Zen-Kloster DAIHIZAN FUMONJI nach Eisenbuch. Bis Sonntag ist Edward Espe Brown, den einige vielleicht von dem Film „How to cook your life“ von Doris Dörrie kennen, im Kloster, um dort seinem gleichnamigen (Koch-)kurs zu geben.

Vor zwei Jahren war ich schon mal da (siehe meinen Post hier) und im letzten Jahr leider viel zu spät mit meiner Anmeldung, so dass ich keinen Platz mehr bekam. Umso mehr freue ich mich, dass es dieses Jahr wieder klappt.

Der Ort ist etwas ganz Besonderes und der Kurs, der – eingebettet in das Leben und den Tagesablauf in einem Zen-buddhistischen Kloster – aus Kochen, Meditation, „Ed Gong“ (so nennt Ed seine etwas eigenwillige Interpretation von Qui Gong) und Eds Lectures besteht, ist es auch. Für mich war beim letzten Mal alles dabei – von der Leichtigkeit und dem Genuss des gemeinsamen Kochens und des – manchmal ausgelassenen, manchmal auch herausfordernden – Miteinanders bis hin zu sehr berührenden, tiefen und bewegenden Momenten bei den Meditationen, Eds Lectures oder beim obligatorischen Schweigen ab der Abendmeditation (eine eigentümliche und sehr bereichernde Erfahrung). Und natürlich kehre ich dieses Jahr mit entsprechend hohen Erwartungen nach Eisenbuch zurück – zumindest aber mit der Hoffnung, dass diese Zeit wieder eine  Bereicherung für mich sein wird.

Kochen als Lebenserfahrung – oder die Interpretation des Lebens durch das Kochen… Ich mag Eds Herangehensweise an das Kochen, die Art wie er seine Zutaten kombiniert (auch wenn ich entgegen aller Erwartungen so üppig wie selten gegessen habe….) und die Art, wie er seine Lebenserfahrung und die Zen-buddhistische Tradition durch das Kochen vermittelt, auch seine Bereitwilligkeit, persönliche Erfahrungen „ungeschminkt“ zu teilen und uns alle bei unserer Menschlichkeit (inklusive unserer allzu menschlichen Schwächen) abzuholen – für mich einfach ein absolutes Highlight.

Das Kloster ist so gelegen, dass Handy- und Internet-Empfang nicht nur eingeschränkt, sondern im Grunde unmöglich sind (zumindest war das vor 2 Jahren so) und ich werde diese Zeit auch konsequent nutzen, um mich ein paar Tage zu „entkoppeln“, Geist und Körper zur Ruhe kommen zu lassen, mich auf das Leben im Kloster einzulassen und mich dem Kochen, der Meditation, dem Schweigen und dem Miteinander hinzugeben – wirklich einmal alles zu seiner Zeit, statt wie im Alltag oft alles auf einmal…

Deshalb werde ich auch diesmal direkt aus Eisenbuch nicht posten, euch aber wie beim letzten Mal nachträglich gerne an ein paar Eindrücken (und Rezepten) teilhaben lassen.

Boris holt mich am Sonntag ab und dann geht es weiter ins Salzburger Land, später in die Steiermark und gegen Ende des Urlaubs ein paar Tage nach Südtirol.

Von unserem Urlaub werde ich mich natürlich wie immer zwischendurch melden.

Ich bin gespannt auf alles Neues, das wir entdecken werden!

In diesem Sinne viele liebe Grüße und eine gute Zeit

eure
Cala