Cala meint
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Wie sich das Glück in 4 Tagen vermehrt (Buchvorstellung)

Dieser Beitrag wurde unterstützt vom DVA-Verlag und enthält Werbung für das Buch “Sauerteig” von Martina Goernemann.

Als die Pressemitteilung für dieses Buch kam, wusste ich:
Das ist genau meins, dieses Buch muss ich mir ansehen. Ich liebe Brot und ich liebe es, Brot zu backen. Und erst recht liebe ich Sauerteig. Sauerteigbrot ist kulinarisch in meinen Augen überhaupt eines des schönsten Lebensmittel, die es gibt…

Als Ernährungsberaterin sehe ich das Thema Getreide natürlich kritisch. Wer Probleme mit dem Darm hat, sollte da auch ganz genau hinschauen. Trotzdem überzeugt mich ein genereller Verzicht auf Getreide auch nicht – es sei denn natürlich, jemand hat eine nachweisbare Unverträglichkeit (Zöliakie).

Ein Übermaß an Getreide kann allerdings tatsächlich eine Belastung werden und ich mache selber deshalb regelmäßig konsequent getreidefreie Phasen und pflege meinen Darm. Auf diese Weise bleiben Getreide und Brot etwas Besonderes für mich und umso mehr, weiß ich es zu schätzen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass immer mehr Stimmen laut werden mit der Vermutung, dass vielleicht gar nicht das Getreide selbst das Problem ist, sondern a) die wahnwizigen Mengen, die wir davon essen und b) unsere modernen Verarbeitungsweisen. Dazu kommt aber leider auch das geschwächte Darmmilleu, das ganz viele Menschen heute plagt, das ist ein großes Thema in meiner Beratung.

Ein mehrstufiges Sauerteigbrot jedenfalls, das aus nichts anderem besteht, als aus Mehl bester Qualität und Wasser, ist sowohl geschmacklich als auch qualitativ ein ganz anderes Lebensmittel als das industriell gefertigte “Husch-Husch-Brot” mit jeder Menge Zusatzstoffe und Backtriebmitteln, das es heute überall zu kaufen gibt. Wir haben auch hier – wie in so vielen Bereichen – verlernt, Geduld zu haben und das hat seinen Preis.

Ein echtes Sauerteigbrot – ein gutes Sauerteigbrot – braucht Zeit und Geduld und ganz viel Liebe.

Zutaten, die aus vielen Küchen heute leider verschwunden sind.

Umso schöner, wenn solche Traditionen wieder aufleben und dafür sind Werke wie dieses natürlich geradezu prädestiniert.

Deshalb jetzt unbedingt zurück  zu dem großartigen Buch von Martina Goernemann. Die Autorin macht sich mit ihrem Sauerteigstarter, den sie liebevoll “VITUS” nennt, auf die Reise. Sie trifft überall auf der Welt Menschen, die sich – aus unterschiedlichen Gründen – privat oder beruflich mit Sauerteig(brot) beschäftigen.
Die Autorin erzählt deren Geschichten, während sie gemeinsam mit ihnen Brot backt, sich die jeweiligen Lieblings-Rezepte zeigen lässt und Erfahrungen austauscht.

Entstanden ist ein spannendes, kurzweiliges, teilweise sehr berührendes und wunderschönes Buch – ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und las es in wenigen Tagen buchstäblich von A bis Z. Nicht das kleinste Fitzelchen wollte ich mir entgehen lassen…

Die Autorin Martina Goernemann | Foto: Barbara Simon (c) DVA Verlag

Wer ein Backbuch erwartet, ist hier falsch. Trotzdem fließen die Anleitung für eine Fülle von Broten und sogar das Rezept für einen eigenen Sauerteigstarter mit ein – das Buch ist voller wertvoller Tipps und Ideen. Ganz zu schweigen natürlich von den schönen Geschichten, die hier gesammelt wurden und die von der Leidenschaft für gutes Brot und den Sauerteig erzählen.

Martina Goernemann ist Journalistin und Autorin. Sie bloggt täglich auf “Raumseele” (hier) und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht (das Sauerteig-Buch ist ihr siebtes). Die wunderschönen Fotos im Buch stammen von Barbara Simon.

Die Geschichten sind so unterschiedlich wie die Rezepte für gutes Brot. Karl De Smedt z.B. leitet die Sauerteig-Bibliothek in St. Veith und ist ein Experte für Sauerteige und Sauerteig-Starter. Vanessa Kimbell hat sich an ihre Kindheit erinnert und mit dem Sauerteig ein neues Leben angefangen, als sie dachte, nie mehr Brot essen zu können. Pablo Paluke hat durch das Brotbacken auf den richtigen Weg zurückgefunden und Oma Frieda gab die Leidenschaft für gutes Brot an ihre Tochter und die Enkelinnen weiter. Für viele wurde die Liebe zum Brot zu einer zweiten Chance – wie für John van den Broek, der mit der Liebe zum Brot auch die Liebe seiner Frau wiederfand. Diese und viele andere große und kleine Geschichten werden im Buch lebendig, Seite für Seite. Und alle verbindet diese großartige Leidenschaft für gutes Brot…

Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die Geschichte von Stefan Heins, der auf wunderbare Weise die Backstube des Klosters Wettenhausen und das Brot von Schwester Columba zu neuem Leben erweckt hat. Jetzt gibt es dank ihm im Kloster wieder regelmäßig Backtage. Oder die Geschichte von Dr. Barbara Elisi Carraciolo, die in der größten Erschöpfung ihrer akademischen Karriere den Rücken gekehrt hat und heute dabei ist, eine kleine Bäckerei mit Café zu eröffnen…

Dazu gibt es unendlich viele Tipps rund ums Brot – z.B. was man mit alten Mehlsäcken machen kann, wie man Brot aufhebt und dem Teig bei Gehen behilflich sein kann, wie wichtig richtiges Abwiegen ist und wann man seinem Bauchgefühl vertrauen kann, aber auch wie die schönen Symbole auf manche Brote kommen. Das Buch ist eine Fundgrube und auch dank der tollen Bilder eine Bereicherung für jede Koch- und Backbuchsammlung.

Das Buch macht nicht nur Lust auf Brot, es ist Futter für die Seele – darin zu blättern und zu lesen macht unendlich Spaß.

Vor allem aber juckte es mich umgehend in den Fingern, sobald ich die ersten Seiten gelesen hatte und ich setzte meinen eigenen Sauerteig-Starter an… Meine Erfahrungen habe ich dokumentiert und werde sie euch – um den Rahmen hier nicht zu sprengen – im nächsten Post ausführlich schildern. Vorab kann ich verraten: die Geduld mit dem Sauerteig zahlt sich wirklich aus. Schon lange hat es bei uns nicht mehr so wunderbar nach frischem Brot geduftet…

Martina Goernemann
Sauerteig – das Glück vermehrt sich in 4 Tagen
ISBN 978-3421040954
DVA-Verlag, 192 Seiten
29,95 €

2 Kommentare

  1. Liebe Cala, gerade schrieb eine Leserin bei uns im Sonntagsblatt von deinem Beitrag. Zack! habe ich mich zu dir herüber geklickt und mich riesig gefreut über das was ich lesen durfte. Herzlichen Dank für deine lieben Worte. Wenn wir so weitermachen, gibt es bald sehr, viel mehr Sauerteigbrotbäcker allüberall und das ist nicht nur schön, sondern – wie du schon schreibst – obendrein auch sehr gesund. Noch mal danke und ich werde bestimmt ab heute öfter in deinem Blog zu Gast sein. Herzliche Grüße von Martina

    • Cala sagt

      Liebe Martina,
      ich habe mich sehr über deinen Kommentar und deinen Besuch auf meiner Seite gefreut – schön dass dir mein Beitrag gefällt!
      Dank dir und deinem wunderbaren Buch gibt es bei uns jetzt wieder regelmäßig selbst gebackenes Sauerteigbrot – davon eine schöne Scheibe mit frischer Butter – himmlisch…

      Viele liebe Grüße zurück
      Cala

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