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Aronia, Tofu & das Warten auf den Sommer

Sehnt ihr euch auch so sehr nach dem Sommer? Ich bin ganz unglücklich, dass der Frühling immer nur eine Stippvisite bei uns macht – ich kann den grauen Himmel nicht mehr sehen…

Unterdessen blüht vor meinem Küchenfenster die Magnolie unbeschreiblich schön.
Weil unser Vorgarten nicht ganz so viel Sonne abbekommt, blüht sie immer etwas zeitversetzt und ich genieße ihre Schönheit, wenn die Magnolien in der Nachbarschaft die Blüten schon wieder verlieren. Jedes Jahr hoffe ich, dass die Magnolienblüte von Sonnenschein begleitet ist, um mal eine Fotoserie zu machen, aber bis auf ein paar Sonnenstunden, war auch diesmal das Wetter zu trüb…

Rezeptmäßig habe ich in den letzten Tagen vor allem mit unseren neuen Aronia-Produkten experimentiert – und in diesem Zusammenhang sogar meine Abneigung gegen Seidentofu ein bisschen revidiert…

Boris Aronia-Tofu-Shake (vegan)

Ich weiß, dass viele Menschen Seidetofu sehr gern mögen – an mich geht er aber so gar nicht. Alle Versuche bisher sind gescheitert. Deshalb war ich zunächst auch sehr skeptisch, als Boris mir von seinem veganen „Milchshake“ vorschwärmte. Aber ich muss sagen, das Rezept hat mich durchaus positiv überrascht. Hier ist es:

Zutaten pro Portion
120 g Seidentofu
2-3 EL Aronia Vollfrucht (siehe unten)
1 EL Leinöl
1 TL Apfelessig
ca. 0,3 l kaltes Wasser

Alle Zutaten gründlich mischen – geht am besten im Mixer oder Blender – und als Shake genießen – sehr lecker z.B. zum Frühstück.

Der Aronia Vollfrucht-Saft aus der ganzen Aroniabeere ist deshalb besonders gesund, weil  viele der antioxidativ wirkenden Pflanzenfarbstoffen der Aroniabeere nicht im Fruchtfleisch selbst, sondern in der Schale der Beere sitzen. Im dickflüssige Vollfrucht-Saft sind deshalb Schale, Fruchtfleisch und Kerne verarbeitet. Einziges Manko: Weil der Saft ungesüßt viel zu sauer wäre, wird etwas Birnendicksaft hinzugegeben. Ich finde, die Vollfrucht ist eine tolle Ergänzung zum herkömmlichen Aroniasaft und z.B. ideal für Smoothies oder Shakes geeignet.

Im Müsli benutze ich nach wie vor aber auch den normalen Aroniasaft und ergänze getrocknete Aroniabeeren. Die finde ich auch zum Naschen lecker und ihre Kollegen in Zartbitterschokolade (hier) machen regelrecht süchtig….

Tipp: Wenn man vom Rezept oben das Wasser komplett weglässt, kann man aus den Zutaten  auch eine wunderbare Fruchtcreme machen, die mir persönlich sogar noch besser schmeckt, als der Shake (Foto oben).

Ich wünsche euch viel Spaß beim Experimentieren und
einen schönen Feiertag

Cala

 

 

Was tun mit… …Pecorino?

Wenn wir Pecorino aus Italien bekommen können, sind wir selig – und auch einige unserer Kunden warten immer sehnsüchtig darauf. Im Moment sind wir durch drei Lieferungen (und eine große Portion Glück) sehr gut bestückt – Grund genug, einmal ein paar Anregungen für Rezepte zu geben.

Der echte Pecorino ist ein reiner Schafskäse und wird in der biologischen Landwirtschaft vor allem im Frühjahr aus Rohmilch gemacht, wenn die Schafe gelammt haben und es viel Milch gibt. Leider werden Schafs- und Ziegenprodukte ja auch bei uns immer beliebter, so dass die Massentierhaltung auch hier längst Einzug gehalten hat – idyllische Schaafherden gibt es wohl tatsächlich nur noch in der biologischen Landwirtschaft – achtet also bitte unbedingt darauf, wo ihr kauft und seht den Käse als das, was er ist: ein einzigartiges Lebensmittel, das unsere Wertschätzung verdient.

Unser Pecorino kommt von Podere Il Casale in der Toskana – aus einer Region, in der es weit und breit keinen nennenswerten Verkehr und keine Industrie gibt. Das Val d’Orcia gehört nicht umsonst inzwischen zum UNESCO Weltnaturerbe. Ulisse hat dort nicht nur seine eigenen Schafe, er betreibt auf dem Hof auch mit viel Herzblut eine moderne Käserei. Boris und ich betrachten es als ein besonders Privileg, in den Genuss dieser Käse zu kommen und wir freuen uns auch, dass Ulisse und sein Team immer bemüht sind, uns mit Käse für unsere Kunden zu versorgen – manchmal mit immensem Aufwand und erstaunlicher Geduld.

Der frische Pecorini („Pecorino Fresco„) eignet sich hervorragend zum Überbacken – man kann ihn wie Mozarella verwenden. Wir haben z.B. neulich Zucchini im Ofen gegart (Salz. Pfeffer, Olivenöl) und mit Pecorino Fresco überbacken. Dazu schmeckt ein würziges Roggenbrot. Im Prinzip eignet sich jedes Gemüse (und auch manches Obst) zum Überbacken, ideal sind Blumenkohl, Zucchini, Auberginen, Karotten, Birnen usw.

Auch eine Zwiebelsuppe kann man hervorragend mit Pecorino Fresco überbacken:

Zwiebeln anbraten, mit Gemüsebrühe ablöschen und 30 Minuten köcheln lassen, dann pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Roggenbrot in kleine Würfel schneiden und in einer beschichteten Pfane rösten. Die Suppe in eine feuerfeste Form geben und die Brotwürfel darauf verteilen. Den Pecorino Fresco in Scheiben schneiden, auf die Suppe geben und im Ofen überbacken. Wer es würziger mag, verwendet Pecorino Stagionato Riserva, den länger gereiften Pecorino (siehe unten), den man zum Überbacken allerdings reiben muss.

Pecorino Fresco eignet sich auch hervorragend für die die Aubeginen-Lasagne aus dem Post hier – ich mache sie auch gerne in einer großen Tarte-Form und serviere sie zu Roggennudlen (siehe Foto oben).

Als Sandwich-Käse ist Pecorino Fresco ebenfalls wunderbar geeignet. Weil er sehr mild ist, schmeckt er in der Regel auch Kindern sehr gut.

Den „mittelalten“ Pecorino („Pecorino Semistagionato„) verwende ich wie Feta-Käse. Er lässt sich recht gut „krümeln“ und ist deshalb auch sehr gut für Salate geeignet – z.B. im typischen griechischen Salat mit Paprika, Gurke, Tomaten und Oliven. Er schmeckt aber auch lecker als „Käsehappen“ zu Antipasti und zu Salz und Olivenöl. Ich stelle ihn deshalb gerne als kleinen Snack auf den Tisch, wenn wir Gäste haben.

Der gereifte Pecorino („Pecorino Stagionato Riserva„) ist herrli ch würzig. Man kann ihn z.B. wunderbar für ein einfaches italienisches Nudelgericht  verwenden:

Spaghetti cacio e pepe – Spaghetti mit Käse und Pfeffer

Pasta wie gewohnt in Salzwasser kochen. Pecorino fein reiben und mit viel Pfeffer würzen. Von dem Pasta-Kochwasser nach und nach esslöffelweise heißes Wasser zum Käse geben und gut verrühren, bis eine Creme entsteht. Pasta hinzugeben und gut vermischen, ggf. mit Olivenöl und (falls nötig) etwas Salz abschmecken. Mit einem grünen Salat ein wunderbares einfaches Gericht, das schnell zu machen und unheimlich  lecker ist – wir essen das gerne an Sommerabenden und trinken ein Glas Weißwein dazu.

Pecorino Stagionato schmeckt auch prima mit Sellerie, den ich wie eine Art „Waldorfsalat“ zubereite (das Rezept habe ich hier schon mal gepostet):

Sellerie schälen und auf einer groben Reibe reiben. Pecorino ebenfalls grob reiben und zum Sellerie geben. Mit Olivenöl, Apfelessig, Salz und Pfeffer abschmecken. Wer möchte, kann noch einen Apfel dazureiben und gehackte Walnusskerne unterheben.

Auch für das Rote-Beete-Rezept von Ulrike Gonder (hier) verwenden wir mit Pecorino Stagionato.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren. Falls ihr auch ein Lieblingsrezept mit  Pecorino habt, freue ich mich, wenn ihr es teilen mögt.

Liebe Grüße
Cala

PS: Noch ein paar Pecorino-Rezepte findet ihr hier.

 

 

 

 

Maldon Sea Salt & schon wieder ein Rote-Beete-Rezept

Ich weiß nicht, wer von euch im Moment die neue Staffel der „kulinarischen Abenteuer“ von Sarah Wiener auf arte verfolgt, aber ich war doch sehr angetan, als ich in der letzten Folge vom 19. April „unser“ Maldon Sea Salt  entdeckte, das im Moment ja auch eines meiner absoluten Salz-Favoriten ist. Überhaupt schwärme ich zur Zeit für die verschiedenen Salze (auch Pfeffersack & Söhne haben ihr Sortiment massiv erweitert, dazu aber ein andermal mehr).

Ich habe also erfreut zur Kenntnis genommen, dass auch Sarah Wiener die englischen Salz-Flakes liebt, die  nicht von ungefähr in manchen Kreisen als das beste Salz der Welt gelten. Sie werden an der Küste von Essex gewonnen. Durch die Flut landet das Salzwasser des Blackwater-River in großen Mengen im Marschland, wo es durch natürliche Prozesse gefiltert wird – ein Jahrtausende altes Ökosystem.  Schon die Römer haben hier Salz abgebaut.

Seit 1882 produziert ein kleiner Familienbetrieb, die „Maldon Crystal Salt Company“, die Salzflakes, die von den Luxusrestaurants der Welt berühmt gemacht wurden –  die Verfügbarkeit ist durch die Herstellungsbedingungen begrenzt, wodurch das Salz niemals ein Massenprodukt werden kann.

Direkt nach der Flut wird das Salzwasser im Marschland abgepumpt. Man entfernt etwaige Unreinheiten und lässt dann das Wasser durch Kochen verdampfen. Jetzt entstehen die typischen pyramidenförmigen Salzflocken. Das Salz wird abgeschöpft, nochmal entwässert und getrocknet, gesiebt und gereinigt, bevor es abgepackt und in die Küchen der Welt verschickt wird.

Das Maldon Sea Salt ist mit seinen charakteristischen, hauchdünnen Salzkristallen sehr mild und geschmacksintensiv – es enthält außer Salz nichts anderes als reine Meerwasser-Spurenelemente.

Auf arte+7 kann man übrigens den Beitrag noch bis zum 26. April anschauen (hier).

Ich selber benutze die Maldon Sea Salt Flakes nicht nur sehr gerne zum (Nach-)Würzen bei Tisch – man kann die Salzkristalle wunderbar zwischen den Fingern vertreiben… – sondern inzwischen auch immer öfter beim Kochen. Die Flakes haben einen ganz einzigartigen Geschmack und geben einfachen Gerichten oft einen besonderen „Kick“ – auch durch die Konsistenz der Flakes.

Ich verwende sie z.B. für dieses Rote-Beete-Rezept, das ich mal wieder über Pinterest gefunden habe und das ich liebe… So langsam aber sicher werden die Knollen ja offensichtlich zu einem meiner Lieblingsgemüse (wer hätte das gedacht…)

Auch dieses Rezept fiel mir sofort ins Auge und  ich habe es – in Ermangelung frischer Kräuter – mit getrocknetem Thymian ausprobiert – so lecker! Statt in Folie wie im Originalrezept, habe ich die Rote Beete im WECK-Glas gegart und ich habe auch keine Türmchen gebaut, sondern Spalten geschnitten.

Rote Beete mit Ziegenkäse und Walnüssen (Foto oben)
nach einem Rezept von wendyseewendy (Originalrezpet hier).

pro Portion2-3 kleinere Rote-Beete-Knollen (ca. 140g)
80–90 g Ziegenfrischkäse
ca. 8 Walnusshälften
1 Teelöffel getrockneten Thymian
1-2 Esslöffel Walnussöl
1-2 Esslöffel sehr guten Aceto Balsamico (ich benutze diesen)
Meersalz und Pfeffer, beides frisch gemahlen
ein paar Maldon Sea Salt Flakes zum Anrichten

Die Rote-Beete-Knollen gründlich waschen, trocken tupfen und in ein WECK-Glas geben. Glasdeckel aufsetzen und mit Klammern verschließen. Ofen auf 175° vorheizen und die Rote Beete ca. 45 Minuten in den Ofen geben. (Im Originalrezept bleiben die Knollen etwas länger im Ofen, ich möchte aber, dass sie auf jeden Fall bissfest bleiben). Inzwischen das Öl, den Essig und die Gewürze verrühren und gut durchziehen lassen. (Wenn ihr frischen Thymian verwenden möchtet: versucht, diesen mit ins WECK-Glas zu den Knollen und dann später zu der Marinade zu geben). Die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne rösten, bis sie anfangen zu duften. Rote Beete aus dem Ofen nehmen und schälen – man kann die Schale jetzt ganz leicht mit einem Messer abziehen. In Spalten schneiden, auf einem tiefen Teller anrichten und die Marinade darüber geben. Ziegenkäse und geröstete Walnüsse darauf verteilen. Wer mag, kann noch etwas Thymian und ein paar Salzflakes über den Käse geben (falls der Ziegenkäse bereits sehr salzig ist, die Salzflakes vorsichtig dosieren). Unbedingt sofort servieren – das Gericht schmeckt herrlich, wenn die Roten Beete noch warm sind. Dazu passt ein herzhaftes Roggenbrot.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen & Experimentieren!

Liebe Grüße
Cala

eine neue Liebe: Kichererbsenmehl

Ich gebe zu: ich habe es jahrelang verschmäht, fand es fürchterlich, kein Vergleich zu meinen wirklich heiß geliebten Kichererbsen. Seit ich weiß, dass man den Teig aus Kichererbsenmehl über Nacht quellen lassen kann (und er dadurch erheblich bekömmlicher wird), seit Boris mich gezwungen hat, seine Kichererbsenpfannkuchen zu probieren und seit auf dem letzten mb-Abend bei Meike alle von ihrer Kichererbsenpizza geschwärmt haben (Rezept siehe hier), freunde ich mich nicht nur mit dem Mehl an – ich bin richtiggehend fasziniert, was man damit alles machen kann.

Vor allem in der Vorbereitung des nächsten Themenabends am Freitag, bei dem es um Gerichte für unterwegs geht, habe ich sehr viel mit Kichererbsenmehl experimentiert (und dabei die ganze Woche hervorragend gegessen…)

Kichererbsen-Nuggets

80g Kichererbsenmehl
maximal 160 ml Wasser (der Teig darf nicht zu flüssig werden)
ca. 120g Gemüse (sehr gut eignen sich Karotten und Zucchini)
Salz, Kreuzkümmel, weißer Pfeffer, etwas Chili (alles frisch gemahlen)
mind. 250ml Kokosöl zum Fritieren.

Zutaten für den Teig gut verrühren und über Nacht quellen lassen. Falls sich Schaum gebildet hat, diesen abschöpfen. Teig kräftig würzen. Gemüse auf einer groben Reibe raspeln. Mit dem Teig verrühren.

Kokosöl in einem kleinen Töpfchen erhitzen, so dass das Öl ein paar Zentimeter hoch im Topf steht.
Mit zwei Teelöffeln Nocken vom Teig abstechen und in das heiße Öl geben. Goldgelb und knusprig ausbacken (dauert ein bisschen).

Auf einem Tuch oder auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Nuggets sind ein bisschen aufwendig, das Ergebnis lohnt aber auf jeden Fall die Mühe.

Wem das trotzdem zu viel Arbeit ist, der kann diese Kichererbsencracker ausprobieren, das ganz einfach zu machen ist:

Kichererbsen-Cracker

Teig wie oben beschrieben herstellen und mit dem Gemüse verrühren (hier würde ich nur Karotten verwenden, man kann die Cracker aber auch ganz ohne Gemüse herstellen). Ofen auf 180° vorheizen (Ober- und Unterhitze). Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig dünn darauf ausstreichen. Ca. 15 Minuten in den Ofen geben – der Teig sollte leicht gebräunt, fest und schon leicht knusprig geworden sein  – dann den Ofen abschalten, das Kichererbsenbrot aber im Ofen lassen, bis der Ofen ausgekühlt ist. In Stücke brechen und genießen – traumhaft für unterwegs.

Viel Spaß beim Experimentieren
Cala

PS: Am Samstag ist auch endlich wieder der Laden offen – wie gewohnt von 16 bis 20 Uhr – ich freue mich auf euch!

Die Gewinner unsere Osteraktion und die (Rezept-)Tipps von Frau Gonder

Gestern waren wir den ganzen Tag in Stuttgart auf der Slow-Food-Messe „Markt des guten Geschmacks“ und sind sehr begeistert, ziemlich müde und randvoll beladen heimgekehrt – ich werde noch berichten!

Inzwischen haben wir aber auch die Gewinner unserer Oster-Aktion ausgelost.

Über ein „Kokospaket“ mit jeweils einem Buchset vom (bereitgestellt vom systemed Verlag) und einem Kokosöl (bereitgestellt von der Ölmühle Solling) dürfen sich Doris G., Stefan S. und Marina H. freuen.

Herzlichen Glückwunsch und noch mal vielen Dank für eure lieben Kommentaren und Mails! Auch Frau Gonder noch mal vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit und der Ölmühle Solling und dem Systemed-Verlag für die Unterstützung und die Bereitstellung der Give-Aways.

Letze Woche habe ich auch in Ruhe die wunderbaren Rezept-Tips von Frau Gonder (siehe hier) ausprobiert. Habt ihr die Rezepte auch schon getestet? Besonders gefreut habe ich mich über das ungewöhnliche Rote-Beete-Rezept. Ich bin ja (im Gegensatz zu Boris) absolut kein Rote-Beete-Fan (schon gar nicht im Rohzustand) und bin deshalb auch immer dankbar für Rezept-Tips, um die gesunden Knollen wirklich regelmäßig in die Ernährung zu integrieren.

Frau Gonder kombiniert die in Scheiben geschnittenen Roten Beete

a) mit Schwarzkümmel– und Leinöl oder
b) mit Ingwer-Lemongrass-Öl

und gibt dann geriebenen Käse darüber.

Wir haben beide Versionen probiert. Beide sind toll, wobei wir einstimmig die Kombination Schwarzkümmel-/Leinöl am leckersten fanden. Das freut mich auch deshalb, weil ich bisher keine für mich wirklich vernünftige (also schmackhafte) Verwendung für das extrem gesunde Schwarzkümmelöl gefunden habe.

Außerdem habe ich dem Rezept etwas schwarzem Pfeffer und Meersalz hinzugefügt. Die Malden Sea Salt Flakes sind traumhaft dazu. Alles in allem wirklich eine ungewöhnlich leckere Kombination.

Calas Interpretation von Ulrikes Gonders Rote-Beete-Rezept

Rote Beete schälen und in dünne Scheiben schneiden. Nach Geschmack mit Lein- und Schwarzkümmel-Öl beträufeln. Darauf den geraspelten Käse (ich habe Pecorino verwendet) anrichten. Mit Salzflocken (siehe oben) und schwarzem Pfeffer bestreuen.

Zur rechten Zeit kam im übrigen auch Frau Gonders Tipp zur Hautpflege. Meine Haut ist nach dem langen Winter völlig ausgetrocknet und eine Extraportion Pflege war mehr als willkommen. Da ich zum Massieren schon ganz lange Kokosöl verwende (und seitdem nach der Massage auch keine allergischen Reaktionen mehr habe), weiß ich um die positiven Eingenschaften des Öles für die Haut. Für die tägliche Hautpflege habe ich es aber bisher nicht verwendet.

Um Frau Gonders Kombination auszuprobieren, habe eines der Kokosöl-Minis von Solling verwendet (wir verschicken sie oft bei Bestellungen als Pröbchen, ihr könnt sie aber auch hier bestellen) und habe das Öl im geschlossenen Gläschen im Wasserbad vorsichtig geschmolzen. Dann habe ich einen halben Teelöffel Arganöl hinzugegeben und gut mit dem Kokosöl verrührt. Deckel wieder aufgeschrauben und das Gläschen in den Kühlschrank stellen, wo das Öl wieder streichfest wird. Zur Entnahme verwendet man am besten einen Holzspatel oder einen kleinen Löffel.

Die Kombination mit dem Arganöl finde ich eine tolle Idee, ich werde sicherlich aber auch noch mit anderen Ölen experimentieren.

Mit dem Kokos-Argan-Öl hat man ohne großen Aufwand eine wunderbar duftende, absolut natürlich und gesunde, sehr ergiebige Hautpflege, die die Haut gut aufnimmt und die auch (keine Angst!) keinen Fettfilm auf der Haut hintlässt. Für die Lippen und Hände habe ich mir sogar ein Gläschen in der Handtasche gesteckt.

Auch hierfür nochmal vielen Dank an Frau Gonder für den Tipp!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Liebe Grüße
Cala

Manchmal ist es ganz einfach…

Am Dienstag gab es die erste grüne Soße bei uns. Ich war erstaunt und froh, dass trotz der schlechten Ernten der angekündigte Lieferengpass offenbar ausgeblieben ist, auch der Preis ist (im Gegensatz zum Spargel…) stabil geblieben.

So habe ich am Dienstag also ein wunderschönes Päckchen frische Kräuter für Grüne Soße auf dem Wochenmarkt ergattert.

Weil ich noch eine Flasche Sauermilch im Kühlschrank hatte, habe ich die gehackten Kräuter (unbedingt gründlich waschen!) ganz unspektakulär einfach mit der Sauermilch verrührt und war überrascht, wie lecker das ist. Ich habe viel gesundes Leinöl dazugegeben und mit weißem Pfeffer (momentan mein Lieblingspfeffer) und Meersalz gewürzt. Wir haben dann zum Abendessen zwei große Gläser ausgelöffelt  und dazu Pellkartoffeln gegessen – wunderbar!

Die Grüne Soße hat dabei jeder von uns  nach eigenem Gusto noch mit Meerrettich– bzw. Senföl verfeinert.

Auf Zwiebeln verzichte ich in der Grünen Soße übrigens bewusst ganz gern, weil ich rohe Zwiebeln leider immer noch sehr schlecht vertrage.

Einen Teil der Kräuter habe ich abgezwackt und benutzt, um mir für mein Frühstück am Mittwoch einen Kräuterquark vorzubereiten – so simpel und so unglaublich lecker: die Kräuter, Quark, Salz und Pfeffer einfach mischen. Über Nacht zieht das ganze schön durch und am Morgen habe ich nur noch etwas Leinöl untergerührt und den Quark dann mit frischem Roggenbrot gegessen…

Liebe Grüße
Cala

PS: Noch mehr Grüne Soße Rezepte von mir findet ihr hier.

Karrottenchips und süße Raita

Die eine Hälfe dieses merkwürdigen Wochenendes habe ich damit verbracht, mich über unsere geplatzte Reise zu ärgern, die andere damit, die perfekten Karottenchips herzustellen.

Dazwischen haben wir den Garten auf Vordermann gebracht, uns um die Buchhaltung gekümmert, sind endlich mal wieder bei unserem Lieblings-Inder gewesen, haben die Rezepte von Frau Gonder ausprobiert und die Gewinner unserer Oster Verlosung ermittelt (dazu demnächst mehr).

Auf die Idee mit den Karottenchips  kam ich über den amerikanischen Food-Blog „Oh My Veggies„, den ich über Pinterest entdeckt habe (Rezept „Curried baked Carrot Chips„). Gemüsechips habe ich schon öfter gemacht (zum Beispiel hier), aber mit Karotten hatte ich es – ehrlich gesagt – noch gar nicht richtig probiert und auch gewürzt hatte ich meine Gemüsechips bisher eher verhalten. Gefallen hat mir an den Karottenchips zuerst vor allem die tolle Farbe ;-).  Da ich kein Curry-Fan bin, habe ich andere Gewürze verwendet, aber meine Chips sollten auf jeden Fall genauso fotogen werden wie im Original-Rezept.
Dabei habe ich festgestellt, dass die gewürzten Karotten-Chips von allen bisher probierten Chips definitiv die besten sind. Die Süße der Karotten und die Schärfe der Gewürze ist einfach fantastisch miteinander…

Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, es zu schaffen, dass die Chips zwar schön kross werden, aber nicht verbrennen, die Gewürze annehmen ohne zu viel Öl aufzunehmen und ihre Farbe behalten.

Und wenn man ein Rezepte weitergeben will, genügt es nicht, dass das ganze einmal klappt. Wie in der Wissenschaft, gilt auch hier: Bei Wiederholung unter gleichen Bedingungen sollte das Ergebnis reproduzierbar sein. Und so habe ich dieses Wochenende unendlich viele Karotten verarbeitet (und gegessen), bis ich zufrieden war und die „perfekte“ Methode gefunden hatte. Hier ist sie:

Gewürzte Karottenchips

Zutaten
1-2 möglichst dicke, sehr frische Karotten
(es macht Sinn, gleich mehrere Portionen zu zubereiten).
Meersalz
weißer Pfeffer
Kreuzkümmel
Olivenöl

Karotten waschen und mit der Küchenmaschine längs in ca. 1-2 mm dicke Scheiben schneiden. Ein Backblech dünn mit Olivenöl einstreichen. Die Karottenscheiben auf das Backblech legen und einmal wenden, damit sie von beiden Seiten Olivenöl aufnehmen. Die Karottenscheiben dürfen sich auf dem Backblech berühren (sie schrumpfen im Ofen ohnehin ziemlich), sollten aber nicht überlappen (sonst werden sie nicht kross). Gewürze frisch vermahlen und auf die Karottenscheiben geben, dann die Scheiben wenden und auch die andere Seite kräftig würzen.

Backblech in den Ofen geben (mittlere Höhe) und Grillfunktion (mittlere Stufe) einschalten (zum Vergleich: mein Ofen hat  4 Schienen, ich benutze die 2. von unten und 5 Grillstufen, ich habe auf  Stufe 3 gegrillt).

Karottenscheiben 5 min grillen, dann wenden und erneut 5 min grillen. Ofen ausschalten und die Karottenscheiben im warmen Ofen trocknen lassen. Wenn der Ofen abgekühlt ist, die Karottenscheiben kontrollieren und diejenigen Karotten aus dem Ofen nehmen, die bereits kross sind. Erneut die Grillfunktion 5 min einschalten und so fortfahren, bis alle Karotten kross sind.

Ich bin sicher, dass ihr – genau wie ich – ein bisschen experimentieren müsst, bis das Ergebnis perfekt ist, aber es lohnt sich, das verspreche ich euch!

Beim Inder habe ich dann am Samstag eine leicht süße Raita probiert, die mir die Inspiration zu einem wunderbaren Dipp für die Karottenchips gegeben hat – so kombiniert wird es zum perfekten Snack – auch zum Mitnehmen:

Joghurt (ich fand Schaf-Joghurt am besten, Menge nach Belieben), eine frisch gemahlene Mischung aus Kreuzkümmel, Salz, Cardamom und weißem Pfeffer sowie ein Teelöffel Honig (ich habe mit mehren Sorten experimentiert und fand unseren spanischen Blazei-Honig ideal, weil er durch die Pilze noch mal ein ganz ganz besonders Aroma liefert) gut miteinander verrühren.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren

und einen guten Start in die neue Woche

eure
Cala

Kokosnuss im Osternest – wir verlosen drei „Kokos-Pakete“ und sind im Gespräch mit Ulrike Gonder



Inzwischen kann ich mir Kokosöl aus der Küche überhaupt nicht mehr wegdenken. Mittlerweile brate ich auch Fleisch, Fisch und Tofu darin – ein 1-Liter-Glas steht bei uns immer neben dem Herd.

Mein augenblickliches Lieblings-„Dessert“ besteht aus einer Scheibe Roggenbrot mit Kokosöl. Besonders lecker wird es, wenn man zusätzlich gerösteten Sesam darüber streut oder eine frische Wildmango dazu isst.

Je nach Dosierung liefert das Öl einen mehr oder weniger starken Kokosgeschmack – wenn ich ihn (z.B. in asiatischen Gerichten) noch intensivieren will, verwende ich zusätzlich Kokosflocken oder Kokosmilch. Das neue Kokosöl von Solling „aus der ganzen Nuss“ ist vom Geschmack her sogar noch etwas intensiver und enthält noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe (natürliche Antioxidantien).

Aber Kokosöl ist nicht nur extrem schmackhaft, sondern auch sehr gesund.
Jemand, der sich besonders gut mit diesen gesundheitlichen Aspekten von Fetten und Ölen im Allgemeinen und Kokosöl im Besonderen auskennt, ist Ulrike Gonder. Die Ernährungswissenschaftlerin, Wissenschaftsjournalistin und Autorin hat Anfang März im Systemed-Verlag eine neue Buchreihe veröffentlicht. Zu diesem Anlass hat der Verlag ein spannendes Interview mit der Autorin geführt, von dem ich euch gerne einige Auszüge vorstellen möchte. Außerdem stand mir Frau Gonder freundlicherweise auch persönlich für ein paar Fragen zur Verfügung – ihre Antworten und interessanten Rezeptideen findet ihr am Ende des Artikels.

Über Kokosöl wird ja im Moment vor allem in Bezug auf das Thema Demenz viel diskutiert. Studien zufolge, soll es nämlich einen äußerst positiven Einfluss auf das Gehirn haben und deshalb besonders wertvoll für Menschen sein, die unter Alzheimer- und Demenzerkrankungen leiden.

Das bestätigt auch Ulrike Gonder. Tatsächlich lasse sich die Energieversorgung des Gehirns und anderer Körperzellen durch die Ernährung verbessern, erklärt sie. Damit unser Oberstübchen reibungslos arbeiten kann, brauchen wir auch verschiedene Fette körpereigenen Fettreserven und Nahrungsfette.“ Kokosöl habe dabei durch seine Zusammensetzung den Vorteil, das Gehirn optimal mit Energie versorgen zu können.

Die Leber kann nämlich aus den vielen mittelkettigen Fettsäuren dieses Öles besonders leicht sog. „Ketone“ bilden. Diese wiederum gelten als „Super-Treibstoff“ für das Gehirn. Sie liefern nicht nur viel Energie, sondern haben gegenüber dem zweiten Hirn-Treibstoff Traubenzucker auch noch den Vorteil, dass sie weniger „Abfallprodukte“ produzieren. Diese Besonderheit hat Kokosöl den meisten anderen Pflanzenfetten voraus. Nicht nur vom Gehirn, auch von vielen anderen Körperzellen werden die Ketone gerne zur Energieversorgung genutzt. Von der Zusammensetzung her ähnlich ist Palmkernöl – allerdings ist es für viele Menschen geschmacklich gewöhnungsbedürftig. 

Besonders im Alter hat Kokosöl noch einen zweiten wichtigen Vorzug. Bei manchen Hirnleistungsstörungen wie etwa Alzheimer und Demenz ist nämlich schon lange vor dem Auftreten von Symptomen der Zuckerstoffwechsel beeinträchtigt. Dann braucht das Gehirn alternative Brennstoffe, um sich mit Energie zu versorgen – und Kokosöl ist hier ideal. Drei bis fünf Esslöffel sollten dann täglich ins Essen integriert werden. Das könne zwar bereits zerstörte Hirnzellen nicht wieder herstellen, die bestehenden aber schützen.
Viel Kokosöl zu essen, macht also tatsächlich Sinn – es ausschließlich zu essen wäre jedoch  völlig verkehrt. So gesund Kokosöl ist – es fehlt ihm andererseits an den ebenfalls extrem wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Optimal ergänzt wird Kokosöl deshalb mit Leinöl, Raps- oder Walnussöl. Auch zum Verzehr von fettreichen Fischsorten raten Ernährungsexperten mit Nachdruck. Wer vegetarisch oder vegan lebt, muss daher u.a. besonders akribisch auf die ausreichende Zufuhr von Omega-3-Säure achten. Denn auch sie tragen – neben vielen anderen positiven Eigenschaften, die sie unentbehrlich für den gesamten Stoffwechsel machen – zur Gesunderhaltung des Gehirns bei.

Sich bei der Gesunderhaltung von Körper und Gehirn allein auf die Ernährung zu verlassen, wäre ohnehin kurzsichtig, stellt Frau Gonder klar. „Wir wissen noch längst nicht abschließend, wie sich die Hirngesundheit möglichst lange erhalten lässt. Doch etliche Studien sprechen dafür, dass neben geistigen Aktivitäten und sozialem Eingebundensein auch das wichtig ist, was den Körper fit und leistungsfähig hält: regelmäßige körperliche Bewegung und nährstoffreiches, ausgewogenes Essen mit viel Gemüse und Fisch, guten Fetten und Ölen und durchaus auch einem Glas Wein oder Bier.“

Seitdem ich die Vorzüge von Kokosöl lobe, werde ich immer wieder auf das Thema Kokosöl und Cholesterin angesprochen. Und tatsächlich sollte man hier vorsichtig sein, rät auch Frau Gonder. Da Kokosöl fast ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren besteht, könne sowohl das „gute“ als auch das so genannte „schlechte“ Cholesterin steigen, wenn man viel Kokosöl verzerrt.“Allerdings tritt der LDL-steigernde Effekt meist nur dann auf, wenn gleichzeitig kohlenhydratreich gegessen wird“, erklärt die Expertin. Deshalb sei es sinnvoll,  parallel die Zufuhr von Zucker und Stärke zu reduzieren, wenn man zusätzlich Kokosöl verzehrt. Wer per se schon zu hohe Cholesterinwerte hat, sollte sich ohnehin ärztlich beraten lassen. 

Dass Kokosöl im Moment als eine Art Wunderheilmittel gepriesen wird, sieht die Ulrike Gonder sehr kritisch und warnt vor diesen Übertreibungen. Auch wenn Kokosöl offensichtlich viele hervorragende Eigenschaften hat, sei es kein Heilmittel, schon gar kein Allheilmittel. „Wie alle Lebensmittel wirkt es moderat, und im Falle einer Erkrankung gehört man zum Arzt und gegebenenfalls medikamentös behandelt.“

Wohl aber scheinen sich viele positive Eigenschaften des Kokosöls zu bestätigen. So unterstützt es die Wundheilung, wirkt entzündungshemmend und sogar gegen verschiedene Viren und pilzliche Krankheitserreger.

Für die Ernährung ist es unter anderem deshalb interessant, weil es den Stoffwechsel optimieren kann. So erklärt die Autorin, dass vor allem die Kombination von Kokosöl mit einer kohlenhydratverminderten Ernährung ideal sei. Diese sorge für geringe und vor allem gleichmäßige Blutzuckerverläufe. Auch der Insulinspiegel verlaufe unter einer kohlenhydratverminderten Ernährung ausgeglichener. „Beides schützt das Hirn – wie natürlich auch den Rest des Körpers. Starke und häufige Blutzucker- und Insulinspitzen „stressen“ den Stoffwechsel, auch den des Hirns und können langfristig schaden. Kokosöl liefert dem Hirn „sauberen“ Brennstoff und Low-Carb verhindert den Stress durch zuviel Zucker und Stärke. Deswegen sind sie ein ideales Paar.“

Natürlich muss aber auch eine kohlenhydratreduzierte Ernährung ausgewogen und nährstoffreich sein. Sie sollte Fett- und Eiweiß-betont sein und auf reichlich Gemüse, Salat, Pilzen und etwas Obst basieren.

Bei einer beginnenden Demenz (und anderen Stoffwechselerkrankungen) sei (zumindest zeitweise) sogar eine ketogene Ernährung – die strengste Form der Kohlenhydratreduktion – empfehlenswert, erklärt die Expertin. Dies gelte jedoch nicht für Menschen mit Leber- oder Nierenproblemen oder angeborenen Störungen des Ketonkörperstoffwechsels – diese Personen dürfen sich auf keinen Fall ketogen ernähren.

Übrigens ist nicht nur Kokosöl gesund – auch Kokosmilch und Kokosraspeln sind es, denn entscheidend ist das Fett der Kokosnuss und das steckt nicht nur im Öl. Kokosmehl ist fettarm und daher keine gute Quelle für das Öl, gehört dafür aber mit einem Anteil von knapp 40 Prozent zu den ballaststoffreichsten Mehlen überhaupt.

Interessant ist Kokosöl auch für Allergiker, denn Allergien gegen Kokosnussprodukte sind selten. Kokosöl und Kokosmilch können deshalb auch gut anstelle von Butter, Sahne oder Milch genossen werden. Auch Menschen mit einer Laktoseintoleranz profitieren von Kokosprodukten, denn diese sind von Natur aus laktosefrei und daher auch für Menschen mit einer Laktoseintoleranz gut geeignet.

Die Ernährungswissenschaftlerin rät dabei unbedingt zu Bio-Kokosöl. „Reines Bio-Kokosöl wird weder raffiniert noch gehärtet oder gebleicht und stellt daher die beste Qualität da.“

Solches Kokosöl allerbester Qualität liefert die Ölmühle Solling. Auch wir beziehen das Kokosöl für unseren Shop dort und sind auch privat begeistert von dem Öl. Dabei möchten wir euch vor allem die 1-Liter-Gläser ans Herz legen, weil diese nicht nur Bio-, sondern auch Fairtrade-zertifiziert sind.

Netterweise hat sich Frau Gonder für ein paar zusätzliche Fragen Zeit genommen und ich  konnte sie nach ihren persönlichen Vorlieben fragen – an dieser Stelle noch mal ein ganz herzliches Dankeschön!

Cala kocht:
Frau Gonder, integrieren Sie eigentlich Lein- und Kokosöl  auch selber täglich in Ihre Ernährung?

Ulrike Gonder:
Ich habe Lein- und Kokosöl im Schrank und verwende es nach Lust und Laune. Leinöl gebe ich z.B. gerne zusammen mit ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl über aufgeschnittene Rote Bete mit geraspeltem Käse. Und mit Kokosöl brate ich sehr gerne, auch Omeletts, vor allem jedoch meine Wokgerichte.

Cala kocht:
Haben Sie besondere Tipps für die Verwendung von Kokosöl?

Ulrike Gonder:
Kokosöl ist unglaublich vielseitig. Man kann es pur essen, damit braten, es aufs Brot streichen oder schmelzen und ins Müsli rühren. Im Winter gebe ich auch gern einen Löffel voll in meinen Gewürztee.

Cala kocht:
Welche Öle stehen generell in Ihrer Küche und was ist Ihr ganz persönliches Lieblingsöl?

Ulrike Gonder:
Da ich mich beruflich sehr für Fette und Öle interessiere, stehen bei uns natürlich meist viele verschiedene Vertreter im (Kühl-)Schrank: Butter, Butterschmalz und Ghee, Gänseschmalz, manchmal auch Schweineschmalz, Olivenöle, Sesamöl, Kokosöl, Macadamianussöl, manchmal auch Kürbiskernöl und rotes Palmöl, Arganöl, Leinöl, Walnussöl und Schwarzkümmelöl. Die beiden letztgenannten sind – neben Butter und Kokosöl – meine Favoriten. Außerdem liebe ich gute Öl-Gewürzmischungen wie etwa Chiliöl und Bärlauchöl und – mein absoluter Lieblingsmix: Ingwer-Lemongrasöl. Das schmeckt zu den roten Beten noch besser als Leinöl.

Cala kocht:
Haben Sie ein Lieblingsrezept mit Kokosöl?

Ulrike Gonder:
Ich koche selten nach Rezept, meist aus dem Bauch oder nur in etwa nach Rezept.
Meine Lieblings-Kokosgerichte sind einmal die thailändische Tom Kha Gai-Suppe und Wokgerichte, z.B. mit Hühnchen, viel Gemüse, viel Curry und/oder Ingwer, Kokosöl und viel Kokosmilch. Einfach lecker!

Mein Lieblingsrezept für die Haut im Winter: Etwas natives Kokosöl schmelzen und mit ein paar Tropfen Arganöl mischen. In ein kleines ausgekochtes Gläschen füllen und fest werden lassen. Eine tolle Hautpflege für kalte Wintertage.

Damit ihr euch jetzt von den tollen Eigenschaften des Kokosöl – innerlich und äußerlich angewandt – überzeugen könnt, verlosen wir zusammen mit der Ölmühle Solling und dem Systemed-Verlag  drei „Kokospakete“, jeweils bestehend aus allen drei Bänden der Buchreihe und einem 250ml-Glas Kokosöl.

Was ihr dafür tun müsst? Schickt uns bis zum 04. April 2013 per E-Mail (info@cala-kocht.de) oder über die Kommentar-Funktion zu diesem Artikel euer Lieblings-Kokos-Rezept. Wer Kokosöl noch nie probiert hat und keine Idee für ein Rezept hat, kann trotzdem teilnehmen – schreibt uns einfach, warum ihr euch für dieses tolle Öl interessiert und es gerne ausprobieren möchtet.

Ich wünsche euch alle schöne Osterfeiertage!

Liebe Grüße
Cala

 

 

 

 

Was tun mit… …Artischocken?

Weil wir in letzter Zeit sehr gerne frische Artischocken essen – mittlerweile sind sie ja preislich auch absolut erschwinglich – hat Boris mir neulich ein Rezept aus dem Arte-Magazin an den Kühlschrank gepinnt, das ihm gefallen hat.

Als ich dann im Zuge des letzen metabolic balance Themenabends auch auf die Zubereitung von Artischocken angesprochen worden bin, habe ich das Rezept – in etwas abgewandelter Form – ausprobiert.

mit Salz und Knoblauch gefüllte Artischocken

Zutaten (pro Portion)
1-2 Artischocken
viel frischer Knoblauch
ca. 1 TL grobes Meersalz (ich verwende unser Sel Gris)
3-4 Esslöffel Olivenöl
200-300 ml Wasser
1/2 Bio-Zitrone

Knoblauch schälen und fein hacken. Auf einem Brett mit dem Rücken eines großen Messers mit einem EL Olivenöl und dem Meersalz verreiben.

Artischocken vorbereiten: Stiele bis auf ca. 2 cm kürzen. Äußerde Blätter abzupfen und die Spitze der Artischocke abschneiden (geht am besten mit einem gezackten Brotmesser). Die entstandene Fäche mit Zitronensaft einreiben.

Die Blätter der Artischocken  vorsichtig auseinander biegen und die Salz-Knoblauch-Mischung in das Innere der Artischocke geben.

Die Artischocken auf der  Schnittfläche (also kopfüber) in einen Topf stellen und den Topfboden mit einer Mischung aus Olivenöl und Wasser bedecken (ca. 2 cm hoch). Die Artischocken etwa eine halbe Stunde zugedeckt köcheln.

Vor dem Servieren etwas auskühlen lassen.

Im Originalrezept  („Carciofi alla romana“) wird eine Mischung aus Knoblauch, Petersilie und Minze verwendet.  Dieses Rezept werde ich im Sommer (wenn wir wieder die alljährliche Minzplage im Garten haben…) auf jeden Fall auch mal probieren – ich bin  sehr neugierig auf die Kombination mit Minze.

Es lohnt sich, eine Artischocke und etwas Sud aufzuheben und sie am nächsten Tag als Einlage in einer leichten Tomaten-Suppe zu essen – die ist dann ganz schnell gemacht und sehr lecker:

Einfache Tomaten-Artischocken-Suppe

Zutaten (pro Portion)
2 Esslöffel eingelegte Cocktailtomaten
4-5 Esslöffeln Tomatensaft
200 ml Artischockensud (vom Rezept oben)
1 gekochte Artischocke
Salz, Pfeffer
1 Bio-Zitrone

Die Cocktailtomaten mit dem Tomatensaft und dem Artischockensud langsam aufkochen. Falls nicht genug Sud vorhanden ist, etwas heißes Wasser hinzugeben und mit Salz und Pfeffer vorsichtig würzen. Die (noch verbliebenen) harten Schalen der gekochten Artischocke entfernen und den Rest in mundgerechte Stücke schneiden. In die Suppe geben und erwärmen. Vor dem Servieren ein paar Zitronenzesten über die Suppe reiben.
Dazu schmeckt ein würziges Roggenbrot.

Tipp: In dieser Suppe kann man wunderbar ein (in mundgerechte Stücke geschnittenes) Fischfilet, Muscheln oder andere Meeresfrüchte gar ziehen lassen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Liebe Grüße
Cala

 

„Ungeliebte Lebensmittel“ – unser Themenabend am 22.03.2013

Am Freitag hatten wir uns wieder zu einem Themenabend bei Meike Prostmeyer getroffen, diesmal in den schönen neuen Praxisräumen in Langen.

Nicht nur die positiven Rückmeldungen, auch die Tatsache, dass lauter bekannte Gesichter da waren, zeigt uns, dass die Themenabende gut ankommen –  darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Diesmal standen „ungeliebte Lebensmittel“ im Fokus – also solche Lebensmittel, die die Teilnehmer auf ihren Ernährungsplänen haben und regelmäßig essen sollen, jedoch nicht mögen, nicht kennen oder nicht problemlos beschaffen können.

Was im Vorfeld genannt wurde, ging quer durch alle Kategorien: Fleisch und Geflügel sind dabei bis auf wenige Ausnahmen (Kaninchen, Strauß oder Fasan) kein so großes Problem, dafür wurde ganz viel nach Fischen gefragt. Tatsächlich sind Fische wie Bachsaibling, Blaufelchen, Merlan und Renke nicht ganz einfach zu bekommen, aber wir sind fündig geworden und konnten Anregungen geben (wer im Raum Frankfurt wohnt und Tipps für Bezugsquellen braucht, kann mir gerne schreiben).

Ein großes Thema waren (mal wieder) die Hülsenfrüchte. Deshalb hatten wir uns als Verköstigung für den Abend auch für Kichererbsen entschieden. Die gab es als Snack und in Form eines Gemüsekuchens. Blueboxtree hatten uns für den Snack ein paar von ihren süßen Eisbechern zur Verfügung gestellt, das sah dann schon richtig nach Frühling aus! Bei Blueboxtree findet ihr nicht nur superschönes und ungewöhnliches Zubehör und Dekos für Kindergeburtstage und Kinderpartys, sondern auch für Hochzeiten – schaut unbedingt mal rein.

Was die Hülsenfrüchte betrifft, finde ich vor allem die Herkunft häufig problematisch. Selbst wenn man (mit viel Mühe) eine Packung der exotischeren Sorten (z.B. Adzuki-, Lima-, Soja- oder Urdbohnen) ergattert,  findet man sie selten in Bioqualität und leider ganz oft mit Herkunftsland China, was ich –  wie ihr wisst –  generell skeptisch sehe.  Lebensmittel aus China die nicht biozertifiziert sind würde ich persönlich nicht anrühren. Überraschend fanden wir auch, dass bei vielen Hülsenfrüchten die Herkunftsangabe komplett fehlt –  auch das ist für meine Begriffe kein gutes Zeichen…

Als ich selber meine Ernährung umgestellt hatte, stand ich vor einem ähnlichen Problem. Auch deshalb haben wir damals mit dem Import von Hülsenfrüchten aus Italien begonnen. Immerhin kann ich deshalb inzwischen weiße Bohnen, braune Linsen und Kichererbsen aus biologischem Anbau in der Toskana anbieten. An einem Lieferanten für Adzukibohnen aus Italien sind wir dran. Aber für die exotischeren Hülsenfrüchte habe auch ich bisher keine Lösung gefunden.

Hülsenfrüchte sind sehr gesund, weil sie viel pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralien enthalten. Allerdings enthalten sie auch Lektine und Phytinsäure, die problematisch für den Darm sind. Dies ist der Grund, warum man Hülsenfrüchte ausreichend wässern muss, bevor man sie kocht (12 h, am besten über Nacht).  Nach dem Wässern spült man sie gründlich ab (Einweichwasser wegschütten) und kocht sie dann für 60 Min. Diese Richtwerte gelten für alle Hülsenfrüchte in der Größe von Kichererbsen oder weißen Bohnen. Linsen brauchen hingegen nicht eingeweicht zu werden, man wäscht sie gründlich ab und kocht sie ohne Salz (!) etwa 10-15 min.

Allen Hülsenfrüchten ist ein eher nussiges Aroma gemeinsam, dass man mit Ölen, Salz, Pfeffer und anderen Gewürzen schön abrunden kann. Auch Zitronenzesten und Knoblauch (in der Verbindung mit Olivenöl) passen generell toll zu Hülsenfrüchten. Schöne Rezepte für Hülsenfrüchte findet man  in der indischen und ayurvedischen Küche. Auch hier im Blog habe ich schon einige Rezepte mit Hülsenfrüchten vorgestellt unter anderem ein Grundrezept für eine Dhal-Suppe oder das Rezept für den Kichererbsensnack. Weitere Rezepte für Hüsenfrüchte findet ihr über das Rezeptregister.

Meike hatte auf Basis eines Farinata-Teiges einen Gemüsekuchen gebacken, der sehr gut angekommen ist. Hier ist das Grundrezept:

125g Kichererbsenmehl in eine Schüssel geben. Nach und nach 250ml Wasser unterrühren. Zugedeckt über Nacht stehen lassen. Falls sich Schaum gebildet hat, schöpft man diesen am nächsten Tag ab. 1 EL Olivenöl unter den Teig rühren und mit  etwas Salz würzen. Auf ein beschichtetes Backblech oder in eine Auflaufform geben. Gemüse (geeignet ist alles, was man auch auf eine Pizza geben würde) putzen, in mundegerechte Stücke schneiden und auf den Teig geben. Im vorgeheizten Backofen bei 200° ca. 20 Minuten backen (mittlere Schiene, Ober- und Unterhitze).

Traditionell isst man die Farinata übrigens lauwarm und ohne Belag – in diesem Fall wird sie nur ganz dünn (ca. 1 cm hoch) gebacken. Man kann sie vor dem Servieren mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Oregano bestreuen.

Auch Tofu war wieder ein Thema. Als absoluter Tofu-Fan kann ich nur immer wieder dazu raten nicht aufzugeben und vor allem verschiedene Sorten zu probieren – oft unterscheiden sie sich geschmacklich erheblich. Ein tolles Rezept, das in Vorbereitung auf den Abend entstanden ist, habe ich hier schon gepostet.

Hauptthema des Abends waren die „exotischen“ Gemüsesorten. Über Artischocken, Kohlrüben, Löwenzahn, Okra und Pak Soi haben wir gesprochen, aber auch über Pastinake und Petersielienwurzel – einige davon ganz alte Gemüsesorten, deren Verwendung einfach in Vergessenheit geraten sind. Auch Portulak, Borretsch oder Sauerampfer (die beiden letzten sind klassischer Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße) sind sehr gesund und es lohnt sich, sie in die Ernährung einzubauen. Viele Wildkräuter enthalten allerdings Alakaloide und sollten deshalb nicht übermäßig verzehrt werden. Portulak, Borretsch und Sauerampfer schmecken in kleinem Mengen im Salat sehr gut, sind aber auch „solo“ lecker.

Kleiner Portulak-Salat

Portulak sehr gründlich waschen, eventuell die Stiele etwas kürzen. 1 EL Kürbiskerne fein hacken. Portulak mit Kürbiskernöl, Apfelessig, Salz und Pfeffer abschmecken und mit den gehackten Kürbiskernen bestreuen.

Auch wie man frische Artischocken zubereitet, habe ich am Freitag erklärt. Ein sehr leckeres Rezept dazu reiche ich euch demnächst noch nach.

Wonach auch immer wieder gefragt wird, sind Anregungen für die Nuss-Mischungen. Nüsse schmecken toll in Salaten und auf Gemüse, aber auch zu Obst. Ein sehr leckeres Rezept ist diese

Aprikosen-Nuss-Mischung

Jeweils ca. 3 TL Sonnenblumen- und Kürbiskerne in der Küchenmaschine hacken. 6-10 getrocknete Wildaprikosen dazugeben und alles fein pürieren. (Falls man keine Wildaprikosen bekommt, kann man auch normale getrocknete Aprikosen nehmen, dann aber entsprechend weniger, weil sie wesentlich größes sind als die wilden Verwandten).
1 EL Leinöl hinzugeben und ganz leicht salzen, gut vermischen. Dann Knäckebrotkrümel hinzugeben und gut untermischen, so dass eine Art trockene Brösel entsteht.

Diese kann man hervorragend verwenden, um Salat und Gemüse zu „würzen“. Sie schmeckt z.B. toll im

Karottensalat

Karotte grob reiben, mit Salz, Pfeffer, Apfelessig und Walnussöl abschmecken.
Aprikosen-Nuss-Mischung dazugeben.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren und freue mich auf den nächsten Themenabend im April.

Liebe Grüße
Cala