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Ein Vierteljahr veganes Leben – eine kleine Bilanz und ein paar unserer Lieblingsrezepte

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In etwa seit einen Vierteljahr leben wir jetzt vegan. Alles in allem ist die Bilanz absolut positiv.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass ich mehr Energie habe und weniger Schlaf brauche, mich auch insgesamt gesünder und fitter fühle. Das hat sich noch verstärkt, seit ich begonnen habe, darauf zu achten, abends möglichst nach 19 Uhr/19:30 Uhr nichts mehr zu essen. Mein Osteopath hat mir dazu geraten und mir erklärt, dass bestimmte Hormone, die zur nächtlichen Regeneration des Körpers wichtig sind, nicht ausgeschüttet werden, solange der Körper mit Verdauungsprozessen beschäftigt ist. Und siehe da, seit ich diesen Rat beherzige, schlafe ich (noch) besser und habe auch keine Magen- und Darmbeschwerden mehr.

Sehr herausfordernd finde ich das vegane Verreisen. Während es in Deutschland für mich überhaupt kein Problem ist, vegan unterwegs zu sein (praktisch in jedem Restaurant wird man zuvorkommend, oft sehr kreativ und fast immer rücksichtsvoll bedient), finde ich es im Ausland oft noch schwierig. Belgien war eine Katastrophe – hier stehen schon vegetarische Gerichte nur in ganz seltenen Fällen auf der Speisekarte, Veganes ist aussichtslos zu bekommen und in den Cafés gibt es nicht einmal Sojamilch. Für Italien befürchten wir Ähnliches, weshalb wir unsere Sommerpläne entsprechen ausgerichtet und Ferienwohnungen gebucht haben, in denen wir selber kochen können.

Und auch das ist interessant für mich: Während wir uns im Januar/Februar noch sicher waren, dass wir im Italienurlaub keinesfalls auf unsere geliebten Restaurantbesuche verzichten wollten und sicherlich die vegane Ernährung hintenanstellen würden, sind wir inzwischen sehr entschieden, tierische Produkte weiterhin zu meiden und darauf eingestellt, selbst zu kochen. Den Sonnenuntergang auf unserer Lieblingsterrasse in Pienza werden wir dann statt beim Essen einfach bei einem Glas Wein genießen. Wobei wir uns allerdings nach wie vor ein „Hintertürchen“ offenhalten: wenn der Wunsch nach einem Risotto, einer Pasta mit Pecorino oder einem Fischgericht im Urlaub allzu groß werden sollte, werden wir uns nicht kasteien, sondern dem auch nachgeben. Mit diesem „Joker“ in der Hinterhand sind wir bisher ganz gut gefahren und haben ihn bisher nie gebraucht – selbst in Brüssel nicht, wo wir mit hängendem Magen von Restaurant zu Restaurant gelaufen sind und den Leuten auf die Teller geschaut haben.

Zum meinen absoluten Lieblingsrezepten gehört nach wie vor der Spargel-Quinoa-Salat, den ich schon gepostet habe (hier). Aber auch diese Avocado-Nuss-Creme liebe ich und nehme sie oft mit wenn ich unterwegs bin:

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Zutaten:
Macadamia Nüsse
Kürbiskerne (ich verwende die gerösteten und gesalzenen Kürbiskerne von Fandler)
Sonnenblumenkerne
Avocado-Fruchtfleich
Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Macadamia Nüsse, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne zu gleichen Teilen vermahlen. Mit Avocado-Fruchtfleich zu einer Creme pürieren und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Schmeckt ganz hervorragend zu einen kräftigen Roggenbrot.

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Natürlich diskutieren auch wir viel und erklären den Menschen, warum wir nicht befürchten, an Nährstoffmangel zu sterben und dass wir tatsächlich glauben, dass das Essen von tierischen Produkten nicht nur amoralisch und ethisch verwerflich, sondern auch ungesund ist. Aber insgesamt finde ich, dass ehrliches Interesse und Neugier überwiegen und ich treffe auf erstaunlich viele Menschen, die selber mit einer veganen Lebensweise zumindest liebäugeln und insofern oft sogar von eigenen Erfahrungen und Gedanken zum Thema berichten können. Ich treffe nur wenige, die sich mit der Thematik noch nie auseinadergesetzt haben.

Der schönste Witz zum Thema ist mir neulich irgendwo auf Facebook begegnet – ich gebe ihn in meiner eigenen freien Übersetzung wieder:

„Wenn ich gefragt werde, ob ich als Veganer genug Proteine bekomme, antworte ich, dass mein Körper gelernt hat, blöde Fragen in hochwertige Aminosäuren umzuwandeln und bedanke mich für die gehaltvolle Mahlzeit.“ 🙂

Dieses Nudelgericht mögen wir sehr und haben es auch bei unserem veganen Tasting Anfang Mai gekocht – es lässt sich praktisch mit jedem Gemüse abwandeln, Basis ist immer die Cashew-Creme:

Pasta mit Spargelstreifen und Cashew-Sahne

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Zutaten (pro Portion)
für die Cashew-Sahne:
ca. 2 EL Cashew-Mus (ich schwöre auf das Cashew-Mus von NaturARTen, hier)
Salz, Pfeffer, Hefeflocken
weitere Zutaten:
Pasta nach Wunsch
2-3 Stangen Spargel
1 Zehe Knoblauch
etwas Lauch
Zitronenzesten, Muskatnuss, Salz und Pfeffer
Olivenöl

Für die Cashew-Sahne pro Portion ca. 2 EL Cashew-Mus mit 1 EL Wasser verrühren. Mit Salz, Pfeffer und einer großen Prise Hefeflocken würzen.

Pasta nach Packungsanweisung in Salzwasser garen.

2-3 Stangen Spargel waschen und mit einem Sparschäler in Streifen schneiden. Pro Portion 1 Zehe Knoblauch in Scheiben schneiden und in etwas Olivenöl vorsichtig anbraten. Eine kleine Stange Lauch waschen, in Streifen schneiden und dazugeben. 3-4 Minuten schmoren, dann die Spargelstreifen dazugeben und kurz mitschmoren. Etwas heißes (!) Wasser  angießen, aufkochen, 1-2 Minuten köcheln lassen, dann die Cashewsahne unterrühren. Kurz aufkochen, dann etwas eindicken lassen. Mit Zitronenzesten, etwas Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.

Sobald die Pasta gar ist, diese durch ein Sieb abschütten, etwas abtropfen lassen und dann unter die Sauce heben. Auf einem Teller anrichten und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Wer möchte, kann parallel noch ein paar grüne und weiße Spargelstücke kochen und diese vor dem Servieren auf der Pasta anrichten.

Tipp: Noch besser als Lauch (allerdings selten zu bekommen) schmeckt der Lauch vom Knoblauch, den man in Ringe schneidet (dann natürlich den restlichen Knoblauch und den Lauch weglassen). Diesen frischen Knoblauch mit Grün bekommt man jetzt zu dieser Jahreszeit oft an den Bioständen auf dem Markt (bei uns z.B. bei Querbeet und am Dottenfelder Hof).

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Und was sagt Boris nach diesem Vierteljahr?
Ich habe ihn gefragt und das hat er geantwortet:

„Vegan für immer?  – zu 99%. Ich fühle mich einfach sehr viel besser, vor allem wacher, seitdem ich auf Milchprodukte verzichte. Ich habe außerdem das Gefühl, dass sich mein Geschmackssinn verfeinert hat. Vielleicht weil die vegane Küche nicht die vordergründigen Sensationen bietet, die ein kräftiger Käse, eine Auster oder eine gut gewürzte Bratwurst auf den Teller bringen. Diese drei Dinge ausgenommen, empfinde ich die vegane Ernährung auch nicht als andauernden Verzicht. Durch die intensivere Beschäftigung mit den Dingen, ihren Inhaltstoffen und ihrem Geschmack ist das Kochen auf jeden Fall eine Bereicherung und auch jedem weiterhin omnivor lebenden Menschen zu empfehlen. Auch die vielen Lebensmittel, die man allein auf der Suche nach neuen Eiweißquellen entdeckt hat, machen neugierig und es ist sehr spannend, Rezepte und neue Kombinationen zu entdecken. Das heißt nicht, dass mir einige tierische Lebensmittel (siehe oben) nicht fehlen würden und ich gebe zu, dass es an manchen Tagen schwer ist, an einem Bratwurststand oder dem Käsewagen auf dem Markt vorbeizugehen. Hier hilft jedoch die Vergegenwärtigung des veganen Mantras, dass die fünf Minuten meines kulinarischen Genusses das lebenslange Leid, oder den Tod vor der Zeit, der von mir verspeisten Kreatur, bzw. ihres Produkts nicht aufwiegen. Und die 1% Restrisiko beziehe ich im Moment noch aufs Reisen – es fällt mir einfach noch schwer mir vorzustellen, 2 Wochen durch Italien oder Frankreich zu reisen, ohne ein Stück Käse oder eine gegrillte Meeresfrucht probiert zu haben. Aber genau das werden wir in diesem Sommer ausprobieren.“

Auch Boris kocht ab und zu – für sich selbst ohnehin, aber manchmal auch für uns beide. Besonders lecker schmecken mir seine „Tofu-Nuggets“:

Boris’ Tofu-Nuggets („Tempeh-Taler“)
nach einer Inspiration aus dem Peace-Food-Kochbuch von Ruediger Dahlke

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Zutaten (für 2-3 Personen)
1 Rolle Tempeh
2 Tassen Cornflakes
Mehl, Gewürze

Die Tempehrolle in ca. 8 mm dicke Scheiben schneiden.

In 200 ml Wasser nach und nach so viel Mehl geben, das ein zähflüssiger Teig entsteht. Diesen Teig kann man nun nach Belieben würzen. Pfeffer und Salz sind Pflicht, indische oder mediterrane Gewürze geben dem ganzen hinterher die entsprechende Note, müssen aber nicht sein.

Cornflakes mit der Hand oder der Küchenmaschine nicht zu fein zerbröseln und in eine flache Schüssel oder einen Teller geben.

In einer Pfanne reichlich Öl zum Braten (wir nehmen Kokosöl) erhitzen.

Sobald das Öl heiß genug ist (an einem in das Öl getauchten HOLZstäbchen müssen Blasen aufsteigen), die Tempeh-Scheiben erst in das Wasser/Mehl/Gewürzgemisch tunken, danach in den Cornflakes-Bröseln wenden und vorsichtig ins heiße Öl gleiten lassen. Ca. 3-4 Minuten frittieren/braten, dann vorsichtig wenden und auf der anderen Seite noch mal 3-4 Minuten frittieren/braten. Sobald die Tempehtaler Farbe angenommen haben, aus dem Öl nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Wir essen die Tempeh-Taler gern zu grünem Salat, haben, haben sie aber auch schon – asiatisch gewürzt – mit Reis und Gemüse gegessen (Foto oben).

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Auf allen Messen zeichnet sich übrigens ein ganz klarer Trend hin zur veganen Ernährung ab –  es ist überall das Thema Nr. 1. Insofern glaube ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich dieser neue Lebens- und Ernährungsstil überall durchsetzt. Und umso mehr Menschen vegan leben (wollen), desto mehr Produkte und Rezeptideen wird es geben, auch wunderbare, gesunde Alternativen zu Bewährtem – es ist schön, das zu beobachten.

Allein in der kurzen Zeit, in der wir uns mit dem Thema beschäftigen, wurden einige vegane Cafés oder Restaurants in unserer Umgebung neu eröffnet, wurden zig Speisekarten in vielen Restaurants, die wir kennen, angepasst und umgestellt, haben wir unzählige Tipps bekommen, sehr viel Neues kennen gelernt und uns mit interessanten Gruppen und Menschen vernetzt – eine absolute Bereicherung in vielerlei Hinsicht. Facebook ist in dieser Hinsicht zur Abwechslung mal eine echte Bereicherung.

Insofern sind wir ablsotut zufrieden mit unserem neuen Lebensstil und möchten ihn nicht mehr missen.

Zum Schluss habe ich noch ein sehr leckeres „Pralinen“-Rezept für euch, das aus der „Eiweiß-Not“ heraus entstanden ist und somit ein wunderbares Alibi liefert – es besteht im Wesentlichen aus Kürbis- und Sonnenblumenkernen (als Eiweißlieferanten):

Calas Kürbiskernpralinen

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Zutaten (für ca. 6-8 Pralinen)
Je 2 EL Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne
2-3 Datteln
Kakaopulver
1-2 TL Kokosöl

Sonnenblumen- und Kürbiskerne fein vermahlen, dann mit den Datteln und etwas Kokosöl zu einer glatten, formbaren Masse pürieren. Zu Kugeln formen und in Kakaopulver wälzen.

Alternativ kann man die Kugeln auch mit Feigen machen – dann sind sie etwas weniger süß.

Tipp: Echter, hochwertiger Kakao (in Rohkostqualität!) ist ein sehr wertvolles und gesundes Lebensmittel – er ist eines der seltenen Lebensmittel die das wertvolle Resveratol enthält. Wir verwenden (und verkaufen im Shop) den Kakao von FloresFarm. Ebenfalls interessant für das oben genannte Rezept ist das MakaoPulver von PureRaw, das neben Kakao z.B. auch noch Maca, Lucuma und Carob enthält.

 

Euch noch viel Spaß beim Experimentieren – nutzt die Kommentarfunktion, wenn ihr eure veganen Lieblingsrezepte teilen möchtet. Ihr lebt vegan und möchtet einen Gastbeitrag schreiben oder ein Interview machen? Meldet euch gern!

Liebe Grüße
Cala

Campus-Food – das vegane Studentenkochbuch – wir suchen eine(n) Testleser(in)

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Neu erschienen im systemed-Verlag ist das BuchCampus Food – Vegane Studentenküche“ von  Anne Bühring und Kurt-Michael Westermann (Fotos). Wie der Titel schon sagt, geht es um vegane Küche für Studenten – und zwar ausgelegt auf deren speziellen Bedarf. Denn wer viel lernt und vorm PC sitzt, wer auch mal eine ganze Nacht feiern geht oder viel Sport macht, braucht gesunde Nahrung – auch fürs Gehirn und für die Nerven. Die vegane Küche ist dafür ideal, denn Hülsenfrüchte, Nüsse und reichlich Gemüse, Obst und Getreide liefern Vitamine, Eiweiß und Vitalstoffe.

Campus Food zeigt, wie man vollwertig Fleisch und Milchprodukte ersetzen und so ausgewogen vegan kochen kann ohne auf Geschmack und Vielfalt zu verzichten. Die Zutaten kann man schnell und preiswert einkaufen, zubereiten und kochen.
Dazu gibt Tipps für vegetarische Varianten, sowie Zeit- und Geldspartipps vom Vorratskochen bis zum Fertigprodukt.

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Das Buch liefert 55 Rezepte für alltagstaugliche, vegane Gerichte für den studentischen Alltag – vom Partydinner bis zum Brainfood vor der Prüfung – für eine rundum gesunde Versorgung mit Vitaminen, Vitalstoffen und Fettsäuren, und Dutzende clevere Tipps und Tricks, Varianten und Denkanstöße für gesunden Geschmack.

Anne Bühring ist studierte Oecotrophologie  und Journalistin. Sie arbeitete viele Jahre für das Foodressort einer deutschen Gesundheitszeitschrift. Heute arbeitet sie als freie Food-Autorin und betreibt eine Praxis für Ernährung und Prävention.

Anne Bühring/Kurt-Michael Westermann
Campus Food – Vegane Studentenküche
148 Seiten, 4-farbig, Broschur
ISBN 978-3-942772-21-1
16,99 €, systemed Verlag April 2014

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Wir verlosen ein Rezensionsexemplar:

Du bist Student(in) und hast Lust das Buch für uns zu lesen und zu rezensieren? Dann schenken wir dir zusammen mit dem systemed-Verlag dein persönliches Exemplar. Was du tun musst? Stell dich bis zum 20.Mai 2014 kurz per E-Mail bei uns vor (info@cala-kocht.de) und sag uns, warum du das Buch gerne für uns rezensieren möchtest.

Was wir erwarten: Nach maximal 2-3 Wochen solltest du einen „Testbericht“ über das Buch verfassen und uns mailen. Welche praktischen Erfahrungen hast du gemacht? Kannst du das Buch empfehlen? Sind die Rezepte alltagstauglich? Welche Gerichte sind deine persönlichen Favoriten? Wenn du dich bewirbst, solltest du also auch Zeit haben, das Kochbuch zu testen und Rezepte auszuprobieren. Ganz toll wäre es, wenn du uns auch ein paar Fotos von nachgekochten Rezepten aus dem Buch schicken kannst. Je nachdem, wie viel Spaß du am Schreiben hast, darfst du auch gerne kreativ werden und einen komplett eigenen Gastbeitrag für den Blog verfassen.

Unter allen Mails, die uns bis zum 20. Mai 2014 erreichen, wählen wir eine Bewerbung aus. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich freue mich sehr darauf, von euch zu hören!

Liebe Grüße
Cala

Aus der aktuellen Schrot & Korn: „Bannock“ – ein superleckeres, schnelles Pfannenbrot

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Geht es euch auch so? Manchmal gibt es Rezepte, die springen mir ins Auge  und ich muss sie sofort ausprobieren. Bei diesem war es so. Und schön ist es, wenn man Zutaten braucht, die man ohnehin im Haus hat.

Das Originalrezept stammt aus der aktuellen Schrot & Korn (05 / 2014, S. 14). Online findet ihr es hier.

Der Teig ist leicht und schnell gemacht, nur fürs Braten braucht man ein bisschen Geduld. Lohn sich aber! Ich habe übrigens nur die Hälfte der vorgeschlagenen Teigmenge gemacht (ursprünglich 300g Mehl), das hat locker für 2 Personen gereicht:

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150 g Mehl (ich habe Weizenvollkornmehl genommen)

1/4 Päckchen Backpulver (ich habe Weinstein-Backpulver genommen)

1/4 Teelöffel Salz (ich habe Meersalz genommen)

60 ml Wasser

etwas Rosmarin (da ich keinen frischen  hatte, habe ich unseren getrockneten verwendet)

Flor de Sal
reichlich Sonnenblumenöl

Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen, dann mit dem Knethaken in der Küchenmaschine langsam 60 ml Wasser einarbeiten. Den Teig kneten, bis er eine gleichmäßig elastische Konsistenz hat. Das dauert ein bisschen, schließlich formt sich der Teig aber zu einer weichen, geschmeidigen Kugel.

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Den Teig in kleine Portionen teilen. Im Original-Rezept werden mit den Fingern Fladen geformt. Ich habe den Teig auf einem bemehlten Brett dünn ausgerollt, dass funktioniert super. In einer unbeschichteten Pfanne Sonnenblumenöl erhitzen (nicht zu heiß) und einen Teig-Fladen hinein geben. Braten, bis er fest wird und bräunt, dann umdrehen und von der anderen Seite braten. Auf die bereits gebratene Seite etwas Rosmarin geben.  Auf diese Weise alle Fladen braten – dazu immer wieder etwas frisches Sonnenblumenöl in die Pfanne geben. Vor dem Servieren mit Flor de Sal bestreuen.

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Bei uns gab es das Brot zum Sonntags-Brunch, es passt aber natürlich ideal zum Grillen oder zu einem schönen Sommersalat. Wir fanden es extrem lecker und werden es sicher öfter machen. Im Originalrezept wird die Pfanne übrigens dirket auf dem Grill erhitzt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und einen schönen Feiertag
eure
Cala

PS: Inzwischen haben wir das Pfannenbrot auch mit Dinkelmehl probiert – ebenfalls super lecker!

 

 

 

 

 

Neu entdeckt: Sanddorn

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Wenn ich Meike Prostmeyer bei ihren Themenabenden unterstütze, gibt es auch für mich immer die eine oder andere Neuentdeckung. Anfang April haben wir uns noch einmal mit „Superfoods“ beschäftigt und Meike hatte im Vorfeld angeregt, auch Sanddorn vorzustellen. Auf der Biofach habe ich mich deshalb im Februar schon umgesehen, ein bisschen probiert und nachgehört und mich dann für einen Anbieter entschieden, der Sanddorn hier in Deutschland anbaut und gewissenhaft weiterverarbeitet (hier). Saft und Beeren kamen zwar erst kurz vorm Themenabend, aber ich konnte durchaus ein bisschen experimentieren.

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Interessant ist, dass Sanddornbeeren mit 200 bis 900 mg pro 100 g Fruchtfleisch in allererster Linie einen ungewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt aufweisen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Vitamin-C-Gehalt von Zitronen und Orangen liegt bei 50 mg pro 100 g. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass sich die Sache sich ein bisschen relativiert, wenn man bedenkt, das man Orangen und Zitronen doch meist in größeren Mengen isst. Dennoch: Wer regelmäßig Vitamin C aufnehmen möchte, für den ist Sanddorn ideal. Und wer – wie ich – Zitrusfrüchte nur bedingt und nicht in rauen Mengen verträgt, für den ist Sanddorn optimal. Zudem sind Sanddornbeeren natürlich geschmacklich westentlich besser fürs Müsli geeignet als Orangen 😉
Vitamin C ist wichtig für den Körper: Es stärkt die Immunabwehr, stimuliert die Bildung von Bindegewebe, regt die Verwertung von Eisen an und schützt als Antioxidans das Zellinnere vor der Zerstörung durch Sauerstoff.

Daneben enthält Sanddorn auch noch einige andere interessante Vitamine wie z.B. Provitamin A, Vitamin E und Vitamin K, außerdem verhältnismäßig hohe Werte von Beta-Karotin. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend und entzündungshemmend.

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Seit ich Sanddorn kennen gelernt habe, verwenden wir die getrockneten Beeren regelmäßig im morgendlichen Müsli. Für den Themenabend habe ich mir einen Sanddorncocktail ausgedacht und ein Thyminandressing gemacht (das auf dem Themenabend unbeabsichtigt sogar dem Acai-Dressing nach dem Rezept von Attila Hildmann den Rang abgelaufen hat 😉

Calas Sanddorn-Cocktail:

Sanddorn-Direktsaft (findet ihr inzwischen auch bei uns im Shop hier), Karotten-, Apfel und Mangosaft zu etwa gleichen Teilen im Blender aufmixen – der Cocktail ist sehr erfrischend und schmeckt im Sommer natürlich auch gekühlt oder auf Eis ganz toll.

Calas Sanddorn-Thymian-Dressing (Foto oben): Getrocknete Sanddorn-Beeren (jetzt ebenfalls bei uns im Shop erhältlich, hier) in der Küchenmaschine sehr fein vermahlen. Mit Haselnuss- oder Walnussöl, etwas Honig, getrocknetem oder frischem Thymian im Mixer aufschlagen. Mit Meersalz abschmecken.

Zur Verwendung von Honig im Dressing: Trotz meiner veganen Ernährung esse ich noch ab und zu Honig, die Gründe will ich jetzt hier gar nicht weiter ausführen, weil das zu weit führen würde. Wer ganz strikt ist, kann den Honig z.B. durch Agavendicksaft oder Reissirup ersetzen.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag
Viele liebe Grüße
eure
Cala



eine Entschuldigung für langes Fehlen und ein neues Interview

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Ich habe euch nicht vergessen, habe nur momentan so viel um die Ohren gehabt, dass ich einfach nicht zum Posten kam. Aber natürlich läuft hier im Hintergrund alles weiter und ich arbeite an meinen Ideen. Morgen haben wir wieder einen Themenabend bei Meike Prostmeyer zum Thema „Superfoods“ und ich denke ich werde das eine oder andere hier auch demnächst noch mal aufgreifen (siehe auch meinen Post zum letzen Superfood-Abend im November, hier). Völlig hin und weg bin ich vom Acai-Pulver, dem ich dafür aber auch wochelang hinterhergelaufen bin – das hat sich gelohnt! Aber auch  Sanddorn (Saft und getrocknete Beeren) waren eine echte Entdeckung für mich (leider noch nicht im Shop, das haben wir noch nicht geschafft…)

Heute habe ich erst einmal das nächste Interview für euch, das schon eine Weile darauf wartet, veröffentlicht zu werden – ich muss mich mit Nachdruck bei Anette entschuldigen, dass das hier so lange liegengeblieben ist…

Anette Kleszcz-Wagner sagt von sich, sie sei ein „Projekt-Junkie“. Nachdem ihr erst die Uni-Tätigkeit in den Landes- und Kulturwissenschaften, dann das Projektmanagement in den New Media zur Routine geworden war, hat sie ihre Leidenschaft für Bücher zum Beruf gemacht und arbeitet seit zehn Jahren als freie Lektorin. Ihre zweite Leidenschaft gilt den Tieren. Eine Zeit lang hat sie in Paris gelebt und ist dort zum Gourmet geworden, was sie heute in der veganen Küche auslebt.

Anette lebt schon eine ganze Weile vegan und wir waren zwischendurch immer mal wieder im Kontakt, so dass ich ein paar Stationen auf diesem Weg auch miterlebt habe. Und ich freue mich, dass sie jetzt auch für ein Interview zur Verfügung gestanden hat.

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Anette, seit wann isst du vegan?

Anette: Seit Oktober 2012

Was war deine Motivation?

Anette: Der Tierschutz. Wenn man realisiert, dass eine rein pflanzliche Ernährung uns mit allen Nährstoffen versorgt (sehen wir mal von dem sagenumwobenen B12 ab), dann sehe ich absolut keinen Grund mehr, Tieren Leid zuzufügen. Nicht durch die Haltung noch durch das Töten nach einem kurzen qualvollen Leben. Und auch die „biologische Produktion“ ist letztlich nichts als Produktion. Ein Rind kann 25 Jahre alt werden, ein Kalb, in dem der Mensch nichts als „leckeres“ Fleisch sieht, 5-6 Monate, ein Jungbulle 18 Monate, eine Milchkuh maximal. 5 Jahre. Ich habe schon als Kind nicht verstanden, wie ein Tier, das dem Menschen anvertraut wurde, zum Schlachthof geführt werden kann oder gar vom selben Menschen selbst geschlachtet wird (Ich sage nur Stallhasen, mit denen mal erst die Kinder spielen lässt und sie ihnen dann auf dem Teller serviert…).

Hast du deine Ernährung am Tag X komplett umgestellt, oder bist du allmählich vegan geworden?

Anette: Ich habe mich jahrelang vegetarisch ernährt. Die zunehmende Kenntnis der Haltungsbedingungen des vom Menschen so genannten „Nutztiers“ haben sicher den Ausschlag gegeben, einen Schritt weiter zu gehen.

Hast du Literatur oder Bücher für die Umstellung benutzt? Wenn ja, gibt es welche, die du besonders empfehlen kannst?

Anette: Natürlich habe ich viel gelesen. Ich finde es aber als Nicht-Spezialistin sehr schwer, verlässliche Kriterien zu entwickeln, um den Inhalt eines Buches auf seine Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Natürlich wird jeder Autor von seinem Verlag als DER Spezialist angepriesen. Das ist Marketing. Und ich selbst war viel zu lange im Wissenschaftsbereich tätig, um zu wissen, dass a) jede Erkenntnis vom Standpunkt des Autors abhängt und b) morgen (also schon bei Erscheinen des Buches, das ja eine gewisse Produktionszeit benötigt) schon überholt sein kann. Deshalb kann ich nichts empfehlen Ich habe immer versucht, Informationen in möglichst vielen unterschiedlichen anderen Quellen (auch im Internet) gegenzuprüfen.

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Worauf muss man deiner Meinung nach bei der Umstellung achten?

Anette: Erstens Vielfalt und Abwechslung. Ich habe mir nie zuvor so viel Abwechslung beim Essen gegönnt wie jetzt. Ich komme aus dem Schlemmen gar nicht raus! Zweitens, den veganen Weg zu finden, der dem eigenen Geschmack entspricht. Der eine sucht nach Ersatzprodukten für Käse du Fleisch. Der andere liebt es, nach alternativer Nährstoffversorgung bei Getreide, Nüssen, Gemüse, Obst zu suchen. Der eine gart sein Essen, der andere liebt Rohkost. Entscheidend ist, dass man mit Lust isst.

Was hat sich verändert, seit du vegan isst?

Anette: Das Essen hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen: Ich kaufe bewusster ein, ich verwende – lustvoll – mehr Zeit beim Zubereiten (vorher war ich ein absoluter Kochmuffel). Ich bin gesünder, leichter, ausgeglichener. Ich bin mit mir selbst im Reinen.

Gibt es vegane Lieblingsrezepte?

Anette: Mindestens vierzig!

Gibt es auch etwas, dass du vermisst?

Anette: Manchmal, ganz, ganz selten, ein schönes Stück Käse aus bäuerlicher Produktion. Aber dann denke ich die Kälber, denen ich die Milch wegessen würde. Und ich bin zufrieden ohne den Käse. Der Mensch ist ja bekanntlich die einzige Art, die die Milch einer anderen Art verzehrt – und um welchen Preis für das Tier!

Auf Reisen, im Urlaub und unterwegs ist es für viele besonders problematisch, sich vegan zu ernähren – wie handhabst du das?

Anette: Das ist meines Erachtens (noch, hoffe ich) ein richtig schweres Thema. Im Internet kann man inzwischen ja gute Websites finden, die vegane Restaurants auflisten. Ich spreche das Thema auch in traditionellen Restaurants an und treffe immer häufiger auf positive Reaktionen und bekomme z.B. einen Teller mit gegrilltem Gemüse. Schlimmer finde ich Feiern. Ich weigere mich, mein eigenes Essen mitzubringen (wie von vielen Veganern empfohlen), das finde ich einen Affront gegen den Gastgeber. Auch der Mensch gehört ja zu den Wesen, denen ich mit Respekt begegnen möchte ;-). Also springe ich schon mal über meinen Schatten. Vegetarisch geht eigentlich immer.

Und wenn doch mal die Lust auf Tierisches kommt?

Anette: Erstens kommt das bei meinem lustvollen Speisplan so gut wie nie vor. Zweitens (s.o.) denke ich an das Leid, das dadurch lebenden, fühlenden Wesen zugefügt wird.
Das reicht.

 

 

 

Ein Abschied und ein Willkommensessen

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Es gibt ungute Neuigkeiten aus Italien. Il Casale wird leider mangels ausreichender Nachfrage die Produktion unserer heiß geliebten Roggenspaghetti einstellen müssen.

Ich weiß, dass diese Nachricht nicht nur für uns, sondern auch für viele unserer Kunden keine gute ist, denn viele von euch werden – wie wir – diese einzigartige Pasta sicherlich vermissen. Ich kann allerdings auch verstehen, dass der deutsche Markt für Il Casale im Vergleich zum italienischen (und dem in der Schweiz) nur ein kleiner ist und dass das, was wir mit Cala kocht abnehmen können, auf keinen Fall reicht, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Außerdem brauchen die Casalitas wohl mehr Weideflächen für die Schafe, so dass auch Ackerland wegfällt.

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Ich bin Ulisse trotzdem dankbar, dass er damals auf meinen Wunsch hin den Versuch mit den Roggen-Vollkorn-Spaghetti überhaupt gewagt hat und freue mich auch, dass wir sie jetzt zwei Jahre lang genießen durften – auch das Feedback unserer Kunden war durchweg begeistert. Und die Casalistas – das weiß ich – mochten die Pasta selber auch sehr und haben sich deshalb die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht.

Es ist nun so, dass es noch ein paar Restbestände gibt (die aktuelle Produktion ist haltbar bis Mai bzw. September 2015). Wer sich also von der Pasta noch ein paar Packungen sichern möchte, kann sie noch eine Weile bei uns bestellen (hier) – wir haben bei Il Casale noch mal nachgeordert, und verkaufen, so lange unser Vorrat reicht bzw. so lange wir von Il Casale noch Nachschub bekommen können.

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neu bei uns: Dinkel-Spaghetti vom Pankratzhof in Oberösterreich (im Shop hier)

Nichts desto trotz möchten wir aber auch künftig eine Roggenpasta anbieten können und haben uns in den letzten Wochen auf die Suche nach Ersatz gemacht. Fündig geworden sind wir in Österreich. Der Pankatzhof in Oberösterreich wird uns künftig mit Roggenpasta (Spaghetti und Spiralnudeln) beliefern. Die Muster sind vergangene Woche eingetroffen. Die Konsistenz ist zwar anders und noch etwas kräftiger als die Il-Casale-Pasta, insgesamt finden wie sie aber sehr lecker und nehmen sie gerne in den Shop auf (hier).

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Außerdem hatte mir Frau Zimmer allerwärmstens ihre Dinkelpasta ans Herz gelegt und mir ein Muster geschickt. Die haben wir vorgestern ausprobiert und sind total begeistert – auch die sind sofort in den Shop gewandert (hier).

Ich habe eine einfache weiße Soße aus Macadamia-Nüssen gemacht und gedünsteten Fenchel dazu serviert:

Zutaten (für 2 Portionen)
eine (große) Hand voll Macadamia-Nüsse
(Achtung: ein Teil muss mehrere Stunden eingeweicht werden)
ca. 250g Fenchel
½ Packung Dinkel-Pasta
Olivenöl
Frischer Knoblauch
Meersalz
schwarzer Pfeller (ich verwende unseren Tellicherry-Pfeffer)

3-4 Macadamianüsse beiseite legen, den Rest mindestens 6 Stunden in (Quell-)Wasser (ich verwende Aquion-gefiltertes Leitungswasser) einweichen. Abgießen und mit etwas Olivenöl zu einer feinen Creme pürieren. Falls die Creme zu fest wird, mehr Olivenöl, oder auch etwas Wasser hinzugeben. Mit frischem Knoblauch und Salz abschmecken.

Fenchel waschen und in feine Streifen schneiden. In einer beschichteten Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten, leicht salzen, dann auf kleiner Temperatur vorsichtig bis zur gewünschten Konsistenz gar dünsten. Inzwischen ein paar Macadamianüsse in der Küchenmaschine hacken und in einer beschichteten Pfanne leicht anrösten. Die Dinkel-Pasta nach Packungsanweisung in Salzwasser garen. Abschütten und mit der Macadamia-Creme mischen. Fenchel auf einen Teller geben und die Pasta darauf anrichten. Vor dem Servieren mit den gerösteten Nüssen bestreuen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Liebe Grüße
Cala

 

 

 

„Experimentierfreude kann richtig spannend sein“ – Kirstin Knufmann über veganes Leben und Ernährung

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Ich freue mich sehr, unsere Interviewserie mit Kirstin von PureRaw fortsetzen zu können. Vor allem, weil sie sich in den allerletzten Schwangerschaftstagen noch Zeit dafür genommen hat.

Lebst du konsequent vegan?

Kirstin: Ja, ich ernähre mich konsequent vegan.  Mit 15 Jahren habe ich angefangen mich vegetarisch zu ernähren und seit ca. 10 Jahren ernähre ich mich vegan.

Was war deine Motivation?

Kirstin: Mein Opa hatte einen Bauernhof. Dort hatten wir auch immer viele Tiere und es wurde selbst geschlachtet. Es kam mir komisch vor, diese Tiere zu essen. Dann kam der Aspekt hinzu, dass es diesen Tieren bis dahin wirklich gut gegangen ist und den Tieren, welche im Supermarkt landen, bestimmt nicht. Also habe ich beschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Als ich dann Anfang 20 eine Lebensmittelunverträglichkeit gegen Milch und Ei entwickelt habe, bin ich Veganerin geworden. Je mehr ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, und hinter die „Kulissen“ geschaut habe, desto mehr Sinn hat es für mich gemacht und macht es immer noch. Selbst wenn ich jetzt wieder alles essen könnte, würde ich es nicht tun. Denn es sind ethische, ökologische und gesundheitliche Aspekte hinzugekommen.

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© Christian Verlag / Maria Brinkop

Was hat sich verändert, seit du vegan lebst?

Kirstin: Vegan ist für mich nicht nur Ernährung. Ich finde, dass „vegan“ das Bewusstsein für das eigene Umfeld, für die eigene Verantwortung und die Möglichkeiten, die eigene Umwelt positiv zu beeinflussen, wesentlich sensibilisiert. Mit jedem Kauf, den wir tätigen, geben wir ein Statement ab. Ob bewusst oder unbewusst. Bei einer ausgewogenen veganen Ernährung fühlt man sich viel besser, ist gesünder und schenkt sich selbst und seiner Umwelt die entsprechende Achtung.

Gibt es manchmal etwas, das du vermisst?

Kirstin: Bis jetzt noch nicht. Zumindest nicht, dass ich mich daran erinnere. Anfangs bestimmt. Aber daran erinnere ich mich nicht mehr. Es gab, soweit ich zurückdenke, immer sehr gute Alternativen und viel Neues zum Genießen. Wenn es keine Alternative zu kaufen gibt, dann experimentiere ich so lange, bis ich eine für mich gefunden habe, die gleichwertig ist oder die mir sogar oft noch besser schmeckt. Experimentierfreude kann richtig spannend sein.

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© Christian Verlag / Maria Brinkop

Wenn jemand seine Ernährung umstellen möchte, worauf solle er deiner Meinung nach achten, wie sollte er vorgehen?

Kirstin: Die eigene Motivation spielt eine große Rolle. „Warum möchte ich das?“

Wenn wir uns diese Frage beantworten können, fällt uns alles andere leichter. Beim Einkaufen benötigt man erst mal wesentlich länger, weil man sich die Zutatenlisten sorgfältig durchliest. Aber auch das hat man schnell raus. Wenn es mal „schwache Momente“ gibt, in denen man es einfach haben möchte, hilft es immer, eine leckere „Reserve“ dabei oder zumindest zu Hause zu haben, auf die man zurückgreifen kann. Inspirationen in Rezeptbüchern etc. sind herzlich willkommen und helfen gerade am Anfang, ein gutes Gefühl fürs vegane Zubereiten zu bekommen. Abwechslungsreich, natürlich und ausgewogen sollte die Ernährung dabei sein und je weiter wir eintauchen, desto mehr werden wir über unsere Nahrung und uns selbst erfahren.

Gibt es Menschen, denen du grundsätzlich von einer veganen Ernährung abraten würdest?

Kirstin: Grundsätzlich würde ich erst mal mit „nein“ antworten. Sofern es sich um eine ausgewogene und durchdachte Ernährung handelt, die alle relevanten Nährstoffe abdeckt. Praktisch kann das jedoch nur jeder für sich selbst entscheiden. Das heißt nicht, dass jeder Veganer automatisch gesund lebt. Aber gut durchdacht und umgesetzt, bietet die vegane Ernährung die besten Voraussetzungen dafür.

Die Meinungen darüber, ob Schwangere sich vegan ernähren können/sollten gehen ziemlich auseinander. Du bist selber gerade hochschwanger und erwartest dein erstes Kind – hast du auch während der Schwangerschaft konsequent vegan gelebt? Und planst du, auch dein Kind vegan zu ernähren?

Kirstin: Auch während meiner Schwangerschaft habe ich mich vegan ernährt. Durch die regelmäßigen Kontrollen beim Arzt, hatte dieser einen guten Überblick darüber, wie die Werte sich verändern. Trotz oder gerade wegen veganer Ernährung war alles bestens. Z.B. Eisen und Folsäure mussten zu keiner Zeit supplementiert werden. Sowieso hatte ich eine ganz unkomplizierte Schwangerschaft, wofür ich auch sehr dankbar bin. Es ist durchaus möglich, sich in der Schwangerschaft vegan zu ernähren. Bewusst und ausgewogen ist auch hierbei wieder das Stichwort. Wobei es in der Schwangerschaft nochmal doppelt wichtig ist, seinem Körpergefühl zu vertrauen und auf sich zu achten. Und Wissen zu Ernährungsfragen ist natürlich auch wichtig. Ich werde meinem Kind diese Ernährung und das Verständnis dafür mit auf den Weg geben. Was es dann daraus macht, muss es selbst entscheiden. Aber zumindest bekommt sie von mir die Grundlagen, ihre Entscheidungen so gut wie möglich zu treffen.

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Auf Reisen und unterwegs ist es für viele besonders problematisch, sich vegan zu ernähren – wie handhabst du das?

Kirstin: Es mag seltsam klingen, aber es ist wirklich recht einfach, sich auch auf Reisen vegan zu ernähren. Zum einen habe ich immer etwas dabei, z.B. von meinen Produkten oder auch etwas Obst/Gemüse. Zum anderen frage ich, wenn ich essen gehe, immer die Bedienung, was sie vegan zubereiten können. Diese versichert sich dann in der Küche, hat vielleicht noch ein paar Fragen und dann habe ich bisher immer etwas zu essen bekommen. Manchmal ist es jedoch hilfreich zu erwähnen, dass Milch, Ei, Käse, Butter, Geflügel, etc. nicht vegan sind. Nur um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn man „vegan“ ist, ist es für einen selbstverständlich, was dazu gehört, aber eben für viele, die sich mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt haben, ist es noch ein Buch mit sieben Siegeln…

Im Moment erlebt die vegane Ernährung ja einen regelrechten Boom. Glaubst, dass diese Entwicklung anhalten wird oder dass das ein vorrübergehender Trend ist?

Kirstin: Ich glaube, dass die Ansichten darüber weit auseinander liegen. Zum einen beschäftigen sich mehr und mehr Leute mit ihrer Ernährung und ernähren sich bewusster. Zum anderen gibt es mehr Leute, die sich nicht darum kümmern, was wo drin ist. Wenn ich zurückdenke, erinnert mich das Thema „vegan“, so wie es jetzt ist, an meine damaligen Erfahrungen mit dem Thema „vegetarisch“. Ich selbst denke nicht, dass es ein Trend ist, der bald wieder abgeflaut ist. Es wird so kommen, dass viele sich auf Dauer bewusster ernähren werden, auch vielleicht ohne komplett vegan zu sein, aber bewusster damit umgehen und damit ebenfalls ihren Teil dazu beitragen.

Gefällt dir dieser momentane „Hype“?

Kirstin: Ich finde es sehr positiv zu sehen, wie sich das Bewusstsein ausbreitet und im Mainstream ankommt, bzw. Wellen schlägt. So bewirkt es viel im Ganzen und je mehr Menschen umdenken, desto positiver ist es insgesamt. Und ich bin froh darüber, dass ich die Möglichkeit habe, meinen Beitrag dazu beizusteuern, Leute zu inspirieren und ihnen den Weg erleichtern kann/darf.

Glaubst du, dass die vegane Ernährung die Ernährung der Zukunft ist?

Kirstin: Das ist es ein sehr erstrebenswerter Ansatz. Andererseits lässt sich dies sicher nicht für die gesamte Menschheit umsetzen, da enorm viele Faktoren eine Rolle spielen. Bewusstsein und Empathie für uns und unsere Umwelt mit ihren Lebewesen, die Achtung vor diesen ist es, was wichtig ist und was wir beherzigen sollten. Jeder fängt bei sich selbst an. Dadurch gestalten wir unsere Zukunft. Unter diesem Aspekt wird sich die vegane Ernährung zukünftig weiter und stärker ins Bewusstsein bringen – und das befürworte ich sehr.

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© Christian Verlag / Maria Brinkop

 

Weitere Infos über Kirstin Knufmann und PureRaw findet ihr hier.

Mit Cala kocht arbeiten wir übrigens seit 2013 mit PureRaw zusammen und haben einige ausgewählte Produkte auch bei uns im Shop. Wir sind dabei, dieses Sortiment weiter auszubauen, um euch noch mehr von diesen großartigen Produkten anbieten zu können.

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Kirstins Buch „Raw!“ erscheint Ende März im Christian-Verlag. Es kann über den Buchhandel, direkt über PureRaw  oder per Mail bei uns (info@cala-kocht.de) (vor-)bestellt werden. Nach Erscheinen werde ich das Buch natürlich auch auf dem Blog vorstellen.

 

Zwischenspiel & Vorgeschmack auf die Spargelzeit: Quinoa-Spargel-Salat mit Hanfsamen und Avocado

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Bevor ich euch das nächste Interview präsentiere, wollte ich unbedingt noch ein Rezept mit euch teilen. Ich selbst habe diesen Salat nicht mit frischem, sondern mit eingelegtem Spargel vom Wochenmarkt gemacht, was nicht sehr glücklich war, aber das Glas sollte leer werden. Ich würde auf jeden Fall frischen Spargel bevorzugen, ansonsten ist der Salat sensationell lecker und auch super zum Mitnehmen (sicherlich auch als „Partysalat“ in einer größeren Menge wunderbar…)

Quinoa-Spargel-Salat mit Hanfsamen und Avocado 

Zutaten:
pro Portion
ca. 4 EL Quinoa
2-3 Stangen Spargel
½ mittelgroße Avocado
eine Handvoll gemischte Nüsse & Kerne (Mandeln, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Aprikosenkerne etc.)
Olivenöl
2 EL Hanfsamen
etwas Meersalz

Quinoa nach Packungsanweisung zubereiten. Spargel schälen und kurz in Salzwasser blanchieren – nicht zu weich kochen. In mundegerechte Stücke schneiden. Avocado schälen, Fruchtfleisch herauslösen und in mundgerechte Stücke schneiden. Nüsse und Kerne grob hacken (am besten in der Küchenmaschine). Alle Zutaten miteinander mischen. Hanfsamen hinzugeben und mit Olivenöl und Meersalz abschmecken.

Liebe Grüße und noch eine schöne Woche
Cala

 

„Ich lese auch keine schlechten Bücher, nur weil ich gerade keine guten habe“ – Ruediger Dahlke im Interview mit Cala kocht

Rüdiger Dahlke

Ich freue mich sehr, dass ich Gelegenheit hatte, einen der Vorreiter und größten Fürsprecher der veganen Ernährung für ein Interview zu gewinnen. Ruediger Dahlke ernährt sich seit knapp 5 Jahren vegan, nachdem er bereits fast 40 Jahre vegetarisch gelebt hat. Der Arzt und Bestsellerautor lebt seit 2012 mit seiner Frau in der Südsteiermark, wo er ein wunderschönes Seminar- und Lebenszentrum aufgebaut hat.

Herr Dahlke, was war Ihre Motivation, sich vegan zu ernähren?

Ruediger Dahlke: „Als ich die China-Study das erste Mal las – damals noch auf Englisch, weil sie auf Deutsch noch gar nicht vorlag -, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Vorher war ich allerdings schon durch das Beispiel meiner Partnerin und die Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit Thom Bezenek, dem schon längst vegan lebenden Hersteller von „Take me – Glücksnahrung“ immer wieder auf Vegan gestoßen worden.“

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Was hat sich verändert, seit Sie vegan leben?

Ruediger Dahlke: „Meine Beweglichkeit ist besser geworden, ich fühle mich leichter und seelisch viel wohler, da ich an all dem Tierleid nicht mehr mitverantwortlich bin, vor allem aber,  weil ich nicht mehr zu der Hungerkatastrophe in den armen Ländern beitrage, aber auch in ökologischer Hinsicht auf der besseren Seite bin. Für mich persönlich noch ganz wichtig: Ich schlafe weniger, bin aber wacher, meine Meditationen sind tiefer und noch schöner geworden.“

Gibt es etwas, das Sie vermissen?

Ruediger Dahlke: „Anfangs habe ich die Nachtische vermisst, aber inzwischen haben wir noch bessere auf der „Peace-Food“-Schiene gefunden. Und ja, so sehr ich die vielen neuen Begleiter auf diesem Weg schätze, vermisse ich einige Freunde und Seminarteilnehmer, die diesen Schritt zu pflanzlich-vollwertig nicht mitgemacht haben und sich offenbar auch kaum mehr in meine Nähe trauen…“

Sind Sie denn so dogmatisch?

Ruediger Dahlke: „Ganz und gar nicht und deshalb ist die Distanz auch unnötig. Ich lasse Mischköstler grundsätzlich in Ruhe, höchstens versuche ich, ihnen durch immer bessere und vielfältigere Rezepte goldene Brücken in eine gesündere Zukunft zu bauen. „Vegan für Einsteiger“ ist ausdrücklich als Einladung für einen veganen Versuch auf Zeit gedacht.“

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Worauf ist bei der Ernährungsumstellung zu achten?

Ruediger Dahlke: „Vegan ist noch nicht zwingend gesund, denn Whiskey und Vodka, Weißmehl und –zucker sind auch vegan, aber eben nicht gesund. Es muss also schon vollwertig sein. Veganer sind bei vielfältiger pflanzlich-vollwertiger Kost im Gegensatz zu normalen Mischköstlern mit allem versorgt, bis auf B12. Dieses kann am besten in veganer Form und als Methycobalmin etwa als „Take me – B12“ eingenommen werden.“

Gibt es Menschen, denen Sie grundsätzlich von einer veganen Ernährung abraten würden?

Ruediger Dahlke: „Nein, als Arzt kann ich das nicht, denn pflanzlich-vollwertige Kost ist für jede Lebensphase am besten geeignet – inklusive Schwangerschaft und Stillzeit – weil am gesündesten. Die weltweit größte Ernährungsgesellschaft ist die US-amerikanische und die stellt das im Gegensatz zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung auch ganz klar heraus.“

Auf Reisen und unterwegs ist es für viele besonders problematisch, sich vegan zu ernähren – wie handhaben Sie das?

Ruediger Dahlke: „Also zum Glück wird es ja ständig besser mit der Versorgung, allein in meinen gerade mal fünf veganen Jahren ist es schon so viel einfacher geworden.

Persönlich nehme ich mir viel Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten in TamanGa mit, es gibt die leckeren Produkte von Keimling, überall Neuformläden, wo ja die längste Erfahrung und Kompetenz für diese Ernährungsform besteht. Also es ist in meinen Augen kein Problem mehr. Eher bei Einladungen, aber auch da habe ich Wege gefunden. Bevor ich etwas Schädliches oder gar Gefährliches wie Milch(produkte) esse, lasse ich es lieber sein. Ich schaue ja auch keine schlechten Filme oder lese schlechte Bücher, nur weil ich gerade keine guten habe.“

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Im Moment scheint die vegane Ernährung ja einen regelrechten Boom zu erleben. Glauben Sie, dass diese Entwicklung anhalten wird, oder dass das ein vorrübergehender Trend ist?

Ruediger Dahlke: „Also ich glaube und hoffe, dass das der neue Lebensstil wird und tue auch alles dafür, damit sich aus dem Trend ein neues Lebensgefühl und ein neuer für alle besserer Lebensstil entwickelt. Dazu sind Kochbücher wichtig und einfache Ein- und Umstiegsszenarien und für beides sorge ich sehr gern und danke allen, die das auch tun und mitmachen.“

Gefällt Ihnen dieser momentane „Hype“?

Ruediger Dahlke: „Ja, sehr. Es ist immer ein wundervolles Gefühl am richtigen Punkt der Welle zu sein wie beim Surfen. Das habe ich schon mehrfach erleben dürfen, einmal mit der Krankheitsbilder-Deutung – heute steht „Krankheit als Symbol“ in Hundertausenden von Familien und ich stehe voll und ganz und sehr gern dazu. In kleinerem Maßstab war das mit dem Mandala-Malen, dem Wassertrinken und dem Fasten ähnlich und das macht mir richtig Freude.“

Glauben Sie, dass die vegane Ernährung die Ernährung der Zukunft ist?

Ruediger Dahlke: „Davon bin ich überzeugt. Sie muss nur auch vollwertig sein, um die Hoffnungen, die sie mit Recht weckt, auch erfüllen zu können. Außerdem ist sie wissenschaftlich belegt und Fleisch- und vor allem Milch(produkte) sind als gefährlich entlarvt. Das wird wie beim Tabak eine Zeit lang dauern, aber irgendwann setzt sich die neue Erkenntnis durch. Die Nahrungsindustrie tut ja zwar, was sie kann, um diese Welle zu stoppen mit eigenartigsten Verdrehungen der Wahrheit und manipulierten Meldungen und sogar Studien, und es nützt ihr so herrlich wenig. Denn schon kleine Kinder sind mit von der veganen Partie, Jugendliche teilen mit Begeisterung diesen Lebensstil und wenn die Gesundlebe-Szene, die Menschen- und die Tierfreunde sich dann noch mit den Ökologen zusammentun, anstatt übereinander herzufallen, kann diese Entwicklung wohl nichts mehr aufhalten. Sie ist ja jetzt schon sehr breit – letztlich gehört auch die Begeisterung für die grünen Smoothies usw. dazu – und sie ist wissenschaftlich belegt in den USA schon viel weiter.“

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Ruediger Dahlke wurde 1951 in Berlin geboren und wuchs in Bayern auf. Er studierte Medizin in München und ist seit 1979 Arzt und Psychotherapeut. Er absolvierte eine Zusatzausbildung zum Arzt für Naturheilweisen und bildete sich bereits während des Studiums in Homöopathie weiter. Ruediger Dahlkes Bücher haben im deutschsprachigen Raum Millionen Menschen erreicht und dazu beigetragen, ein wachsendes Bewusstsein für psychosomatische Zusammenhänge und ganzheitliche Medizin zu schaffen. Sie liegen in 250 Übersetzungen in 28 Sprachen vor. Weiter Infos: www.dahlke.at und www.mymedworld.cc.

Zum Weiterlesen:

Ruediger Dahlke hat zwei Standardwerke zur veganen Ernährung geschrieben, die ihr über den Buchhandel beziehen könnt, aber auch bei uns im Shop findet:

In „Peace-Foodwie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt“ stellt  Ruediger Dahlke fundiert und ganzheitlich das Thema „fleischlose Ernährung“ dar, analysiert den wissenschaftlichen Hintergrund und die Ergebnisse der China-Study und stellt die Fakten in Zusammenhang zu seinen eigenen Erkenntnissen als Arzt. Vegane Rezepte geben Praxisanregungen für den Einstieg.

Peace-Food – das vegane Kochbuch“ ist das Praxis-Buch zum Basiswerk. Hier hat Ruediger Dahlke 90 vegane Rezepte seiner Lieblingsköche zusammengetragen und den Umstieg leicht machen. Dazu gibt es viele Tipps für vegane Alternativen zu Eiern, Fleisch- und Milchprodukten.

Wer probeweise vegan leben möchte, oder Literatur zum Einstieg sucht, dem wird dieses neue Buch von Ruediger Dahlke nützlich sein:

Vegan für Einsteiger. In 4 Wochen zu einem gesunden, nachhaltigen Leben

Das Buch enthält neben grundsätzlichen Fakten und Infos schmackhafte Rezepte und einen 4-Wochen-Ernährungs-Plan.

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Fans von Ruediger Dahlke sei unbedingt auch die wunderbare DVD „Unser Biogarten“ empfohlen, ein absolut sehenswerter Dokumentarfilm über das Seminar- und Lebenszentrum TamaGa (z.B. über den Shop von Rüdiger Dahlke, hier)

Peace-Food-Rezepte findet ihr auch hier.

Superfood Hanfmus: die besten Sushi ever, Petersilienpesto und ein großartiges Wirsing-Rezept

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Bevor ich mich gleich auf den Weg machen werde zum ersten Rhein-Main Foodblogger-Treffen (ich bin ganz gespannt…) wollte ich euch unbedingt noch mit ein paar neuen veganen Rezepten versorgen. Auf der ProVego in Darmstadt haben wir uns vor zwei Wochen nämlich unter anderem auch die Produkte von naturARTen angesehen und auch Produktmuster mitgenommen. Spätestens seit wir vegan leben, wollte ich vor allem die Muse unbedingt testen, denn ich hatte sehr viel Positives gehört und war sehr neugierig.

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Hanfmus-Petersilien Pesto
Pro Portion ½ Bund glatte Petersilie mit 1-1½ Esslöffeln Hanfmus und etwas Sel Gris zu einer feinen Creme pürieren – schmeckt traumhaft auf einem rustikalen Roggenbrot.

Wir haben zuerst das Hanfmus ausprobiert und sind absolut begeistert. Das Besondere: Das Mus wird aus gekeimten Hanfsaaten hergestellt. Das Ankeimen verbessert  nicht nur die Verdaulichkeit, sondern sorgt auch für einen unvergleichlichen Geschmack – ich könnte das Mus glasweise löffeln… Nachdem wir zu Hause ein bisschen experimentiert hatten, haben wir keine Minute gezögert und die Muse direkt auch für den Laden geordert (hier). Seit gestern sind sie da und ich muss mich sehr beherrschen, nicht darüber herzufallen…

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Dass NaturARTen ausschließlich angekeimte Samen verwendet, hat einen guten Grund. Ich habe mir erklären lassen, dass Samen für uns Menschen nur sehr schwer verdaulich sind (das weiß  im Grunde jeder, der schon mal „beobachtet“ hat, wie z.B. Leinsamen unverändert wieder ausgeschieden werden 😉 …). Auch wenn das unappetitlich kling: die Natur hat sich etwas dabei gedacht, denn sie erhält die Samen dadurch voll funktionsfähig.

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Feldsalat mit Avocado und Hanfmus:
Hanfmus mit Leinöl, Kala Namak (indisches „Eiersalz“) und etwas Wasser verquirlen. Avocado in kleine Würfel schneiden und dazugeben. Feldsalat waschen und mit der Sauce mischen. Vor dem Servieren mit Sesam bestreuen

Frank von NaturARTen hat mir erklärt: „Samen sind kleine Lebewesen. Sie bestehen aus einem Keimling (Embryo), dem Körper (Endosperm) und der Umhüllung (Schale). Der Stoffwechsel des Keimlings ist im Samen quasi in einer Art „Winterschlaf“. Die Nahrung, die er für die ersten Tage des Keimens benötigt, trägt er in der Fruchtschale mit sich.“

Stimmen die Bedingungen, steht somit für einen „Schnellstart“ alles zu Verfügung: Der Same keimt und wächst zu einer Pflanze heran. „Beim Keimen werden wichtige Enzyme aktiviert, die komplexe Verbindungen in einfach verdauliche und für den Menschen verwertbare Stoffe verwandeln – Kohlehydrate, Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren und Vitamine. Beim Keimprozess erhöht sich zudem auch die Anzahl der Vitamine und Mineralien enorm – auch deshalb sind Keimlinge so wertvoll für die menschliche Nahrung.“

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Hanfmus mit Spinat und Sesam
Pro Portion ca. 100g Spinat in Olivenöl vorsichtig dünsten. Etwas salzen, dann abkühlen lassen. 1-2 EL Sesam in eine Pfanne ohne Öl rösten. 2 TL Hanfmus in eine Schüssel geben. Spinat hinzugeben und gut mischen. Ggf. nochmals mit Salz abschmecken. Vor dem Servieren mit geröstetem Sesam bestreuen.

 

NaturARTen sind nicht nur Bio-, sondern auch Neuform-zertifiziert. Die Neuform-Reformhäuser listen ausschließlich Produke, die umfangreiche Qualitätsauflagen erfüllen. Auch für uns sind die NaturARTen-Produkte deshalb so interessant, weil sie nicht nur großartig schmecken, sondern auch qualitativ Top-Produkte sind: Es werden ausschließlich laborgeprüfte, hochwertige Zutaten verwenden und zu Naturerzeugnissen ohne künstliche Zusätze verarbetiet. Es werden keinerlei künstliche Geschmacksverstärker oder Aromen zugesetzt, keine gehärteten Fette, keine Bestrahlung oder bestrahlten Zutaten, keine Zusatz- und Konservierungsstoffe chemisch-synthetischer Herkunft usw. Alle Produkte unterliegen strengsten internen und externe Qualitätskontrollen. Dass solche Produkte ihren Preis haben, versteht sich von selbst, zumal NaturARTen auch Wert legt auf eine für alle Seiten faire und transparente Preisgestaltung. Aus unserer Sicht ist das eine durchweg runde Sache und wer die Muse einmal probiert hat, wird deren Wert sofort zu schätzen wissen.

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Vegane Hanfmus-Avocado-Sushi
(Kleb-)Reis kochen, abkühlen und mit Reisessig würzen. Etwas Sesam in einer Pfanne ohne Öl rösten. Avocado halbieren, Kern entfernen, das Fruchtfleisch aus der Schale löffeln und in Streifen scheiden. Noriblatt über (!) – nicht auf 😉 – einer heißen Herdplatte kurz anrösten, bis es sich grün färbt. Auf eine Maki-Matte legen, etwas Reis darauf verteilen, mit Hanfmus bestreichen und die Avoadostreifen darauflegen. Mit Sesam bestreuen, aufrollen und in Maki schneiden. Mit Sojasauce servieren.

Das Hanfmus von NaturARTen, das ich für die Rezepte hier verwendet habe, besteht aus 100% angekeimten bio-zertifizierten Hanfsamen. Es ist reich an Proteinen/Aminosäuren und Mineralien und deshalb auch besonders wertvoll für die vegane Ernährung. Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen überhaupt, enthält alle lebensnotwendigen Aminosäuren (essentielle wie nicht essentielle), verdauungsstärkende Ballaststoffe, viele Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Phospor, Eisen, wertvolle Vitamine wie B1, B2, B3, B6 und Spuren an B12, D und E, sowie 2-4 % Gamma-Linolensäure.

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Wirsing mit Hanfmus und geschälter Hanfsaat
Schmeckt nicht nur lauwarm (z.B. als Beilage oder zu Pasta), sondern eignet sich auch hervorragend zum Mitnehmen:
Pro Portion ca. 80g Wirsing waschen und in ganz feine Streifen schneiden. In Kokosöl anbraten und leicht salzen. Zitronenzesten zugeben und dünsten, bis der Wirsing weich ist. Nochmal mit Salz und Zitronenzesten abschmecken, dann abkühlen lassen. Noch lauwarm mit 2-3 TL Hanfmus und 1 EL Hanfsaat gut mischen. Vor dem Servieren mit Hanfsaat bestreuen.

Weil ich den feinen Geschmack vom Hanfmus auch pur so großartig finde, war es mir wichtig, ihn in allen Rezepten zu erhalten und nicht mit Gewürzen zu überdecken. Außerdem war mir wichtig, dieses wertvolle Lebensmittel auf keinen Fall zu erhitzen. Deshalb lasse ich gedünstetes Gemüse erst abkühlen, bevor ich es mit dem Hanfmus mische. Regelrecht süchtig sind wir nach den veganen Sushi, die ich demnächst sicherlich auch noch mal mit dem Sesam-Mus ausprobieren werde. Wir finden, dass sie den „echten“ Sushi in nichts nachstehen (im Gegenteil…). Diese Erkenntnis hat mich sehr glücklich gemacht, denn ein Leben ohne Sushi wäre auf Dauer für mich sehr schwer vorstellbar gewesen…

Ich wünsche euch sehr viel Spaß beim Ausprobieren!

Liebe Grüße
Cala