Cala meint
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Immer wieder Südtirol – und immer wieder neu…

Es wird Zeit, euch von der letzten Station unseres Sommerurlaubs zu berichten – zumindest vom ersten Teil dieser Etappe, denn wir haben noch einiges zu erzählen. Von der Steiermark aus sind wir montags Richtung Südtirol gefahren. Wir haben die Strecke durch das Pustertal genommen, was mir sehr gelegen kam. Auf dem Weg lagen nämlich einige Biohöfe, die ich mir schon lange ansehen wollte. Auch der Tuchweber Hermann Kühebacher – der einzige Tuchweber der Gegend, der noch nach den überlieferten einfachen Techniken der Schaftweberei arbeitet und traumhafte Stoffe webt – hat hier seine Werkstatt und bisher haben wir nie die Zeit gefunden, die Strecke zu fahren.

Boris war zunächst nicht sehr glücklich über meine Pläne, er steuert solche Ziele nicht gerne auf der Durchreise an, was ich verstehen kann. Da ich aber weiß, dass wir manche Dingen nie tun, wenn nicht einer von uns ein Machtwort spricht, bin ich eisern geblieben, was sich – wie so oft 😉 – wirklich gelohnt hat.

Vor allem haben wir uns zwei Demeter-Höfe angesehen (hier und hier), von denen wir Zutaten für unseren Kochkurs im Oktober bekommen können – Mehl und Brotklee zum Backen, frisch geflockte Haferflocken, Holundersirup, Käse, wunderbaren Topfen und zweimal die Woche im Holzofen gebackenes, herrliches Brot. Auch die Vinschgauer für unsere Brotsuppe werden wir hier beziehen. Außerdem bekamen wir den Tipp für eine tolle Käserei, von der wir sonst nicht erfahren hätten und das wäre sehr schade gewesen.
Als wir kamen, wurden die Kühe und Ziegen grade im Stall unter lauter Volksmusik-Beschallung gemolken, das allein schon war eine Szenerie für sich, wir kamen aus dem Stauen und Fotografieren gar nicht mehr raus…

Einer der Söhne des Bauern stand währenddessen im Laden und verkaufte sehr souverän (und natürlich zweisprachig, wie sich das hier gehört) Käse: selbstverständlich haben wir nicht nur probiert, sondern auch das eine oder andere mitgenommen, toll! Von dieser Käserei werden wir ganz sicher mindestens unseren Frischkäse für den Kochkurs beziehen und werden – wenn das von den Teilnehmern gewünscht wird – auch die Möglichkeit haben, den Hof zu besichtigen.

Die Suche nach Hermann Kühebacher gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet, da er inzwischen mit der Weberei von Innichen (wo er herkommt und wir ihn erwartet hatten) nach Welsberg gezogen ist. Dort haben wir ihn schließlich auch angetroffen, allerdings hatte er wenig Zeit – er war mit Dreharbeiten beschäftigt und hatte es eilig. Trotzdem haben wir kurz über unser Vorhaben im Oktober gesprochen und vereinbart, uns rechtzeitig zu melden, damit die Teilnehmer der Kochkurses eventuell auch die Weberei besichtigen können.

Es gefällt mir gut, wie das hier läuft: man lernt sich kennen, erzählt sich von einander und jeder respektiert und unterstützt, was der andere tut – selbst wenn manchmal am Anfang etwas Skepsis ist, herrscht doch grundsätzlich eine Offenheit und Neugier, für das, was der andere tut. Es geht nicht um Geld oder Profit, sondern um die Leidenschaft, mit der jeder einzelne mit seiner Sache unterwegs ist. Das schließt den Respekt für die Sache des anderen automatisch mit ein und das ist ein schönes Gefühl. Kein einziges Mal sind wir Misstrauen oder abschätzigen Meinungen begegnet (jedenfalls kann ich mich nicht erinnern) – es herrscht eine grundsätzliche Atmosphäre der Offenheit und Ehrlichkeit – auch in der Begegnung miteinander.

Den Abend haben wir in Bruneck verbracht, das wir auch noch nicht kannten. Auch dieser Zwischenstop, den wir aus Zeitgründen fast schon auslassen wollten, hat sich sehr gelohnt. Die Stadt ist wunderschön und lädt zum Schlendern, Stöbern und Verweilen ein.

In einem Weinlokal haben wir dann auch den Sommerabend ausklingen lassen und sind dann gemütlich in Richtung Sterzing gefahren – inzwischen ist das für uns, als ob wir nach Hause kommen und schön ist es auch, dass Waltraud dann auch nur nur kurz ruft “der Schlüssel steckt, ihr wisst ja Bescheid…”

Euch allen eine schön Woche
Cala

1 Kommentare

  1. Gabi sagt

    Hallo Cala,
    Dein Bericht über Südtirol macht noch mehr Lust auf Deinen Kochkurs im Herbst. Ich hoffe sehr, dass sich genügend Leute dafür anmelden, und unsere Vorfreude nicht umsonst ist.
    Wie ich Dir schon mal geschrieben habe, bin ich eher ein “stiller Teilhaber” Deiner Seite und eher kein fleißiger Kommentar-Schreiber; doch manchmal muss ich einfach.
    Außerdem bin ich vor kurzem selbst in die “Blog-Welt” eingestiegen, und da wurde mir erst richtig bewusst, dass ein Feedback das “Brot des Bloggers” ist.
    Also nochmal großes Lob für Deine Seite und hoffentlich bis zum Herbst in Südtirol.
    Bin ganz gespannt auf Euch
    Liebe Grüße
    Gabi

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