Cala meint
Kommentare 2

Österreich 2. Etappe: (Kulinarische) Ausflüge in Salzburg und Umgebung

Eigentlich sind wir mittlerweile schon seit 2 Tagen in der Steiermark, aber in unserem neuen Quartier ist es mit der Internet-Verbindung nicht viel einfacher geworden – deshalb bringe ich euch etwas zeitversetzt nach und nach auf den neuesten Stand 😉

Am Donnerstag waren wir noch mal in Salzburg und haben uns den „Schrannenmarkt“ rund um die Andräkirche angesehen (immer donnerstags von 5-13 Uhr). Kulinarisch natürlich ein Paradies und wir nehmen auch das eine oder andere mit, zumal wir uns zum Frühstück auf der Sonnleitn inzwischen selbst versorgen. Sehr lecker ist der „Topfenkäse“, den es hier überall gibt – ein ganz leichter, schnittfester Quark-Käse. Und natürlich nehmen wir auch Grasbutter, Marillen und einen Stück hausgemachten Topfenstrudel mit.

Nach dem Markt stellen wir das Auto auf dem Parkplatz am Dr. Franz Rehrl Platz (siehe hier) ab (Tipp: Hier sind die Parkgebühren mit 1,50 pro Stunde wesentlich günstiger als in den Parkhäusern) und laufen (natürlich nach einem kleinen Abstecher in der Konditorei Ratzka, um nochmal die „Pariser Zipfel“ zu kosten…) über den Mozart-Steg auf die Dom-Seite der Stadt, die wesentlich geschäftiger – und entsprechend anstrengender – ist als das Andräviertel,  die wir aber natürlich auch sehen möchten.

In der Stiftsbäckerei an der St. Peter-Kirche kaufen wir einen Laib Holzofenbrot (ein reines Roggen-Sauerteigbrot, das man vor dem Verzehr ruhig einen Tag liegen lässt – es schmeckt besser, wenn es nicht mehr backfrisch ist) und Brioche-Semmeln und wandern dann zum Domplatz.

Hier lohnt sich ein Abstecher in das „Salzburger Heimatwerk“ (direkt gegenüber der Sakristei an der Rückseite des Doms), wo die Salzburgerinnen ihre Dirndlstoffe kaufen. Die Auswahl ist großartig und hier findet man auch schöne Handtücher und Tischwäsche mit traditionellen Webmustern.

Während ich stöbere, sitzt Boris gemütlich mit den Hunden vor dem Laden und genießt – wie praktisch – ein Gläschen Wein aus der Kulinarik-Abteilung.

Wir gehen für ein Mitbringsel aus Salzburg bei der Konditorei Fürst vorbei, wo es die „echte“ Salzburger Mozartkugel gibt – sozusagen die Mutter der berühmten Kugeln. Bei Renate Just habe ich gelesen, dass Paul Fürst, der Erfinder, sich das Patent seinerzeit nicht schützen ließ, weshalb es heute so viele Nachahmer gibt. Das mag sein, aber dass Norbert Fürst, sein Urenkel und jetziger Inhaber, besonders bescheiden sei (was ebenfalls dort steht), kann ich angesichts mehrerer Filialen und deutlicher Hinweistafeln auf „das einzige Original“ nicht bestätigen. Eines aber ist sicher: Fürsts Mozartkugel schmeckt großartig und dank wenig Marzipan und viel Nougat auch um einiges besser als ihre Duplikate, die ich nie wirklich gemocht habe.

Im Café Tomaselli – neben dem Café Bazar das zweite berühmte Literaten-Café in Salzburg – trinken wir eine Tasse Kaffee (wer nicht im Touristen-Getümmel sitzen mag, findet im ersten Stock ruhigere Plätze) und schlendern dann in die Getreidegasse, die jetzt am späten Nachmittag auch schon wieder etwas weniger überlaufen ist als tagsüber.

Natürlich trinken wir noch mal einen Welschriesling bei Sporer, wo man uns inzwischen schon duzt, bevor wir uns zum Abendessen in die „Blaue Gans“ begeben (im Gastgarten bei gutem Wetter unbedingt reservieren!). Nicht vom Essen per se, wohl aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis sind wir ein bisschen enttäuscht, wir haben anderswo für weniger Geld schon deutlich besser gegessen. Trotzdem gehört das Haus zu einem Salzburg-Besuch fast zwingend dazu und wer weniger experimentierfreudig ist als wir und sich statt dessen an Altbewährtes hält (das Wiener Schnitzel am Nachbartisch sieht großartig aus…), könnte eventuell zufriedener sein.

Was sich hingegen als ein wunderbarer Tipp einer Bekannten bewährt hat, ist das Winterstellgut in Annaberg, das wir am Tag zuvor besucht haben. Es liegt zwar genau in entgegengesetzter Richtung, ist aber allein schon von der Lage her einen Besuch unbedingt wert. Wir sitzen in traumhafter Kulisse auf der Gastterrasse, genießen sehr ambitionierte österreichische Küche und einen Sonnenuntergang wie gemalt.

Echte Gastfreundschaft jedoch vermissen wir – anders als in Salzburg, wo die Leute trotz der Menschenmassen ungeheuer freundlich sind – auch hier: irgendwie werden wir mit Lammertal menschlich nicht so recht „warm“, haben nirgendwo das Gefühl wirklich willkommen zu sein und überlegen immer noch, woran das liegen mag. Ist hier die alte und sprichwörtliche Abneigung der Österreicher gegen uns Deutsche tatsächlich noch so lebendig?

Auch Toni von der „Sonnleitn“ verabschiedet uns am Freitag früh ungerührt mit einem unfreundlich dahingehauchten „Bis bald a’moil“. Ernst meinen kann er das aber nicht, oder?

Liebe Grüße
Cala

Fotos in der Reihenfolge der Abbildungen:
Salzburg, Dom // Salzburg, Blick auf die Burg und den Dom // Salzburg, Stiftsbäckerei St. Peter // Salzburg, Skulptur am Dom // Salzburg, Konditorei Fürst // Salzburg, Café Tomaselli // Salzburg, Getreidegasse // Winterstellgut in Annaberg // Erbsen-Lauchcreme-Suppe im Winterstellgut // auf eigenen Wunsch in dieser Kombination: Rehrücken mit Eierschwammerl-Kräuter-Risotto // Kräutergarten am Winterstellgut

2 Kommentare

  1. Ursula D. sagt

    Hey ihr beiden,
    Ich gucke immer mal rein, was es Neues von euch gibt. Und jetzt bin ich auch zweimal fündig geworden. Tolle Bilder, wunderbare Landschaft und schöne von euch beachtete Details. So wie ihr halt seid, alles wird gesehen und gewürdigt. Um so ärgerlicher, dass das mit dem Zwischenmenschlichen nicht ganz so gut hinhaut. Kann ich nicht begreifen, an euch kann es auf keinen Fall liegen. Die Österreicher wissen gar nicht was Ihnen entgeht, an euch beiden.

  2. Pingback: Vom Lammertal in die Weststeiermark: ein Almausflug | Cala kocht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.